

| (DRITTER AUFZUG) | (ACT THREE) | ||
| FÜNFTE SZENE | SCENE FIVE | ||
| Die Vorhänge sind nach der Höhe aufgezogen worden, die Bühne ist verwandelt. Diese stellt einen freien Wiesenplan dar, im fernen Hintergrunde die Stadt Nürnberg. Die Pegnitz schlängelt sich durch den Plan; der schmale Fluss ist an den nächsten Punkten praktikabel gehalten. Bunt beflaggte Kähne setzen unablässig die ankommenden festlich gekleideten Bürger der Zünfte, mit Frauen und Kindern, an das Ufer der Festwiese über. Eine erhöhte Bühne, mit Bänken und Sitzen darauf, ist rechts zur Seite aufgeschlagen; bereits ist sie mit den Fahnen der angekommenen Zünfte ausgeschmückt; im Verlaufe stecken die Fahnenträger der noch ankommenden Zünfte ihre Fahnen ebenfalls um die Sängerbühne auf, so dass diese schliesslich nach drei Seiten hin ganz davon eingefasst ist. Zelte mit Getränken und Erfrischungen aller Art begrenzen im übrigen die Seiten des vorderen Hauptraumes. Vor den Zelten geht es bereits lustig her; Bürger, mit Frauen, Kindern und Gesellen, sitzen und lagern daselbst. Die Lebrbuben der Meistersinger, festlich gekleidet, mit Blumen und Bändern reich und anmutig geschmückt, üben mit schlanken Stäben, die ebenfalls mit Blumen und Bändern geziert sind, in lustiger Weise das Amt von Herolden und Marschällen aus. Sie empfangen die am Ufer Aussteigenden, ordnen die Züge der Zünfte und geleiten diese nach der Singerbübne, von wo aus, nachdem der Bannerträger die Fahne aufgepflanzt, die Zunftbürger und Gesellen nach Belieben sich unter den Zelten zerstreuen. Soeben, nach der Verwandlung, werden in der angegebenen Weise die Schuster am Ufer empfangen und nach dem Vordergrund geleitet) | During the interlude the scene changes. The stage now represents an open meadow; in the distance at the back the town of Nuremberg. The river Pegnitiz winds across the meadow. Boats gaily decorated with flags continually discharge fresh parties of burghers of the different guilds with their wives and families on the bank by the festival meadow. A raised stand with benches on it is erected on the right, already adorned with the flags of the guilds that have arrived earlier; as the scene opens the standard-bearers of freshly arriving guilds also place their banners against the Singers' stage, so that it is eventually quite closed in on three sides by them. Tents with all kinds of refreshments border the sides of the open space in front. Before the tents there is much merry-making: burghers and their families sit or lie around them. The apprentices of the Mastersingers, in holyday attire, finely decked out with ribbons and flowers and bearing slender wands, also ornamented, merrily fulfil the office of heralds and stewards. They receive the newcomers on the bank, arrange them in procession and conduct them to the stand, whence, after the standard-bearer has deposited his banner, the burghers and journeymen disperse among the tents. Just after the change of scene, the shoemakers are received on the bank in the manner mentioned and led to the foreground. | ||
|
DIE SCHUSTER (mit fliegender Fahne aufziehend) Sankt Krispin, lobet ihn! War gar ein heilig Mann, zeigt', was ein Schuster kann. Die Armen hatten gute Zeit, macht' ihnen warme Schuh'; und wenn ihm keiner 's Leder leiht, so stahl er sich's dazu. Der Schuster hat ein weit Gewissen, macht Schuhe selbst mit Hindernissen; und ist vom Gerber das Fell erst weg, dann streck'! streck'! streck'! Leder taugt nur am rechten Fleck. |
THE SHOEMAKERS (marching past with flying banner) Saint Crispin, praise him! He was a very holy man, showed what a cobbler can do. The poor had a good time, he made them warm shoes, and if no one would lend him the leather he stole it for his purpose. The cobbler has a broad conscience, makes shoes even when there are obstacles; and as soon as the skin has left the tanner's, then it's stretch! stretch! stretch! Leather is of use only in the right place. |
||
| (Die Stadtwächter ziehen mit Trompeten und Trommeln den Stadtpfeifern, Lautenmachern usw. voraus) | (The town watchmen enter with trumpets and drums, followed by the town pipers, lute-makers, etc.) | ||
|
DIE SCHNEIDER (mit fliegender Fahne aufziehend) Als Nürenberg belagert war, und Hungersnot sich fand, wär' Stadt und Volk verdorben gar, war nicht ein Schneider zur Hand, der viel Mut hatt' und Verstand. Hat sich in ein Bocksfell eingenäht, auf dem Stadtwall da spazieren geht, und macht wohl seine Sprünge gar lustig guter Dinge. Der Feind, der sieht's und zieht vom Fleck: der Teufel hol' die Stadt sich weg, hat's drin noch so lustige Meck-meck-meck! Meck! Meck! Meck! Wer glaubt's, dass ein Schneider im Bocke steck'! |
THE TAILORS (marching up with flying banner) When Nuremberg was besieged and there was famine, the city and the whole land would have been ruined if a tailor hadn't been at hand who had much courage and sense: he sewed himself into a goatskin and went walking on the city wall, and capered there merrily and cheerfully. The enemy sees this and withdraws: the devil may take the city if there are still such merry bleaters there! Me-e-eh! Me-e-eh! Me-e-eh! Who'd think there was a tailor inside the goat! |
||
|
DIE BÄCKER (ziehen dicht hinter den Schneidern auf, so dass ihr Lied in das der Schneider hineinklingt) Hungersnot! Hungersnot! Das ist ein greulich Leiden! Gäb' euch der Bäcker nicht täglich Brot, müsst' alle Welt verscheiden. Beck! Beck! Beck! Täglich auf dem Fleck! Nimm uns den Hunger weg! |
THE BAKERS Famine! Famine! What hideous suffering! If the baker didn't give you your daily bread, everyone would die. Bake! Bake! Bake! Each day on the spot! Take away our hunger! |
||
| (Ein bunter Kahn mit jungen Mädchen in reicher bäuerischer Tracht kommt an. Die Lehrbuben laufen nach dem Gestade) | (A gaily painted boat, filled with young girls in fine peasant costumes, arrives. The apprentices go to the bank) | ||
|
LEHRBUBEN Herr Je! Herr Je! Mädel von Fürth! Stadtpfeifer, spielt, dass 's lustig wird! |
APPRENTICES Hurrah! Hurrah! Girls from Fürth! Town pipers, play! Make it merry! |
||
|
(Die Lehrbuben heben währenddessen die Mädchen aus dem Kahn) (Das Charakteristische des folgenden Tanzes, mit welchem die Lehrbuben die Mädchen zunächst nach dem Vordergrund kommen, besteht darin, dass die Lehrbuben die Mädchen scheinbar nur an den Platz bringen wollen; sowie die Gesellen zugreifen wollen, ziehen die Buben die Mädchen aber immer wieder zurück, als ob sie sie anderswo unterbringen wollten, wobei sie meistens den ganzen Kreis, wie wählend, ausmessen, und somit die scheinbare Absicht auszuführen anmutig und lustig verzögern) |
(The apprentices help the girls out of the boat) (Dance of the Apprentices) |
||
| (David kommt vom Landungsplatze vor und sieht missbillingend dem Tanze zu) | Music | (David advances from the landing-place) | |
|
DAVID Ihr tanzt? Was werden die Meister sagen? (Die Lehrbuben drehen ihm Nasen) Hört nicht? Lass' ich mir's auch behagen! |
DAVID You're dancing? What will the Masters say? (The boys make faces at him) You won't listen? Then I'll enjoy myself too! |
||
| (David nimmt sich ein junges schönes Mädchen und gerät im Tanze mit ihr schnell in grosses Feuer. Die Zuschauer freuen sich und lachen) | (David seizes a young and pretty girl and mingles in the dance with great ardour. The onlookers are amused and laugh) | ||
|
LEHRBUBEN (Die Lehrbuben winken David) David! Die Lene sieht zu! |
APPRENTICES David! David! Lena's looking! |
||
| (David, erschrocken, lässt das Mädchen schnell fahren, um welches die Lehrbuben sogleich tanzend einen Kreis schliessen; da er Lene nirgends gewahrt, merkt David, dass er nur geneckt worden, durchbricht den Kreis, erfasst sein Mädchen wieder und tanzt nun noch feuriger weiter) | (David is alarmed and hastily releases the maiden, but seeing nothing, seizes the girl again and resumes his dancing with even more ardour) | ||
|
DAVID Ach! lasst mich mit euren Possen in Ruh'! |
DAVID Ah! leave me in peace with your jokes! |
||
| (Die Buben suchen ihm das Mädchen zu entreissen; er wendet sich mit ihr jedesmal glücklich ab, so dass nun ein ähnliches Spiel entsteht wie zuvor, als die Gesellen nach den Mädchen fassten) | (The boys try to take David's girl from him, but he deftly outwits them) | ||
|
GESELLEN (am Ufer) Die Meistersinger! |
JOURNEYMEN (at the landing-place) The Mastersingers! |
||
|
LEHRBUBEN Die Meistersinger! |
APPRENTICES The Mastersingers! |
||
| (Die Lehrbuben unterbrechen schnell den Tanz und eilen dem Ufer zu) | (The apprentices at once break off their dance and hasten to the bank) | ||
|
DAVID Herr Gott! Ade, ihr hübschen Dinger! (Er gibt dem Mädchen einen feurigen Kuss und reisst sich los) |
DAVID Heavens! Farewell, you pretty young things! (He gives the maiden an ardent kiss and tears himself away) |
||
| (Die Lehrbuben reihen sich zum Empfang der Meistersinger; das Volk macht ihnen willig Platz. Die Meistersinger ordnen sich am Landungsplatze zum festlichen Aufzuge. Kothner kommt mit der Fahne im Vordergrunde an. Die geschwungene Fahne, auf welcher König David mit der Harfe abgebildet ist, wird von allem Volk mit Hutschwenken begrüsst. Der Zug der Meistersinger ist auf der Singerbühne, wo Kothner die Fahne aufpflanzt, angelangt; Pogner, Eva an der Hand führend, diese von festlich geschmückten und reichgekleideten Mädchen, unter denen auch Magdalene, begleitet, voran. Als Eva, von den Mädchen umgeben, den mit Blumen geschmückten Ehrenplatz eingenommen, und alle übrigen, die Meister auf den Bänken, die Gesellen hinter ihnen stehend, ebenfalls Platz genommen, treten die Lehrbuben dem Volke zugewendet, feierlich vor die Bühne in Reih' und Glied) | (The apprentices arrange themselves to receive the Mastersingers: all stand back for them. The Mastersingers arrange their procession on the bank. When Kothner arrives in the foreground, all wave their hats to greet the banner he is bearing and which King David with his harp is depicted. The Mastersingers' procession arrives on the Singers' platform, where Kothner places his banner. Pogner follows him, leading Eva by the hand; she is attended by richly dressed maidens, among whom is Magdalena. When Eva has taken the richly decorated place of honour, with her maidens around her, and all the others, the Masters on benches, the journeymen standing behind them, have also taken their places, the apprentices solemnly advance in rank and file before the stand, turning to the people) | ||
|
LEHRBUBEN Silentium! Silentium! Macht kein Reden und kein Gesumm'! |
APPRENTICES Silence! Silence! No talking and no murmuring! |
||
| (Sachs erhebt sich und tritt vor. Bei seinem Anblick stösst sich alles an; Hüte und Mützen werden abgezogen: alle deuten auf ihn.) | (Sachs rises and steps forward. At sight of him all nudge each other; hats and caps are taken off: all point at him) | ||
|
VOLK Ha! Sachs! 's ist Sachs! Seht, Meister Sachs! Stimmt an! Stimmt an! Stimmt an! |
THE PEOPLE Ha! Sachs! It's Sachs! Look, Master Sachs! Begin! Begin! Begin! |
||
|
(Alle Sitzenden erheben sich; die Männer bleiben mit entblösstem Haupte. Beckmesser bleibt, mit dem Memorieren des Gedichtes beschäftigt, hinter den andern Meistern versteckt, so dass er bei dieser Gelegenheit der Beachtung des Publikums entzogen wird) (Ausser Sachs singen alle Anwesenden die folgende Strophe mit) |
(All those sitting rise; then men remain with uncovered heads.) (Sachs excepted, all those present sing the following stanza) |
||
|
ALLE "Wacht auf, es nahet gen den Tag; ich hör' singen im grünen Hag ein wonnigliche Nachtigall, ihr' Stimm' durchdringet Berg und Tal: die Nacht neigt sich zum Occident, der Tag geht auf von Orient, die rotbrünstige Morgenröt' her durch die trüben Wolken geht." |
Music |
ALL "Awake! the dawn is drawing near; I hear a blissful nightingale singing in the green grove, its voice rings through hill and valley; night is sinking in the west, the day arises in the east, the ardent red glow of morning approaches through the gloomy clouds." |
|
| (Von hier an singt der Chor des Volkes wieder allein, die Meister auf der Bühne, sowie die anderen vorigen Teilnehmer am Gesange der Strophe, geben sich dem Schauspiele des Volksjubels hin) | (The chorus of the people continue to sing alone; the Masters on the platform as well as all those who had joined in the song watch the people's elation) | ||
| (Das Volk nimmt wieder eine jubelnd bewegte Haltung an) | (The people again become excited and jubilant) | ||
|
VOLK Heil! Sachs! Heil dir, Hans Sachs! Heil Nürnbergs teurem Sachs! |
THE PEOPLE Hail! Sachs! Hail to you, Hans Sachs! Hail to Nuremberg's dear Sachs! |
||
|
SACHS (Sachs, der unbeweglich, wie geistesabwesend, über die Volksmenge hinweggeblickt hatte, richtet endlich seine Blicke vertrauter auf sie und beginnt mit ergriffener, schnell aber sich festigender Stimme) Euch macht ihr's leicht, mir macht ihr's schwer, gebt ihr mir Armen zu viel Ehr'. Soll vor der Ehr' ich bestehn, sei's, mich von euch geliebt zu sehn. Schon grosse Ehr' ward mir erkannt, ward heut' ich zum Spruchsprecher ernannt. Und was mein Spruch euch künden soll, glaubt, das ist hoher Ehren voll. Wenn ihr die Kunst so hoch schon ehrt, da galt es zu beweisen, dass, wer ihr selbst gar angehört, sie schätzt ob allen Preisen. Ein Meister, reich und hochgemut, der will heut' euch das zeigen: sein Töchterlein, sein höchstes Gut, mit allem Hab' und Eigen, dem Singer, der im Kunstgesang vor allem Volk den Preis errang, als höchsten Preises Kron' er bietet das zum Lohn. Darum, so hört und stimmt mir bei: die Werbung steh' dem Dichter frei. Ihr Meister, die ihr's euch getraut, euch ruf' ich's vor dem Volke laut: erwägt der Werbung selt'nen Preis und wem sie soll gelingen, dass der sich rein und edel weiss im Werben wie im Singen, will er das Reis erringen, das nie, bei Neuen noch bei Alten, ward je so herrlich hochgehalten, als von der lieblich Reinen, die niemals soll beweinen, dass Nürenberg mit höchstem Wert die Kunst und ihre Meister ehrt! |
SACHS (Sachs, who as if rapt, has stood motionless, gazing far away beyond the multitude, at last turns a genial glance on them, and begins in a voice at first trembling with emotion but soon gaining firmness:) You take it lightly, but for me you make it hard; you do me, poor man, too much honour. If I must submit to honour, let it be that of seeing myself loved by you. Great honour has already been done me, when today I was named as spokesman, and what my speech shall tell you, belive me, is full of high honours. If you already honour Art so highly, it was necessary to prove that he who cleaves to it for its own sake esteems it above all prizes. A Master, rich and high-minded, will show you this today: his little daughter - his greatest treasure, with all his goods and possessions - to the singer who in the song-contest wins the prize before all the people, as crown for the highest prize he offers her as reward. So hear, and agree with me: the contest is open to the Poet. You Masters who are bold to try, I proclaim it to you before the people: consider the contest's rare prize, and whoever shall succeed, let him know himself pure and noble, in wooing as in singing, if he will win the laurels which never yet, among moderns or ancients, were set so splendidly high as by this lovely pure maiden, who shall never regret that Nuremberg with highest worth honours Art and its Masters. |
||
| (Grosse Bewegung unter Allen. Sachs geht auf Pogner zu) | (Great stir among those present. Sachs approaches Pogner) | ||
|
POGNER (Sachs gerührt die Hand drückend) O Sachs, mein Freund! Wie dankenswert! Wie wisst ihr, was mein Herz beschwert! |
POGNER (presses Sachs's hand, deeply moved) O Sachs! My friend! How worthy of thanks! You know well what makes my heart heavy! |
||
|
SACHS (zu Pogner) 's war viel gewagt; jetzt habt nur Mut! Herr Merker! Sagt, wie geht's? Gut? |
SACHS (to Pogner) You've risked much! Now have courage! Mister Marker! Say, how is it? Good? |
||
| (Beckmesser, zu dem sich jetzt Sachs wendet, hat schon während des Einzuges, und dann fortwährend, eifrig das Blatt mit dem Gedicht herausgezogen, memoriert, genau zu lesen versucht und oft verzweiflungsvoll sich den Schweiss getrocknet) | (He turns to Beckmesser, who during the procession and ever since has been continually taking the poem out of his pocked trying to commit it to memory, and constantly wiping the perspiration from his brow in despair) | ||
|
BECKMESSER O! Dieses Lied! Werd' nicht d'raus klug und hab' doch d'ran studiert genug. |
BECKMESSER Oh, this song! I can't get it, and yet I've studied away at it long enough! |
||
|
SACHS Mein Freund, 's ist euch nicht aufgezwungen. |
SACHS My friend, it's not being forced on you. |
||
|
BECKMESSER Was hilft's? Mit dem meinen ist doch versungen: 's war Eure Schuld! Jetzt seid hübsch für mich: 's wär' schändlich, liesst ihr mich im Stich! |
BECKMESSER What use is that? My own's song out; it was your fault! Now be kind to me! I would be disgraceful if you left me in the lurch! |
||
|
SACHS Ich dächt', ihr gäbt's auf. |
SACHS I should have thought you'd give it up. |
||
|
BECKMESSER Warum nicht gar? Die andren sing' ich alle zu paar; wenn ihr nur nicht singt. |
BECKMESSER A fine idea! I'll outsing all the others if you'll only not sing. |
||
|
SACHS So seht, wie's geht! |
SACHS Then see what happens. |
||
|
BECKMESSER Das Lied, bin's sicher, zwar keiner versteht; doch bau' ich auf eure Popularität. |
BECKMESSER The song! I'm sure no one will understand it: but I'm basing my hopes on your popularity. |
||
|
SACHS Nun denn, wenn's Meistern und Volk beliebt, zum Wettgesang man den Anfang gibt. |
SACHS Well then, if Masters and people agree, let the song contest begin. |
||
|
KOTHNER (hervotretend) Ihr ledig' Meister! Macht euch bereit! Der Ältest' sich zuerst anlässt! Herr Beckmesser, ihr fangt an: 's ist Zeit! |
KOTHNER (advancing) Bachelor Masters, make ready! The eldest shall appear first! Herr Beckmesser you shall begin, it's time! |
||
| (Die Lehrbuben führen Beckmesser zu einem kleinen Rasenhügel vor der Singerbühne, welchen sie zuvor festgerammelt und reich mit Blumen überdeckt haben; Beckmesser strauchelt darauf, tritt unsicher und schwankt) | (The apprentices lead Beckmesser to a little mound of turf which they have beaten solid and richly bestrewn with flowers. Beckmesser strumbles up it, treades uncertainly and totteres) | ||
|
BECKMESSER Zum Teufel! Wie wackelig! Macht das hübsch fest! |
BECKMESSER The devil! How wobbly! Make it nice and firm! |
||
| (Die Buben lachen unter sich und stopfen lustig an dem Rasen. Das Volk stösst sich gegenseiting lustig an) | (The boys snigger and vigorously beat the turf) | ||
|
VOLK Wie? Der? Der wirbt? Scheint mir nicht der Rechte' An der Tochter Stell' ich den nicht möchte! Seid still! 's ist gar ein tücht'ger Meister! Still! Macht keinen Witz! Der hat im Rate Stimm' und Sitz. Ach, der kann ja nicht 'mal stehn! Ei! Wie soll es mit dem gehn? Stadtschreiber ist er, Beckmesser heisst er! Gott, ist der dumm! Er fällt fast um! |
THE PEOPLE What, him? He's wooing? Doesn't seem to me to be the right man! In the daughter's place I shouldn't want him. Be quiet! He's a very able Master! Quiet! Stop joking! He has a vote and a seat in the council. Ah, he can't even stand up straight! How will he get on? He's the Town Clerk, he's called Beckmesser. Heavens! What a booby! He's almost falling over! |
||
|
LEHRBUBEN (in Aufstellung) Silentium! Silentium! Macht kein Regen und kein Gesumm'! |
APPRENTICES (drawn up in order) Silence! Silence! No talking and no murmuring! |
||
|
KOTHNER Fanget an! |
KOTHNER Begin! |
||
| (Beckmesser, der sich endlich mit Mühe auf dem Rasenhügel festgestellt bat, macht eine erste Verbeugung gegen die Meister, eine zweite gegen das Volk, dann gegen Eva, auf welche er, da sich abwendet, nochmals verlegen hinblinzelt: grosse Beklommenheit erfasst ihn; er sucht sich durch ein Vorspiel auf der Laute zu ermutigen) | (Beckmesser, at last settled on the mound of turf, bows first to the Masters, then to the people, and finally to Eva, who turns away from him. In strumming a prelude he give himself courage) | ||
|
BECKMESSER "Morgen ich leuchte in rosigem Schein, von Blut und Duft geht schnell die Luft; wohl bald gewonnen, wie zerronnen; im Garten lud ich ein garstig und fein." |
BECKMESSER "In the morning I shine in a rosy light, with blood and scent the air moves fast; probably soon won, as if dissolved; in the garden I invited horrid and fine." |
||
| (Beckmesser richtet sich wieder ein, besser auf den Füssen zu stehen) | (Beckmesser settles his feet more securely) | ||
|
DIE MEISTER (leise unter sich) Mein! Was ist das? Ist er von Sinnen? Woher mocht' er solche Gedanken gewinnen? |
THE MASTERS (softly to one another) My! what's that? Is he out of his mind? Where does he get such thoughts from? |
||
|
VOLK Hört ihr es? Wen lud er ein? Verstand man recht? Wie kann das sein? |
THE PEOPLE Strange! D'you hear? Whom did he invite? Did we understand aright? How can that be? |
||
| (Beckmesser zieht das Blatt verstohlen hervor und lugt eifrig hinein; dann steckt er es ängstlich wieder ein) | (Beckmesser having taken a peep at the manuscript, then anxiously, slipping it back intohis pocket) | ||
|
BECKMESSER "Wohn' ich erträglich im selbigen Raum, hol' Gold und Frucht, (Er lugt in das Blatt) Bleisaft und Wucht... Mich holt am Pranger der Verlanger, auf luft'ger Steige kaum, häng' ich am Baum!" |
BECKMESSER "I live passably in the same place, fetch gold and fruit, (another peep at the manuscript) lead-juice and weight. The aspirant fetches me from the pillory, on airy paths I scarcely hang from the tree." |
||
| (Er wackelt wieder sehr: sucht im Blatt zu lesen, vermag es nicht; ihm schwindelt, Angstschweiss bricht aus) | (He totters again and tries to read the paper) | ||
|
MEISTERSINGER Was soll das heissen? Ist er nur toll? Sein Lied ist ganz von Unsinn voll! |
MASTERSINGERS What does this mean? Is he just mad? His song is quite full of nonsense! |
||
|
VOLK Schöner Werber! Der find't wohl seinen Lohn. Bald hängt er am Galgen. Man sieht ihn schon! |
THE PEOPLE A fine wooer! He's getting his reward. He'll soon be on the gallows, we can see it now! |
||
|
BECKMESSER (rafft sich verzweiflungsvoll und ingrimmig auf) "Heimlich mir graut, weil es hier munter will hergehn: an meiner Leiter stand ein Weib; sie schämt' und wollt' mich nicht besehn; bleich wie ein Kraut umfasert mir Hanf meinen Leib; mit Augen zwinkend, der Hund blies winkend, was ich vor langem verzehrt, wie Frucht so Holz und Pferd vom Leberbaum." |
BECKMESSER (pulling himself together, full of despair and rage) "I secretly grow afraid because things are going to get merry here: by my ladder stood a woman; she shamed and did not want look at me; as pale as a cabbage, hemp wound about my body; blinking its eye the dog blew wavingly what I long devoured, like fruit, and wood and horse from the tree of liver." |
||
| (Alles bricht in ein dröhnendes Gelächter aus. Beckmesser verlässt wütend den Hügel und stürzt auf Sachs zu) | (All burst into a peal of loud laughter. Beckmesser descending the mound angrily and hastening to Sachs) | ||
|
BECKMESSER Verdammter Schuster, das dank' ich dir! Das Lied, es ist gar nicht von mir: vom Sachs, der hier so hoch verehrt, von eurem Sachs ward mir's beschert. Mich hat der Schändliche bedrängt, sein schlechtes Lied mir aufgehängt. (Er stürzt wütend fort und verliert sich unter dem Volke) |
BECKMESSER Damned cobbler! It's you I thank for that! The song is not by me at all: by Sachs, who is so highly revered here, by your Sachs it was given to me! The disgraceful fellow has bullied me, palmed off his dreadful song on me. (He rushes away furiously and disappears in the crowd) |
||
|
VOLK Mein! Was soll das sein? Jetzt wird's immer bunter! Von Sachs das Lied? Das nähm' uns doch wunder! |
THE PEOPLE My! What does that mean? Things are growing every more confused! The song by Sachs? That would amaze us! |
||
|
KOTHNER (zu Sachs) Erklärt doch, Sachs! |
KOTHNER (to Sachs) Explain, Sachs! |
||
|
NACHTIGALL (zu Sachs) Welch' ein Skandal! |
NACHTIGALL (to Sachs) What a scandal! |
||
|
VOGELGESANG (zu Sachs) Von euch das Lied? |
VOGELGESANG (to Sachs) By you, the song? |
||
|
ORTEL UND FOLTZ Welch' eigner Fall! |
ORTEL AND FOLTZ What a strange occurence! |
||
|
SACHS (hat ruhig das Blatt, welches ihm Beckmesser hingeworfen, aufgenommen) Das Lied, fürwahr, ist nicht von mir: Herr Beckmesser irrt, wie dort so hier. Wie er dazu kam, mag selbst er sagen; doch möcht' ich nie mich zu rühmen wagen, ein Lied, so schön, wie dies erdacht, sei von mir, Hans Sachs, gemacht. |
SACHS (who has quietly picked up the paper which Beckmesser threw away) The song in truth is not by me: Her Beckmesser is wrong in every respect! How he came by it he himself may say; but I should never dare to boast that a song a s beautifully conceived as this had been composed by me, Hans Sachs. |
||
|
DIE MEISTERSINGER Wie? Schön das Lied? Der Unsinns-Wust? |
THE MASTERSINGERS What? Beautiful? The song? This confused rubbish? |
||
|
VOLK Hört! Sachs macht Spass! Er sagt es nur zur Lust. |
THE PEOPLE Listen, Sachs is joking! He only says it for fun. |
||
|
SACHS Ich sag' euch Herrn, das Lied ist schön; nur ist's auf den ersten Blick zu ersehn, dass Freund Beckmesser es entstellt! Doch schwör' ich, dass es euch gefällt, wenn richtig Wort' und Weise hier einer säng' im Kreise; und wer dies verstünd', zugleich bewies', dass er des Liedes Dichter und gar mit Rechte Meister hiess', fänd' er gerechte Richter. Ich bin verklagt und muss bestehn: drum lasst mich meinen Zeugen ausersehn. Ist jemand hier, der Recht mir weiss? Der tret als Zeug' in diesen Kreis! (Walther tritt aus dem Volke hervor und begrüsst Sachs, sodann nach den beiden Seiten hin die Meister und das Volk mit ritterlicher Freundlichkeit. Es entsteht sogleich eine angenehme Bewegung. Alles weilt einen Augenblick schweigend in seiner Betrachtung) So zeuget, das Lied sei nicht von mir; und zeuget auch, dass, was ich hier vom Lied hab' gesagt, zuviel nicht sei gewagt. |
SACHS I tell you, gentlemen, the song is beautiful: only, it's easy to see at a glance that friend Beckmesser has distorted it. But I swear it will please you if someone in this gathering were to sing the words and music properly. And whoever managed it would at the same time show that he was poet of the song, and he would rightly be named Master if he were to find just judges. I am accused and I must stand trial: so let me choose my witness! If anyone is present who knows me to be right, let him enter this circle as witness! (Walther advances from out of the crowd. General stir) Give witness that this song is not by me; and give witness also that what I have here said of this song is not an exaggeration. |
||
|
DIE MEISTERSINGER Ei Sachs, ihr seid gar fein! Doch mag es heut' geschehen sein. |
THE MASTERSINGERS How artful! Well, Sachs, you are very artful! But we'll let pass for today. |
||
|
SACHS Der Regel Güte daraus man erwägt, dass sie auch 'mal 'ne Ausnahm' verträgt. |
SACHS The value of a rule can be appreciated when sometimes it allows an exception. |
||
|
VOLK Ein guter Zeuge, stolz und kühn; mich dünkt, dem kann was Gut's erblüh'n. |
THE PEOPLE A good witness, proud and bold! Methinks good come of him. |
||
|
SACHS Meister und Volk sind gewillt zu vernehmen, was mein Zeuge gilt. Herr Walther von Stolzing, singt das Lied! ihr Meister, lest, ob's ihm geriet. (Er übergibt Kothner das Blatt zum Nachlesen) |
SACHS Master and people are of a mind to hear what my witness can do. Herr Walther von Stolzing, sing the song! Masters, read, see if he brings it off. (He gives Kothner the paper to follow) |
||
|
LEHRBUBEN (in Aufstellung) Alles gespannt! 's gibt kein Gesumm': da rufen wir auch nicht "Silentium!" |
APPRENTICES (drawn up in order) All is expectancy, there's not a murmur: so we shall not call "Silence!" |
||
| (Walther beschreitet festen Schrittes den kleinen Blumenhügel) | (Walther mounts the mound with proud and firm steps) | ||
|
WALTHER "Morgenlich leuchtend im rosigen Schein, von Blüt' und Duft geschwellt die Luft, voll aller Wonnen, nie ersonnen, ein Garten lud mich ein, (An dieser Stelle lässt Kothner das Blatt, in welchem er mit andren Meistern eifrig nachzulesen begonnen vor Ergriffenheit unwillkürlich fallen; er und die übrigen hören nur noch teilnahmsvoll zu. Walther scheint es - unmerklich - gewahrt zu haben und fährt nun in freier Fassung fort) dort unter einem Wunderbaum, von Früchten reich behangen, zu schau'n in sel'gem Liebestraum, was höchstem Lustverlangen. Erfüllung kühn verhiess, das schönste Weib: Eva im Paradies!" |
WALTHER "Shining in the rosy light of morning, the air heavy with blossom and scent, full of every unthought-of-joy, a garden invited me (Kothner is so moved that he drops the sheet which he had started reading, together with other Masters: he and the others listen with increasing attention) and, beneath a wondrous tree there, richly hung with fruit, to behold in blessed dream of love, boldly promising fulfilment to the highest of joy's desires, the most beautiful woman: Eva in Paradise." |
||
|
MEISTERSINGER (Meister und Volk leise flüsternd) Ja wohl, ich merk', 's ist ein ander Ding, ob falsch man oder richtig sing'. |
MASTERSINGER (softly, aside) Yes, indeed! I see, it makes a difference if one sings it wrong or right. |
||
|
VOLK Das ist was andres, wer hätt's gedacht; was doch recht Wort und Vortrag macht! |
THE PEOPLE That's another matter, who'd have thought it? What a difference the right words and the proper delivery make! |
||
|
SACHS Zeuge am Ort, fahret fort! |
SACHS Witness, here present, continue! |
||
|
WALTHER "Abendlich dämmernd umschloss mich die Nacht; auf steilem Pfad war ich genaht zu einer Quelle reiner Welle, die lockend mir gelacht: dort unter einem Lorbeerbaum, von Sternen hell durchschienen, ich schaut' im wachen Dichtertraum, von heilig holden Mienen, mich netzend mit dem edlen Nass, das hehrste Weib, die Muse des Parnass!" |
WALTHER "In the evening twilight, night enfolded me; on a steep path I had approached a spring of pure water, which laughed enticingly to me: there beneath a laurel-tree, with stars shining brightly through its leaves, in a poet's waking dream I beheld, holy and fair of countenance, and sprinkling me with the precious water, the most wonderful woman, the Muse of Parnassus!" |
||
|
MEISTERSINGER 's ist kühn und seltsam, das ist wahr; doch wohlgereimt und singebar. |
MASTERSINGERS It's bold and strange, that's true: but well-rhymed and singable. |
||
|
VOLK So hold und traut so fern es schwebt; doch ist's, als ob man's miterlebt! |
THE PEOPLE So gracious and familiar, however far off it soars, but we seem to be experiencing ti with him! |
||
|
SACHS Zeuge, wohl erkiest; Fahret fort, und schliesst! |
SACHS Well-chosen witness! Continue and conclude! |
||
|
WALTHER "Huldreichster Tag, dem ich aus Dichters Traum erwacht! Das ich erträumt, das Paradies, in himmlisch neu verklärter Pracht hell vor mir lag, dahin lachend nun der Quell den Pfad mir wies; die, dort geboren, mein Herz erkoren, der Erde lieblichstes Bild, als Muse mir geweiht, so heilig hehr als mild, ward kühn von mir gefreit, |
WALTHER "Most gracious day, to which I awoke from a poet's dream! The Paradise of which I had dreamed in heavenly, new-transfigured splendour lay bright before me, to which the spring laughingly now showed me the path; she, born there, my heart's elect, earth's loveliest picture, destined to be my Muse, as holy and grave as she is mild, was boldly wooed by me; |
||
|
am lichten Tag der Sonnen, durch Sanges Sieg gewonnen Parnass und Paradies!" |
in the sun's bright daylight, through victory in song, I had won Parnassus and Paradise!" |
||
|
VOLK Gewiegt wie in den schönsten Traum, hör' ich es wohl, doch fass' es kaum. |
THE PEOPLE Lulled as if in most beautiful dream I hear it well, but scarcely grasp it! |
||
|
Reich' ihm das Reis, sein sei der Preis; keiner wie er so hold zu werben weiss! |
Give him the chaplet! His the prize! No one can woo like him! |
||
|
DIE MEISTER (sich erhebend) Ja, holder Sänger, nimm das Reis; dein Sang erwarb dir Meisterpreis! |
THE MASTERS (rising) Yes, gracious singer! Take the wreath! Your song has won you the Masters' prize. |
||
|
POGNER (mit grosser Ergriffenheit zu Sachs sich wendend) O Sachs! Dir dank' ich Glück und Ehr': vorüber nun all' Herzbeschwer'! |
POGNER O Sachs! I owe you happiness and honour. Past now are all the cares of my heart! |
||
|
EVA (zu Walther) Keiner wie du so hold zu werben weiss! |
EVA (to Walther) No one can woo as graciously as you! |
||
| (Walther ist auf die Stufen der Singerbühne geleitet worden und lässt sich dort vor Eva auf die Knie nieder) | (Walther has been led up the steps of the Singers' platform and there sinks before Eva on one knee) | ||
| (Eva, die vom Anfang des Auftrittes her in sicherer, ruhiger Haltung verblieben und bei allen Vorgängen wie in seliger Geistesentrücktheit sich verhalten, hat Walther unverwandt zugehört; jetzt während am Schlusse der dritten Strophe Volk und Meister gerührt und ergriffen, unwillkürlich ihre Zustimmung ausdrücken, erhebt sie sich, schreitet an den Rand der Singerbühne und drückt auf die Stirn Walthers, welcher zu den Stufen herangetreten ist und vor ihr sich niedergelassen, einen aus Lorbeer und Myrten geflochtenen Kranz; vorauf dieser sich erhebt, und von ihr zu ihrem Vater geleitet wird, vor welchem beide niederknien: Pogner streckt segnend seine Hände über sie aus) | |||
|
SACHS (zum Volk gewandt, auf Walther und Eva deutend) Den Zeugen, denk' es, wählt' ich gut: tragt ihr Hans Sachs d'rum üblen Mut? |
SACHS (to the people, pointing to Walther and Eva) The witness, I think, I chose well: do you bear ill will against Hans Sachs for doing so? |
||
|
VOLK (bricht schnell und heftig in jubelnder Bewegung aus) Hans Sachs! Nein! Das war schön erdacht! Das habt ihr einmal wieder gut gemacht! |
THE PEOPLE (jubilantly) Hans Sachs! No! You thought it out excellently! You've made everything right again now! |
||
|
MEISTERSINGER (feierlich zu Pogner sich wendend) Auf, Meister Pogner! Euch zum Ruhm, meldet dem Junker sein Meistertum! |
MASTERSINGERS (solemnly, to Pogner) Up, Master Pogner! Let it be your honour to annunce to the knight his Mastership! |
||
|
POGNER (mit einer goldenen Kette, dran drei grosse Denkmünzen, zu Walther) Geschmückt mit König Davids Bild, nehm' ich euch auf in der Meister Gild'! |
POGNER (bringing forward a gold chain with three medallions, to Walther) Adorned with King David's picture I take you up into the Guild of Masters! |
||
|
WALTHER (mit schmerzlicher Heftigkeit abweisend) Nicht Meister! Nein! (Er blickt zärtlich auf Eva) Will ohne Meister selig sein! |
WALTHER Not Master! No! (He looks tenderly at Eva) I will be happy without Masterhood. |
||
| (Alles blickt mit grosser Betroffenheit auf Sachs) | (All look disconcertedly towards Sachs) | ||
|
SACHS (schreitet auf Walther zu und fasst ihn bedeutungsvoll bei der Hand) Verachtet mir die Meister nicht, und ehrt mir ihre Kunst! Was ihnen hoch zum Lobe spricht, fiel reichlich euch zur Gunst. Nicht euren Ahnen noch so wert, nicht eurem Wappen, Speer noch Schwert, dass ihr ein Dichter seid, ein Meister euch gefreit, dem dankt ihr heut' eu'r höchstes Glück. Drum denkt mit Dank ihr dran zurück, wie kann die Kunst wohl unwert sein, die solche Preise schliessest ein? Das uns're Meister sie gepflegt grad' recht nach ihrer Art, nach ihrem Sinne treu gehegt, das hat sie echt bewahrt: blieb sie nicht adlig, wie zur Zeit, da Höf' und Fürsten sie geweiht, im Drang der schlimmen Jahr' blieb sie doch deutsch und wahr; und wär' sie anders nicht geglückt, als wie wo alles drängt und drückt, ihr seht, wie hoch sie blieb im Ehr': was wollt ihr von den Meistern mehr? Habt Acht! Uns dräuen üble Streich': zerfällt erst deutsches Volk und Reich, in falscher wälscher Majestät kein Fürst bald mehr sein Volk versteht, und wälschen Dunst mit wälschem Tand sie pflanzen uns in deutsches Land; was deutsch und echt, wüsst' keiner mehr, lebt's nicht in deutscher Meister Ehr'. Drum sag' ich euch: ehrt eure deutschen Meister! Dann bannt ihr gute Geister; und gebt ihr ihrem Wirken Gunst, zerging' in Dunst das heil'ge röm'sche Reich, uns bliebe gleich die heil'ge deutsche Kunst! |
SACHS (going towards Walther and grasping him meaningfully by the hand) Scorn not the Masters, I bid you, and honour their art! What speaks high in their praise fell richly in your favour. Not to your ancestors, however worthy, not to your coat-of-arms, spear, or sword, but to the fact that you are a poet, that a Master has admitted you - to that you owe today your highest happiness. So, think back to this with gratitude: how can the art be unworthy which embraces such prizes? That our Masters have cared for it rightly in their own way, cherished it truly as they thought best, that has kept it genuine: if it did not remain aristocratic as of old, when courts and princes blessed it, in the stress of evil years it remained German and true; and if it flourished nowhere but where all is stress and strain, you see how high it remained in honour - what more would you ask of the Masters? Beware! Evil tricks threaten us: if the German people and kingdom should one day decay, under a false, foreign rule soon no prince would understand his people; and foreign mists with foreign vanities they would plant in our German land; what is German and true none would know, if it did not live in the honour of German Masters. Therefore I say to you: honour your German Masters, then you will conjure up good spirits! And if you favour their endeavours, even if the Holy Roman Empire should dissolve in mist, for us there would yet remain holy German Art! |
||
| (Während des folgenden Schlussgesanges nimmt Eva den Kranz von Walthers Stirne und drückt ihn Sachs auf; dieser nimmt die Kette aus Pogners Hand und hängt sie Walther um. Nachdem Sachs das Paar umarmt, bleiben Walther und Eva zu beiden Seiten an Sachsens Schultern gestützt; Pogner lässt sich, wie huldigend, auf ein Knie vor Sachs nieder. Die Meistersinger deuten mit erhobenen Händen auf Sachs, als auf ihr Haupt. Alle Anwesenden schliessen sich dem Gesange des Volkes an) | (During the following Eva takes the wreath from Walther's head and places it on Sachs's; he takes the chain from Pogner's hand and puts it round Walther's neck. After Sachs has embraced the young couple, Walther and Eva lean against Sachs, one on each side; Pogner sinks on his knee before him as if in homage. The Mastersingers point to Sachs, with outstretched hands, as to their chief. All those present - finally also Walther and Eva - join in the people's song) | ||
|
VOLK Ehrt eure deutschen Meister, dann bannt ihr gute Geister; und gebt ihr ihrem Wirken Gunst, zerging' in Dunst das heil'ge röm'sche Reich, uns bliebe gleich die heil'ge deutsche Kunst! (Als es hier zu der bezeichneten Schlussgruppe gelangt ist, schwenkt das Volk begeistert Hüte und Tücher; die Lehrbuben tanzen und schlagen jauchzend in die Hände) Heil! Sachs! Nürnbergs teurem Sachs! |
THE PEOPLE Honour your German Masters, then you will conjure up good spirits! And if you favour their endeavours, even if the Holy Roman Empire should dissolve in mist, for us there would yet remain holy German Art! (While the apprentices clap their hands and shout and dance, the people wave hats and kerchiefs in their enthusiasm) Hail, Sachs! Nuremberg's dear Sachs! |
||
| (Der Vorhang fällt) |