RichardWagner
Libretti
Götterdämmerung

(ERSTER AUFZUG) (ACT ONE)
ZWEITE SZENE

(Siegfried legt mit dem Kahne an und springt, nachdem Hagen den Kahn mit der Kette am Ufer festgeschlossen hat, mit dem Rosse auf den Strand)
SCENE TWO
HAGEN

Heil! Siegfried, teurer Held!
HAGEN

Hail, Siegfried, dear hero!
(Gunther ist zu Hagen an das Ufer getreten. Gutrune blickt vom Hochsitze aus in staunender Bewunderung auf Siegfried. Gunther will freundlichen Gruss bieten. Alle sind in gegenseitiger stummer Betrachtung gefesselt)  
SIEGFRIED
(auf sein Ross gelehnt,
bleibt ruhig am Kahne stehen)


Wer ist Gibichs Sohn?
SIEGFRIED



Which is Gibich's son?
GUNTHER

Gunther, ich, den du suchst.
GUNTHER

I, Gunther, am the one you seek.
SIEGFRIED

Dich hört' ich rühmen
weit am Rhein:
nun ficht mit mir,
oder sei mein Freund!
SIEGFRIED

Far along the Rhine
have I heard of your fame:
now fight with me
or be my friend!
GUNTHER

Lass den Kampf!
Sei willkommen!
GUNTHER

Let fighting be!
You are welcome!
SIEGFRIED
(sieht sich ruhig um)

Wo berg' ich mein Ross?
SIEGFRIED


Where can I stable my horse?
HAGEN

Ich biet' ihm Rast.
HAGEN

I will find him somewhere to rest.
SIEGFRIED
(zu Hagen gewendet)

Du riefst mich Siegfried:
sahst du mich schon?



Music
SIEGFRIED
(to Hagen)

You called me Siegfried:
have you seen me before?
HAGEN

Ich kannte dich nur
an deiner Kraft.
HAGEN

I knew you
by your strength alone.
SIEGFRIED
(indem er an Hagen
das Ross übergibt)


Wohl hüte mir Grane!
Du hieltest nie
von edlerer Zucht
am Zaume ein Ross.
SIEGFRIED
(handing over the horse
to Hagen)


Tend Grane well for me!
You never held
the bridle of a horse
of nobler breed.
(Hagen führt das Ross rechts hinter die Halle ab. Während Siegfried ihm gedankenvoll nachblickt, entfernt sich auch Gutrune, durch einen Wink Hagens bedeutet, von Siegfried unbemerkt, nach links durch eine Tür in ihr Gemach)

(Gunther schreitet mit Siegfried, den er dazu einlädt, in die Halle vor)
Music (Hagen leads the horse away, right, behind the hall. While Siegfried gazes thoughtfully after him, Gutrune, at a sign from Hagen, unnoticed by Siegfried, also retires into her room through a door, left)
GUNTHER

Begrüsse froh, o Held,
die Halle meines Vaters;
wohin du schreitest,
was du ersiehst,
das achte nun dein Eigen:
dein ist mein Erbe,
Land und Leut', -
hilf, mein Leib, meinem Eide!
Mich selbst geb' ich zum Mann.
GUNTHER

Be glad, o hero, as you greet
my father's hall;
wherever you tread,
whatever you see,
now treat as your own:
yours is my inheritance,
my land and people:
may my body bear witness to my oath!
Myself too I offer as your man.
SIEGFRIED

Nicht Land noch Leute biete ich,
noch Vaters Haus und Hof:
einzig erbt' ich
den eignen Leib;
lebend zehr' ich den auf.
Nur ein Schwert hab' ich,
selbst geschmiedet: -
hilf, mein Schwert, meinem Eide! -
Das biet' ich mit mir zum Bund.
SIEGFRIED

I can offer neither land nor people,
nor father's house and palace:
I inherited only
my own body,
and that I waste away as I live.
All I have is a sword
which I myself forged:
may my sword be witness to my oath!
I offer it with myself in alliance.
HAGEN
(der zurückgekommen ist und
jetzt hinter Siegfried steht)


Doch des Niblungenhortes
nennt die Märe dich Herrn?
HAGEN
(who has returned,
to Siegfried)


But rumour names you as lord
of the Nibelung hoard?
SIEGFRIED
(sich zu Hagen umwendend)

Des Schatzes vergass ich fast:
so schätz' ich sein müss'ges Gut!
In einer Höhle liess ich's liegen,
wo ein Wurm es einst bewacht'.
SIEGFRIED
(to Hagen)

I almost forgot the treasure,
so poorly do I prize its possession!
I left it to lie in a cavern
where once a dragon guarded it.
HAGEN

Und nichts entnahmst du ihm?
HAGEN

And you took nothing from it?
SIEGFRIED
(auf das stählerne Netzgewirk deutend,
das er im Gürtel hängen hat)


Dies Gewirk, unkund seiner Kraft.
SIEGFRIED



This chainmail, though I know not its purpose.
HAGEN

Den Tarnhelm kenn' ich,
der Niblungen künstliches Werk:
er taugt, bedeckt er dein Haupt,
dir zu tauschen jede Gestalt;
verlangt dich's an fernsten Ort,
er entführt flugs dich dahin. -
Sonst nichts entnahmst du dem Hort?
HAGEN

I know the Tarnhelm,
the Nibelung's most skilful handiwork:
with it on your head, it enables
you to assume any shape;
if you long for some distant place,
it takes you there in a trice.
Did you take nothing else from the hoard?
SIEGFRIED

Einen Ring.
SIEGFRIED

A ring.
HAGEN

Den hütest du wohl?
HAGEN

Do you keep it safe?
SIEGFRIED

Den hütet ein hehres Weib.
SIEGFRIED

A wondrous woman keeps it.
HAGEN
(für sich)

Brünnhild'!...
HAGEN
(aside)

Brünnhilde!
GUNTHER

Nicht, Siegfried, sollst du mir tauschen:
Tand gäb' ich für dein Geschmeid,
nähmst all' mein Gut du dafür.
Ohn' Entgelt dien' ich dir gern.
GUNTHER

You need give me nothing, Siegfried:
I'd be giving a mere trifle in exchange
if for your helmet you took all I had:
I'll gladly serve you without reward.
(Hagen ist zu Gutrunes Türe gegangen und öffnet sie jetzt. Gutrune tritt heraus, sie trägt ein gefülltes Trinkhorn und naht damit Siegfried) Music (Hagen has gone to Gutrune's door and now opens it. Gutrune comes out, holding a filled drinking-horn, and goes towards Siegfried with it)
GUTRUNE

Willkommen, Gast,
in Gibichs Haus!
Seine Tochter reicht dir den Trank.
GUTRUNE

Welcome, o guest,
to the house of Gibich!
His daughter offers you this drink.
SIEGFRIED
(neigt sich ihr freundlich und ergreift
das Horn; er hält es gedankenvoll vor
sich hin und sagt leise)


Vergäss' ich alles,
was du mir gabst,
von einer Lehre
lass' ich doch nie:
den ersten Trunk
zu treuer Minne,
Brünnhilde, bring' ich dir!
SIEGFRIED
(bows courteously to her and takes
the horn: he holds it thoughtfully
in front of him and says softly)


Were I to forget
all you gave me,
one lesson
I will never lose!
Brünnhilde, to you I offer
this first drink
to faithful love!
(Er setzt das Trinkhorn an und trinkt in einem langen Zuge. Er reicht das Horn an Gutrune zurück, die verschämt und verwirrt ihre Augen vor ihm niederschlägt) (He raises the horn and drinks a long draught. He hands the horn back to Gutrune who, embarrassed and confused, lowers her eyes before him.)
SIEGFRIED
(heftet den Blick mit schnell
entbrannter Leidenschaft auf sie)


Die so mit dem Blitz
den Blick du mir sengst,
was senkst du dein Auge vor mir?
SIEGFRIED
(fixes his gaze on her
with suddenly inflamed passion)


You who have seared my sight
with your glance,
why do you lower your eyes before me?
(Gutrune schlägt errötend das Auge zu ihm auf) (Gutrune, blushing, raises her eyes to his)
SIEGFRIED

Ha, schönstes Weib!
Schliesse den Blick;
das Herz in der Brust
brennt mir sein Strahl:
zu feurigen Strömen fühl' ich
ihn zehrend zünden mein Blut! -

(mit bebender Stimme)

Gunther, wie heisst deine Schwester?
SIEGFRIED

Ah, fairest maid!
Close your eyes;
their rays burn
the heart in my breast:
in streams of fire I feel them
set my blood ablaze!



Gunther, what is your sister's name?
GUNTHER

Gutrune.
GUNTHER

Gutrune.
SIEGFRIED
(leise)

Sind's gute Runen,
die ihrem Aug' ich entrate?

(Er fasst Gutrune mit feurigem
Ungestüm bei der Hand)


Deinem Bruder bot ich mich zum Mann:
der Stolze schlug mich aus; -
trügst du, wie er, mir Übermut,
böt' ich mich dir zum Bund?
SIEGFRIED


Are they good runes
I read in her eyes?

(He catches Gutrune by the hand
with ardent impetuosity)


I offered myself as your brother's man,
but proudly he refused me;
would you treat me with like disdain
if I offered myself to you in bond?
(Gutrune trifft unwillkürlich auf Hagens Blick. Sie neigt demütig das Haupt, und mit einer Gebärde, als fühle sie sich seiner nicht wert, verlässt sie schwankenden Schrittes wieder die Halle) (Gutrune involuntarily meets Hagen's gaze. She modestly bows her head, and with a gesture of feeling herself unworthy leaves the hall with faltering steps)
SIEGFRIED
(von Hagen und Gunther aufmerksam
beobachtet, blickt ihr, wie festgezaubert,
nach; dann, ohne sich umzuwenden,
fragt er):


Hast du, Gunther, ein Weib?
SIEGFRIED
(closely watched by Hagen and Gunther,
gazes after her as if spellbound;
then, without turning round,
asks):


Gunther, have you a wife?
GUNTHER

Nicht freit' ich noch,
und einer Frau
soll ich mich schwerlich freun!
Auf eine setzt' ich den Sinn,
die kein Rat mir je gewinnt.
GUNTHER

I am not married yet
and shall not easily win
the wife to content me!
I have set my mind on one
whom no means will ever make mine.
SIEGFRIED
(wendet sich lebhaft zu Gunther)

Was wär' dir versagt,
steh' ich zu dir?
SIEGFRIED
(turning quickly to Gunther)

What could be denied you,
with me at your side?
GUNTHER

Auf Felsen hoch ihr Sitz;
ein Feuer umbrennt den Saal
GUNTHER

She dwells high upon a rock;
a fire surrounds her home:
SIEGFRIED
(mit verwunderungsvoller
Hast einfallend)


"Auf Felsen hoch ihr Sitz;
ein Feuer umbrennt den Saal"...?
SIEGFRIED
(quickly interposing
in astonishment)


"She dwells high upon a rock;
a fire surrounds her home"...?
GUNTHER

Nur wer durch das Feuer bricht -
GUNTHER

Only he who breacks through the fire...
SIEGFRIED
(mit der heftigsten Anstrengung,
um eine Erinnerung festzuhalten)


"Nur wer durch das Feuer bricht"... ?
SIEGFRIED
(making an intense
effort of memory)


"Only he who breaks through the fire"...?
GUNTHER

- darf Brünnhildes Freier sein.
GUNTHER

... can be Brünnhilde's suitor.
(Siegfried drückt durch eine Gebärde aus, dass bei Nennung von Brünnhildes Namen die Erinnerung ihm vollends ganz schwindet) (Siegfried's bearing at the mention of Brünnhilde's name indicates that all recollection of her has left him)
GUNTHER

Nun darf ich den Fels nicht erklimmen;
das Feuer verglimmt mir nie!
GUNTHER

I cannot climb that crag;
for me the fire will never abate!
SIEGFRIED
(kommt aus einem traumartigen
Zustand zu sich und wendet sich
mit übermütiger Lustigkeit
zu Gunther)


Ich - fürchte kein Feuer,
für dich frei ich die Frau;
denn dein Mann bin ich,
und mein Mut ist dein,
gewinn' ich mir Gutrun' zum Weib.
SIEGFRIED
(coming to himself
out of his daydream
and turning with cheerful
confidence to Gunther)


But I - I fear no fire,
and will win the woman for you;
for I am your man,
and my mettle is for you,
if I may have Gutrune for my wife.
GUNTHER

Gutrune gönn' ich dir gerne.
GUNTHER

I gladly grant you Gutrune.
SIEGFRIED

Brünnhilde bring' ich dir.
SIEGFRIED

I will bring you Brünnhilde.
GUNTHER

Wie willst du sie täuschen?
GUNTHER

How will you delude her?
SIEGFRIED

Durch des Tarnhelms Trug
tausch' ich mir deine Gestalt.
SIEGFRIED

By the Tarnhelm's trickery
I will change my shape to yours.
GUNTHER

So stelle Eide zum Schwur!
GUNTHER

Then let us swear an oath!
SIEGFRIED

Blut-Brüderschaft
schwöre ein Eid!
SIEGFRIED

Let the oath be
of blood-brotherhood!
(Hagen füllt ein Trinkhorn mit frischem Wein; dieses hält er dann Siegfried und Gunther hin, welche sich mit ihren Schwertern die Arme ritzen und diese eine kurze Zeit über die Öffnung des Trinkhornes alten)
(Siegfried und Gunther legen zwei ihrer Finger auf das Horn, welches Hagen fortwährend in ihrer Mitte hält)
(Hagen fills a drinking-horn with new wine; he holds it out to Siegfried and Gunther, who prick their arms with their swords and hold them for a short while over the mouth of the drinking-horn.)
(Siegfried and Gunther each lay two fingers on the horn, which Hagen holds between them all the while)
SIEGFRIED

Blühenden Lebens
labendes Blut
träufelt' ich in den Trank.


Music
SIEGFRIED

Flourishing life's
refreshing blood
have I dropped into the cup.
GUNTHER

Bruder-brünstig
mutig gemischt,
blüh' im Trank unser Blut.
GUNTHER

May bravely blended
brotherly love
bloom from our blood in the cup.
BEIDE

Treue trink' ich dem Freund.
Froh und frei
entblühe dem Bund,
Blut-Brüderschaft heut'!
BOTH

I pledge faith to my friend.
Glad and free
may blood-brotherhood
today blossom from our bond!
GUNTHER

Bricht ein Bruder den Bund,
GUNTHER

If a brother breaks his bond...
SIEGFRIED

Trügt den Treuen der Freund,
SIEGFRIED

If a friend betrays his trust...
BEIDE

Was in Tropfen heut'
hold wir tranken,
in Strahlen ström' es dahin,
fromme Sühne dem Freund!
BOTH

What we have solemnly drunk
in drops today
shall flow in torrents
in full atonement to a friend!
GUNTHER
(trinkt und reicht
das Horn Siegfried)


So - biet' ich den Bund.
GUNTHER
(drinking and handing
the horn to Siegfried)


Thus I take the oath.
SIEGFRIED

So - trink' ich dir Treu'!
SIEGFRIED

Thus I pledge my faith.
(Er trinkt und hält das geleerte Trinkhorn Hagen hin. Hagen zerschlägt mit seinem Schwerte das Horn in zwei Stücke. Siegfried und Gunther reichen sich die Hände) Music (He drinks and holds out the empty horn to Hagen, who cuts it in two with his sword. Siegfried and Gunther claps hands)
SIEGFRIED
(betrachtet Hagen, welcher während
des Schwures hinter ihm gestanden)


Was nahmst du am Eide nicht teil?
SIEGFRIED
(noticing Hagen, who has stood
behind him during the oath)


Why did you not join the oath?
HAGEN

Mein Blut verdürb' euch den Trank;
nicht fliesst mir's echt
und edel wie euch;
störrisch und kalt
stockt's in mir;
nicht will's die Wange mir röten.
Drum bleibt ich fern
vom feurigen Bund.
HAGEN

My blood would taint your drink;
it does not flow pure
and noble like yours;
stiff and cold,
it is sluggish within me;
it will not redden my cheeks.
Therefore I abstain
from hot-blooded bonds.
GUNTHER
(zu Siegfried)

Lass den unfrohen Mann!
GUNTHER
(to Siegfried)

Let the unhappy man be!
SIEGFRIED
(hängt sich den Schild wieder über)

Frisch auf die Fahrt!
Dort liegt mein Schiff;
schnell führt es zum Felsen.

(Er tritt näher zu Gunther
und bedeutet diesen)


Eine Nacht am Ufer
harrst du im Nachen;
die Frau fährst du dann heim.
SIEGFRIED
(donning his shield again)

Quickly on our way!
There lies my boat;
it will soon take us to the rock.

(to Gunther)


One night you must wait
by the bank in the boat;
then you can take home your wife.
(Er wendet sich zum Fortgehen und winkt Gunther, ihm zu folgen) (He turns to go and signs to Gunther to follow him)
GUNTHER

Rastest du nicht zuvor?
GUNTHER

Will you not rest first?
SIEGFRIED

Um die Rückkehr ist mir's jach!

(Er geht zum Ufer,
um das Schiff loszubinden)
SIEGFRIED

I am impatient to be back!

(He goes to the shore
to untie the boat)
GUNTHER

Du, Hagen, bewache die Halle!
GUNTHER

Hagen, you keep guard over the palace!
(Er folgt Siegfried zum Ufer. - Während Siegfried und Gunther, nachdem sie ihre Waffen darin niedergelegt, im Schiff das Segel aufstecken und alles zur Abfahrt bereit machen, nimmt Hagen seinen Speer und Schild)

(Gutrune erscheint an der Tür ihres Gemachs, als soeben Siegfried das Schiff abstösst, welches sogleich der Mitte des Stromes zutreibt)
(He follows Siegfried to the shore. While Siegfried and Gunther, having laid down their arms in the boat, hoist the sail and make everything ready for departure, Hagen takes up his own spear and shield.)

(Gutrune appears at the door of her room just as Siegfried pushes off the boat into the middle of the stream)
GUTRUNE

Wohin eilen die Schnellen?
GUTRUNE

Where are they off to in such haste?
HAGEN
(während er sich gemächlich
mit Schild und Speer vor
der Halle niedersetzt)


Zu Schiff - Brünnhild' zu frein.
HAGEN
(by sitting before the hall)



Sailing off to woo Brünnhilde.
GUTRUNE

Siegfried?
GUTRUNE

Siegfried?
HAGEN

Sieh', wie's ihn treibt,
zum Weib dich zu gewinnen!
HAGEN

See how urgenly he seeks
to win you as his wife!
GUTRUNE

Siegfried - mein!

(Sie geht, lebhaft erregt,
in ihr Gemach zurück)
GUTRUNE

Siegfried - mine!

(She goes back to her room
in great agitation)
(Siegfried hat das Ruder erfasst und treibt jetzt mit dessen Schlägen den Nachen stromabwärts, so dass dieser bald gänzlich ausser Gesicht kommt) (Siegfried has taken the oar and now imples the boat downstream so that it is out of sight)
HAGEN
(sitzt mit dem Rücken an den Pfosten
der Halle gelehnt, bewegungslos)


Hier sitz' ich zur Wacht,
wahre den Hof,
wehre die Halle dem Feind.

Gibichs Sohne
wehet der Wind,
auf Werben fährt er dahin.
lhm führt das Steuer
ein starker Held,
Gefahr ihm will er bestehn:
Die eigne Braut
ihm bringt er zum Rhein;
mir aber bringt er - den Ring!
Ihr freien Söhne,
frohe Gesellen,
segelt nur lustig dahin!
Dünkt er euch niedrig,
ihr dient ihm doch,
des Niblungen Sohn.







Music
HAGEN
(sitting motionless, leaning his back
against the doorpost of the palace)


Here I sit on watch,
guarding the house,
defending the hall from the foe.

The wind wafts
Gibich's son
on his way to woo a wife.
His helmsman is
a hero bold
who will defy danger for him.
His own bride
he brings back to the Rhine;
but to me he brings - the ring!
You sons of freedom,
cheerful companions,
gaily sail away!
Though you deem him base,
you will yet serve
the Niblung's son.
(Ein Teppich, welcher dem Vordergrunde zu die Halle einfasste, schlägt zusammen und schliesst die Bühne vor dem Zuschauer ab. Nachdem während eines kurzen Orchester-Zwischenspieles der Schauplatz verwandelt ist, wird der Teppich gänzlich aufgezogen)