RichardWagner
Libretti
Der Fliegende Holländer

OUVERTURE Music
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OVERTURE
ERSTER AUFZUG ACT ONE
ERSTE SZENE SCENE ONE
(Steiles Felsenufer. Das Meer nimmt den grössten Teil der Bühne ein; weite Aussicht auf dasselbe. Die Felsen im Vordergrund bilden auf beiden Seiten Schluchten, aus denen die Echos antworten. - Finsteres Wetter; heftiger Sturm; zwischen den Felsen selbst verliert der Wind, den man in offener See die Wogen peitschen sieht, seine Macht, - nur von Zeit zu Zeit scheint das Heulen des Sturmes hereinzudringen. Das Schiff Dalands hat soeben dicht am Ufer Anker geworfen; die Mannschaft ist in geräuschvoller Arbeit beschäftigt, die Segel aufzustreichen, Taue auszuwerfen usw. - Daland ist ans Land gegangen; er ersteigt einen Felsen und sucht landeinwärts, die Gegend zu erkennen) (A part of the Norwegian coast with steep and rocky cliffs in the foreground. A violent storm is raging out to sea but between the rocks it is calmer except for intermittent squalls. Daland, the Norwegian capitain, has just anchored his ship close to the shore and the sailors are busy furling sails, throwing out ropes atc. Daland has gone ashore; he has scaled a cliff in an attempt to recognize the country inland)
DIE MASTEROSEN
(während der Arbeit)

Hojohe! Hallojo!
Hojohe! Hallojo! Ho! He!
Ho! He! Ja! Ho! Hallojo!
Ho! Johe! Hallohe! Hallohe!




Music
Music
Music
SAILORS
(at work)

Hojohe! Hallojo!
Hojohe! Hallojo! Ho! He!
Ho! He! Ja! Ho! Hallojo!
Ho! Johe! Hallohe! Hallohe!
DALAND
(kommt vom Felsen herab)

Kein Zweifel! Sieben Meilen fort
trieb uns der Sturm vom sichren Port.
So nah' dem Ziel nach langer Fahrt,
war mir der Streich noch aufgespart!
DALAND
(descending to the shore)

No doubt! Seven miles the storm
has blown us from the safety of port.
So near our goal after a long voyage
and now this ill-luck!
STEUERMANN
(vom Bord durch die hohlen
Hände rufend)


Ho! Kapitän!
STEERSMAN
(on board, shouting
through cupped hands)


Ho! Capitain!
DALAND

Am Bord bei euch, wie steht's?
DALAND

How's everything on board?
STEUERMANN

Gut, Kapitän! Wir haben sichren Grund!
STEERSMAN

All's well, Capitain. We're safe afloat.
DALAND

Sandwike ist's! Genau kenn' ich die Bucht.
Verwünscht! Schon sah am Ufer ich mein Haus,
Senta, mein Kind, glaub' ich schon zu umarmen: -
da bläst es aus dem Teufelsloch heraus!
Wer baut auf Wind, baut auf Satans Erbarmen!

(an Bord gehend)

Was hilft's? Geduld! Der Sturn lässt nach;
wenn er so tobte, währt's nicht lang. -

(an Bord)

He, Bursche! Lange war't ihr wach;
zur Ruhe denn! Mir ist nicht bang!

(Die Matrosen steigen in den Schiffsraum hinab)

Nun, Steuermann, die Wache nimmst du wohl für mich?
Gefahr ist nicht, doch gut ist's, wenn du wachst.



Music
DALAND

Sandwike it is. I know the bay well.
Confound it! On shore I saw my home.
Senta, my child, I seemed to embrace:
then this devilish gale blew up!
Who trusts the wind, trusts Satan's mercy!

(going aboard)

What's the good? Patience! The storm is abating;
Raging so, it cannot last.

(on board)

Ho, lads! Your watch was long.
Rest now! I have no fear!

(The Sailors go below)

Now, helmsman, you'll take the watch for me?
There's no danger but you'd better stay awake.
STEUREMANN

Seid ausser Sorg'! Schlaft ruhig, Kapitän!
STEERSMAN

Rest easy! Sleep in peace. Capitain!
(Daland geht in die Kajüte. Der Steuermann allein auf dem Verdeck. Der Sturm hat sich etwas gelegt und wiederholt sich nur in abgesetzen Pausen; in hoher See türmen sich die Wellen. Der Steuermann macht noch einmal die Runde, dann setzt er sich am Ruder nieder. Er gähnt; dann rüttelt er sich auf, als ihm der Schlaf kommt) Music (Daland goes into his cabin. The Steersman is alone on deck. The storm has somewhat abated; it returns only at sporadic intervals; on the open sea the waves are still rough. The steersman makes his round once more, then sits down near the rudder. He yawns, then rouses himself as sleep comes over him)
STEUERMANN

Mit Gewitter und Sturm aus fernem Meer,
mein Mädel, bin dir nah!
Über turmhohe Flut vom Süden her,
mein Mädel, ich bin da!
Mein Mädel, wenn nich Südwind wär',
ich nimmer wohl käm' zu dir:
Ach, lieber Südwind, blas noch mehr!
Mein Mädel verlangt nach mir!
Hohojo! Hallohoho!
Jollohohoho! Hohoje!
Hallohoho! ho ho ho ho ho ho!


Music



Music
STEERSMAN

In gale and storm from far-off seas,
my maiden, I am near you!
Over towering waves from the south,
my maiden, I am here!
My maiden, were there no southwind,
I could never come to you!
Ah, dear south-wind, blow stronger!
My maiden longs for me!
Hohojo! Hallohoho!
Jollohohoho! Hohoje!
Hallohoho! ho ho ho ho ho ho!
(Eine grosse Woge schwillt an und rüttelt heftig das Schiff. Der Steuermann fährt auf; er sieht nach; er überzeugt sich, dass kein Schade geschehen, setzt sich wieder am Steuer nieder und singt, während ihn die Schläfrigkeit immer mehr übermannt. Er gähnt) (A wave rises, violently shaking the ship. The steersman starts up and looks around; having satisfied himself that no harm has been done, he sits down again near the helm and sings, while sleep gradually overcomes him. He yawns)
STEUERMANN

Von des Südens Gestad', aus weitem Land -
ich hab an dich gedacht;
durch Gewitter und Meer vom Mohrenstrand
hab dir was mitgebracht.
Mein Mädel, preis den Südwind hoch,
ich bring dir ein gülden Band;
Ach, lieber Südwind, blase doch!
Mein Mädel hätt' gern den Tand.
Hoho! Je! holla ho!
STEERSMAN

On southern shores, in far-off lands
I thought of you!
Through storms and sea, from Moroccan coast
I have brought you something.
My maiden, praise the south-wind,
I bring you a golden ring.
Ah, dear south-wind, blow stronger!
My maiden would like the trinket.
Hoho! Je! holla ho!
(Er kämpft mit der Müdigkeit und schläft endlich ein. Der Sturm beginnt von neuem heftig zu wüten; es wird finsterer. In der Ferne zeigt sich das Schiff des fliegenden Holländers mit blutroten Segeln und schwarzen Masten. Es naht sich schnell der Küste nach der dem Schiffe des Norwegers entgegengesetzten Seite. Mit einem furchtbaren Krach sinkt der Anker in den Grund. - Der Steuermann zuckt aus dem Schlafe auf; ohne seine Stellung zu verlassen, blickt er flüchtig nach dem Steuer und überzeugt, dass kein Schade geschehen, brummt den Anfang seines Liedes) (He struggles with his fatigue and finally falls asleep. The storm begins to rage violently again: it grows darker. In the distance appears the ship of the Flying Dutchman, with blood-red sails and black masts. She rapidly nears the shore, on the side opposite the Norwegian ship. With a fearful crash she drops anchor. - Steersman starts up from his sleep; without leaving his place he glances hastily at the beginning of his song)
STEUERMANN

Mein Mädel, wenn nicht Südwind wär'.
STEERSMAN

My maiden, were there no south-wind...
(Er schläft von neuem ein. Stumm und ohne das geringste fernere Geräusch hisst die gespenstische Mannschaft des Holländers die Segel auf usw. Der Holländer geht an das Land; er trägt schwarze spanische Tracht) (He falls asleep once more. Silently, and without the slightest sound, the spectral crew of the Dutchman furl the sails. The Dutchman goes ashore, wearing black Spanish cloathing)