RichardWagner
Libretti
Das Rheingold

ZWEITE SZENE

Freie Gegend auf Bergeshöhen


(Der hervorbrechende Tag beleuchtet mit wachsendem Glanze eine Burg mit blinkenden Zinnen, die auf einem Felsgipfel im Hintergrunde steht, zwischen diesem und dem Vordergrunde ist ein tiefes Tal, durch das der Rhein fliesst, anzunehmen. - Wotan und Fricka schlafend. - Die Burg ist ganz sichtbar geworden. Fricka erwacht; ihr Auge fällt auf die Burg)




Music

Music
SCENE TWO

An open space on the mountain-tops
FRICKA
(erschrocken)

Wotan, Gemahl, erwache!
FRICKA


Wotan, husband, awake!
WOTAN
(forträumend)

Der Wonne seligen Saal
bewachen mir Tür und Tor:
Mannes Ehre,
ewige Macht,
ragen zu endlosem Ruhm!
WOTAN
(still dreaming)

Gate and door guard
the sacred hall of my joy:
man's honour,
eternal might
extend to endless fame!
FRICKA
(rüttelt ihn)

Auf, aus der Träume
wonnigem Trug!
Erwache, Mann, und erwäge!
FRICKA


Up, leave dreams'
delightful deceit!
Rouse yourself, husband, and reflect!
WOTAN
(erwacht und erhebt sich ein wenig;
sein Auge wird so gleich vom Anblick
der Burg gefesselt)


Vollendet das ewige Werk!
Auf Berges Gipfel
die Götterburg;
prächtig prahlt
der prangende Bau!
Wie im Traum ich ihn trug,
wie mein Wille ihn wies,
stark und schön
steht er zur Schau;
hehrer, herrlicher Bau!
WOTAN




'Tis completed, the everlasting work:
on the mountain peak stands
the gods' stronghold,
superbly soars
the resplendent building!
As in my dreams I desired it,
as my will directed,
strong and fair
it stands on show,
sublime, superb structure!
FRICKA

Nur Wonne schafft dir,
was mich erschreckt?
Dich freut die Burg,
mir bangt es um Freia!
Achtloser, lass mich erinnern
des ausbedungenen Lohn's!
Die Burg ist fertig,
verfallen das Pfand:
vergassest du, was du vergabst?








Music
FRICKA

Do you but delight
in what I dread?
The fortress fills you with joy,
but I fear for Freia.
Reckless man, recall
the price to be paid.
The fort is finished,
and forfeit is the pledge;
have you forgotten what you engaged to pay?
WOTAN

Wohl dünkt mich's, was sie bedangen,
die dort die Burg mir gebaut;
durch Vertrag zähmt' ich
ihr trotzig Gezücht,
dass sie die hehre
Halle mir schüfen;
die steht nun, dank den Starken: -
um den Sold sorge dich nicht.
WOTAN

I well know what were the terms
of those that built me yonder fortress;
by a contact I tamed
their insolent race
into building me
this sublime abode,
which now stands - thanks to their strength:
as to the price, pay that no heed.
FRICKA

O lachend frevelnder Leichtsinn!
Liebelosester Frohmut!
Wusst' ich um euren Vertrag,
dem Truge hätt' ich gewehrt;
doch mutig entferntet
ihr Männer die Frauen,
um taub und ruhig vor uns,
allein mit den Riesen zu tagen:
so ohne Scham
verschenktet ihr Frechen
Freia, mein holdes Geschwister,
froh des Schächergewerbs!
Was ist euch Harten
doch heilig und wert,
giert ihr Männer nach Macht!
FRICKA

O laughing, outrageous levity!
Loveless light-heartedness!
Had I known of your contract
I would have prevented the fraud;
but you men firmly kept
the women away
so that, deaf and silent to us,
you could deal alone with the giants.
Thus shamelessly
you brazenly bartered
Freia, my lovely sister,
and rejoiced at the base bargain.
What do you harsh men hold
sacred and valuable
when you thirst for power?
WOTAN
(ruhig)

Gleiche Gier
war Fricka wohl fremd,
als selbst um den Bau sie mich bat?
WOTAN


Was Fricka truly free
from like thirst
when she herself begged me for the building?
FRICKA

Um des Gatten Treue besorgt,
muss traurig ich wohl sinnen,
wie an mich er zu fesseln,
zieht's in die Ferne ihn fort:
herrliche Wohnung,
wonniger Hausrat
sollten dich binden
zu säumender Rast.
Doch du bei dem Wohnbau sannst
auf Wehr und Wall allein;
Herrschaft und Macht
soll er dir mehren;
nur rastlosern Sturm zu erregen,
erstand dir die ragende Burg.






Music
FRICKA

Concern over my consort's constancy
makes me sadly ponder
how to keep him by me
when he is drawn to roam away:
a stately dwelling,
splendidly appointed,
might tempt you
to tarry here and rest.
But you, in building an abode,
thought only of defences and battlements:
they would increase
your dominion and power;
only to arouse storms of unrest
did this towering castle arise.
WOTAN
(lächelnd)

Wolltest du Frau
in der Feste mich fangen,
mir Gotte musst du schon gönnen,
dass, in der Burg
gebunden, ich mir
von aussen gewinne die Welt.
Wandel und Wechsel
liebt, wer lebt;
das Spiel drum kann ich nicht sparen!
WOTAN


Though you wished, wife,
to keep me in the castle,
you must grant me, as a god,
that, even confined
in the fortress,
I must win the outside world over to myself.
All who live
love roaming and variety;
I cannot relinquish this sport.
FRICKA

Liebeloser,
leidigster Mann!
Um der Macht und Herrschaft
müssigen Tand
verspielst du in lästerndem Spott
Liebe und Weibes Wert?
FRICKA

Unloving,
most unpleasant man!
For the ilde toys
of might and dominion
Would you, in blasphemous scorn,
stake love and a woman's worth?
WOTAN
(ernst)

Um dich zum Weib zu gewinnen,
mein eines Auge
setzt' ich werbend daran;
wie törig tadelst du jetzt!
Ehr' ich die Frauen
doch mehr als dich freut;
und Freia, die gute,
geb' ich nicht auf;
nie sann dies ernstlich mein Sinn.
WOTAN


So as to win you for my wife
one of my eyes
I sacrificed to woo you:
how stupid is your scolding now!
I prize women
even more than pleases you!
And I will not yield
our good Freia:
in truth, I never had any such intention.
FRICKA
(mit ängstlicher Spannung
in die Szene blickend)


So schirme sie jetzt:
in schutzloser Angst
läuft sie nach Hülfe dort her!
FRICKA



Then protect her now;
defenceless and frightened,
she is hurrying here for help!
FREIA
(tritt, wie in hastiger Flucht auf)

Hilf mir, Schwester!
Schütze mich, Schwäher!
Vom Felsen drüben
drohte mir Fasolt,
mich Holde käm' er zu holen.

Music
FREIA


Save me, sister!
Protect me, brother!
From yonder mountain
menacing Fasolt
would come to force me, Holda, away.
WOTAN

Lass ihn droh'n!
Sahst du nicht Loge?
WOTAN

Let him threaten!
Did you not see Loge?
FRICKA

Dass am liebsten du immer
dem Listigen traust!
Viel Schlimmes schuf er uns schon,
doch stets bestrickt er dich wieder.
FRICKA

You always prefer
to trust that trickster!
Mich harm he's alredy done us,
yet ever again he ensnares you.
WOTAN

Wo freier Mut frommt,
allein frag' ich nach keinem.
Doch des Feindes Neid
zum Nutz sich fügen,
lehrt nur Schlauheit und List,
wie Loge verschlagen sie übt.
Der zum Vertrage mir riet,
versprach mir, Freia zu lösen:
auf ihn verlass' ich mich nun.
WOTAN

When simple courage suffices,
I ask for none to help me.
But to turn to use
foes' jealousy
only craft and cunning will serve,
such as Loge artfully employs.
When he counselled this contract,
he promised to deliver Freia:
on him I now rely.
FRICKA

Und er lässt dich allein!
Dort schreiten rasch
die Riesen heran:
wo harrt dein schlauer Gehülf'?
FRICKA

And he forsakes you!
With quick strides
the giants approach:
where loiters your crafty helper?
FREIA

Wo harren meine Brüder,
dass Hilfe sie brächten,
da mein Schwäher die Schwache verschenkt?
Zu Hilfe, Donner!
Hieher, hieher!
Rette Freia, mein Froh!
FREIA

Where linger my brothers,
who should bring help,
since my brother-in-law abandons me in my weakness?
Donner, help!
Come hither!
Rescue Freia, my Froh!
FRICKA

Die in bösem Bund dich verrieten,
sie alle bergen sich nun!
FRICKA

They who betrayed you in this base pact
have now all gone to ground.
(Fasolt und Fafner, beide in riesiger Gestalt, mit starken Pfählen bewaffnet, treten auf) Music  
FASOLT

Sanft schloss
Schlaf dein Aug';
wir beide bauten
Schlummers bar die Burg.
Mächt'ger Müh'
müde nie,
stauten starke
Stein' wir auf;
steiler Turm,
Tür und Tor,
deckt und schliesst
im schlanken Schloss den Saal.

(auf die Burg deutend)

Dort steht's,
was wir stemmten,
schimmernd hell,
bescheint's der Tag:
zieh nun ein,
uns zahl' den Lohn!
FASOLT

Sleep softly
sealed your eyes
while we two, unsleeping,
built the fort.
Toiling mightily
yet untiting,
we heaped up
massive stones;
a lofty tower,
door and gate
guard and enclose
the hall of the fine fortress.



There stands
what we raised,
brightly shining
in the light of day:
now pass in
and pay us our fee!
WOTAN

Nennt, Leute, den Lohn:
was dünkt euch zu bedingen?
WOTAN

Name your fee, my men:
what do you think of asking?
FASOLT

Bedungen ist,
was tauglich uns dünkt:
gemahnt es dich so matt?
Freia, die Holde,
Holda, die Freie,
vertragen ist's,
sie tragen wir heim.
FASOLT

We asked what
seemed to us fair;
is your memory so weak?
Freia the fair,
Holda the free,
it was agreed
we should take home.
WOTAN
(schnell)

Seid ihr bei Trost
mit eurem Vertrag?
Denkt auf andern Dank:
Freia ist mir nicht feil!
WOTAN


Has this contract
sent you off your heads?
Think of some other fee:
I cannot sell Freia.
FASOLT
(steht, in höchster Bestürzung,
eine Weile sprachlos)


Was sagst du?
Ha, sinnst du Verrat?
Verrat am Vertrag?
Die dein Speer birgt,
sind sie dir Spiel,
des berat'nen Bundes Runen?
FASOLT



What say you? Ha,
are you planning treachery?
Betray our bond?
The marks of solemn compact
that your spear shows,
are they but sport to you?
FAFNER
(höhnisch)

Getreu'ster Bruder,
merkst du Tropf nun Betrug?



Music
FAFNER


Most trusty brother!
Simpleton, do you now see the swindle?
FASOLT

Lichtsohn du,
leicht gefügter!
Hör' und hüte dich:
Verträgen halte Treu'!
Was du bist,
bist du nur durch Verträge;
bedungen ist,
wohl bedacht deine Macht.
Bist weiser du
als witzig wir sind,
bandest uns Freie
zum Frieden du:
all deinem Wissen fluch' ich,
fliehe weit deinen Frieden,
weisst du nicht offen,
ehrlich und frei
Verträgen zu wahren die Treu'! -
Ein dummer Riese
rät dir das:
du Weiser, wiss' es von ihm.
















Music
FASOLT

Son of light,
easily swayed,
hearken and beware:
hold firm to your bond!
What you are,
you are only by contracts:
limited
and well defined is your power.
You have more wisdom
than we have wits;
you bound us, who were free,
to keep peace:
I will curse all your wisdom
and flee from your peace
if openly,
honourably and freely
you do not know to keep faith in your bond!
A simple giant
thus counsels you:
wise one, weigh his words!
WOTAN

Wie schlau für Ernst du achtest,
was wir zum Scherz nur beschlossen!
Die liebliche Göttin,
licht und leicht,
was taugt euch Tölpeln ihr Reiz?
WOTAN

How cunning to take in earnest
what was agreed only in jest!
The lovely goddess,
bright and light,
of what use is her charm to you louts?
FASOLT

Höhnst du uns?
Ha, wie unrecht!
Die ihr durch Schönheit herrscht,
schimmernd hehres Geschlecht,
wir törig strebt ihr
nach Türmen von Stein,
setzt um Burg und Saal
Weibes Wonne zum Pfand!
Wir Plumpen plagen uns
schwitzend mit schwieliger Hand,
ein Weib zu gewinnen,
das wonnig und mild
bei uns Armen wohne;
und verkehrt nennst du den Kauf?













Music
FASOLT

Do you mock us?
Ha, how unjust!
You who rule by beauty,
radiant, august race,
how foolishly you strive
for towers of stone,
and place in pledge woman's beauty
for fortress and hall!
We dullards toil away,
sweating, with our horny hands,
to win a woman
who, winsome and gentle,
will live with us poor creatures:
and do you now upset our bargain?
FAFNER

Schweig' dein faules Schwatzen,
Gewinn werben wir nicht:
Freias Haft
hilft wenig,
doch viel gilt's,
den Göttern sie zu entreissen.

(leise)

Goldene Aepfel
wachsen in ihrem Garten;
sie allein
weiss die Äpfel zu pflegen!
Der Frucht Genuss
frommt ihren Sippen
zu ewig nie
alternder Jugend:
siech und bleich
doch sinkt ihre Blüte,
alt und schwach
schwinden sie hin,
müssen Freia sie missen.

(grob)

Ihrer Mitte drum sei sie entführt!











Music







Music
FAFNER

Cease your idle chatter,
we'll get no gain from this.
Custody of Freia serves
little purpose;
but to carry her off from the gods
is worth much.



Golden apples
grow in her garden;
only she
knows how to tend them!
By eating the fruit,
her kindred
are endowed with eternal,
never-ageing youth;
sick and wan,
their bloom will wane;
old and weak,
they will waste away
if they are forced to forego Freia.



So let her be taken from their midst!
WOTAN
(für sich)

Loge säumt zu lang!
WOTAN


Loge delays too long!
FASOLT

Schlicht gib nun Beschied!
FASOLT

Straight give your answer!
WOTAN

Sinnt auf andern Sold!
WOTAN

Think of another fee!
FASOLT

Kein andrer: Freia allein!
FASOLT

No other: only Freia!
FAFNER

Du da! Folg' uns fort!
FAFNER

You there, follow us!
(Fafner und Fasolt drigen auf Freia zu. Froh und Donner kommen eilig)  
FREIA
(fliehend)

Helft! Helft, vor den Harten!
FREIA


Help! Help from these ruffians!
FROH
(Freia in seine Arme fassend)

Zu mir, Freia!

(zu Fafner)

Meide sie, Frecher!
Froh schützt die Schöne.
FROH


To me, Freia!



Let her be, rascal!
Froh will protect the fair one.
DONNER
(sich vor die beiden Riesen stellend)

Fasolt und Fafner,
fühltet ihr schon
meines Hammers harten Schlag?
DONNER


Fasolt and Fafner,
have you yet felt
my hammer's heavy blow?
FAFNER

Was soll das Drohn?
FAFNER

Why do you threaten?
FASOLT

Was dringst du her?
Kampf kiesten wir nicht,
verlangen nur unsern Lohn.
FASOLT

Why do you rush upon us?
We sought no strife
and only want our wages.
DONNER

Schon oft zahlt' ich
Riesen den Zoll.
Kommt her, des Lohnes Last
wäg' ich mit gutem Gewicht!

(Er schwingt den Hammer)
DONNER

Many a time have I paid
giants their due.
Come on, the size of the payment
I'll weigh in full measure!


WOTAN
(seinen Speer zwischen die
Streitenden ausstreckend)


Halt, du Wilder!
Nichts durch Gewalt!
Verträge schützt
meines Speeres Schaft:
spar' deines Hammers Heft!
WOTAN



Hold, hothead!
Violence avails naught!
My spearshaft
protects bonds:
spare your hammer's haft.
FREIA

Wehe! Wehe!
Wotan verlässt mich!
FREIA

Alas! Woe's me!
Wotan forsakes me!
FRICKA

Begreif' ich dich noch,
grausamer Mann?
FRICKA

Do I understand you aright,
cruel man?
WOTAN
(wendet sich ab und sieht Loge hommen)

Endlich Loge!
Eiltest du so,
den du geschlossen,
den schlimmen Handel zu schlichten?

Music
WOTAN
(seeing Loge come)

Loge at last!
Is this how you hasten
to right the evil bargain
that you concluded?
LOGE
(ist im Hintergrunde aus dem
Tale heraufgestiegen)


Wie? Welchen Handel
hätt' ich geschlossen?
Wohl was mit den Riesen
dort im Rate du dangst?
In Tiefen und Höhen
treibt mich mein Hang:
Haus und Herd
behagt mir nicht.
Donner und Froh,
die denken an Dach und Fach,
wollen sie frei'n,
ein Haus muss sie erfreu'n.
Ein stolzer Saal,
ein starkes Schloss,
danach stand Wotans Wunsch.
Haus und Hof,
Saal und Schloss,
die selige Burg,
sie steht nun fest gebaut.
Das Prachtgemäuer
prüft' ich selbst,
ob alles fest,
forscht' ich genau:
Fasolt und Fafner
fand ich bewährt:
kein Stein wankt in Gestemm'.
Nicht müssig war ich,
wie mancher hier;
der lügt, wer lässig mich schilt!

Music




Music
LOGE



What? What bargain
did I conclude?
That which you contracted
with the giants in council?
My whim takes me
to depths and heights:
house and hearth
delight me not.
Donner and Froh,
they are dreaming of food and shelter!
When they want to wed,
a house would gladden them.
A stately home,
a stronghold,
this was Wotan's wish.
House and court,
hall and keep,
the glorious fortress
now firmly stands;
its proud walls
I myself tested;
I made sure
that all was solid;
I found Fasolt and Fafner
reliable:
not a stone but was firm in its place.
I was not idle,
as were many here:
he lies who rebukes me as lazy!
WOTAN

Arglistig
weichst du mir aus:
mich zu betrügen
hüte in Treuen dich wohl!
Von allen Göttern
dein einz'ger Freund,
nahm ich dich auf
in der übel trauenden Tross. -
Nun red' und rate klug!
Da einst die Bauer der Burg
zum Dank Freia bedangen,
du weisst, nicht anders
willigt' ich ein,
als weil auf Pflicht du gelobtest,
zu lösen das hehre Pfand.
WOTAN

You slyly
evade the point:
take good care
how you betray me in my trust.
I, your only friend
among all the gods,
took you up
when the rest mistrusted you.
Now speak and counsel well!
When those who built the castle
stipulated Freia as payment,
you know
that I agreed only
because you undertook
to redeem the noble pledge.
LOGE

Mit höchster Sorge
drauf zu sinnen,
wie es zu lösen,
das hab' ich gelobt.
Doch, dass ich fände,
was nie sich fügt,
was nie gelingt, -
wie liess sich das wohl geloben?
LOGE

To consider
with the utmost care
how to release her
that I promised.
But that I could find
what never existed
and never could succeed,
how could that ever be promised?
FRICKA
(zu Wotan)

Sieh, welch trugvollem
Schelm du getraut!
FRICKA
(to Wotan)

See what a treacherous
knave you trusted!
FROH

Loge heisst du,
doch nenn' ich dich Lüge!
FROH

Your name is Loge,
but I call you lair!
DONNER

Verfluchte Lohe,
dich lösch' ich aus!

(Donner holt auf Loge aus)
DONNER

Accursed fire,
I'll quench you!


LOGE

Ihre Schmach zu decken,
schmähen mich Dumme!
LOGE

To cover their disgrace
the fools revile me.
(Wotan tritt dazwischen)  
WOTAN

In Frieden lasst mir den Freund!
Nicht kennt ihr Loges Kunst:
reicher wiegt
seines Rates Wert,
zahlt er zögernd ihn aus.
WOTAN

Leave my friend in peace!
You know not Loge's wiles:
his counsel is
of richer weight
when he delays in giving it.
FAFNER

Nichts gezögert!
Rasch gezahlt!
FAFNER

No delays!
Pay up quickly!
FASOLT

Lang währt's mit dem Lohn!
FASOLT

We're waiting for our wages.
(Wotan wendet sich hart zu Loge)  
WOTAN
(drängend)

Jetzt hör', Störrischer!
Halte Stich!
Wo schweiftest du hin und her?
WOTAN


Now listen, shifty one!
Keep your word!
Where have you been roving?
LOGE

Immer ist Undank
Loges Lohn!
Für dich nur besorgt,
sah ich mich um,
durchstöbert' im Sturm
alle Winkel der Welt,
Ersatz für Freia zu suchen,
wie er den Riesen wohl recht.
Umsonst sucht' ich,
und sehe nun wohl:
in der Welten Ring
nichts ist so reich,
als Ersatz zu muten dem Mann
für Weibes Wonne und Werth!

(Alle geraten in Erstaunen
und verschiedenartige Betroffenheit)


So weit Leben und Weben,
In Wasser, Erd' und Luft,
viel frug' ich,
forschte bei allen,
wo Kraft nur sich rührt,
und Keime sich regen:
was wohl dem Manne
mächt'ger dünk',
als Weibes Wonne und Wert?
Doch so weit Leben und Weben,
verlacht nur ward
meine fragende List:
in Wasser, Erd' und Luft,
lassen will nichts
von Lieb' und Weib.

(Gemischte Bewegung)

Nur einen sah' ich,
der sagte der Liebe ab:
um rotes Gold
entriet er des Weibes Gunst.
Des Rheines klare Kinder
klagten mir ihre Not:
der Nibelung,
Nacht-Alberich,
buhlte vergebens
um der Badenden Gunst;
das Rheingold da
raubte sich rächend der Dieb:
das dünkt ihn nun
das teuerste Gut,
hehrer als Weibes Huld.
Um den gleissenden Tand,
der Tiefe entwandt,
erklang mir der Töchter Klage:
an dich, Wotan,
wenden sie sich,
dass zu Recht du zögest den Räuber,
das Gold dem Wasser
wieder gebest,
und ewig es bliebe ihr Eigen.

(Hingebende Bewegung aller)

Dir's zu melden,
gelobt' ich den Mädchen:
nun löste Loge sein Wort.

















Music
























Music










Music
LOGE

Ingratitude is always
Loge's lot!
Concerned but for you,
I looked about,
feverishly ransacking
the ends of the earth
to find a substitute for Freia,
such as would be fair to the giants.
In vain I searched,
and see now full well
that in the whole wide world
nothing is so rich
than a man will accept it
in lieu of woman's beauty and delight.




Wherever there is life and being,
in water, earth and air,
I asked
and sought of all,
where forces stir
and seeds sprout:
what would a man
think mighitier
than woman's beauty and delight?
But wherever there was life and being
my cunning question
was derided:
in water, earth and air
nothing will give up
love and womankind.



Only one I saw
who had forsworn love:
for shining gold
he had renounced woman's affection.
The Rhine's innocent children
bewailed their plight to me:
the Nibelung,
night-Alberich,
moped in vain
for the maidens' favours;
in revenge, the robber then
stole from them the Rhinegold;
he now esteems it
earth's most precious prize,
greater than woman's grace.
For the glittering toy
torn from the deep,
the daughters made moan to me:
to you, Wotan,
they appeal
to bring the thief to justice,
and to give the gold
back to the waters
for it to remain their own for ever.



I promised the maidens
to tell you this:
now Loge has kept his word.
WOTAN

Törig du bist,
wenn nicht gar tückisch!
Mich selbst siehst du in Not:
wie hülft' ich andern zum Heil?
WOTAN

You are mad,
if not downright malicious!
You see me in trouble myself:
how can I bring others help?
FASOLT
(der aufmerksam zugehört, zu Fafner)

Nicht gönn' ich das Gold dem Alben;
viel Not schon schuf uns der Niblung,
doch schlau entschlüpfte unserm
Zwange immer der Zwerg.
FASOLT


I grudge the gnome this gold;
much harm the Niblung has alredy done us,
yet the dwarf has always slyly
slipped from out our clutches.
FAFNER

Neue Neidtat
sinnt uns der Niblung,
gibt das Gold ihm Macht. -
Du da, Loge!
Sag' ohne Lug:
was Grosses gilt denn das Gold,
dass dem Niblung es genügt?
FAFNER

New mischief
will the Niblung plot against us
if the gold gives him power.
You there, Loge!
Say without lies:
of what great value is the gold then,
that is satisfies the Niblung?
LOGE

Ein Tand ist's
in des Wassers Tiefe,
lachenden Kindern zur Lust,
doch ward es zum runden
Reife geschmiedet,
hilft es zur höchsten Macht,
gewinnt dem Manne die Welt.
LOGE

It is a toy
in the depths of the water,
to give pleasure to laughing children;
but if it were fashioned
into a round ring
it would bestow supreme power
and win its master the world.
WOTAN
(sinnend)

Von des Rheines Gold
hört' ich raunen:
Beute-Runen
berge sein roter Glanz;
Macht und Schätze
schüf ohne Mass ein Reif.
WOTAN


I have heard talk
of the Rhine's gold:
its glittering glow hides
runes of riches;
a ring would give unbounded
power and wealth.
FRICKA
(leise zu Loge)

Taugte wohl
des goldnen Tandes
gleissend Geschmeid
auch Frauen zu schönem Schmuck?
FRICKA


Would the golden trinket's
glittering gems
equally serve
as fair adornment for women too?
LOGE

Des Gatten Treu'
ertrotzte die Frau,
trüge sie hold
den hellen Schmuck,
den schimmernd Zwerge schmieden,
rührig im Zwange des Reifs.
LOGE

A wife could ensure
her husband's fidelity
if she decked herself
with the bright ornament
that dwarfs forge to shine,
toiling in the power of the ring.
FRICKA
(schmeichelnd zu Wotan)

Gewänne mein Gatte
sich wohl das Gold?
FRICKA


Could my husband win
this gold for himself?
WOTAN
(wie in einem Zustande
wachsenden Bezauberung)


Des Reifes zu walten,
rätlich will es mich dünken.
Doch wie, Loge,
lernt' ich die Kunst?
Wie schüf' ich mir das Geschmeid'?




Music
WOTAN



To control this ring
seems wise to me.
But how, Loge,
can I learn the art
of forging this gem?
LOGE

Ein Runenzauber
zwingt das Gold zum Reif;
keiner kennt ihn;
doch einer übt ihn leicht,
der sel'ger Lieb' entsagt.

(Wotan wendet sich unmutig ab)

Das sparst du wohl;
zu spät auch kämst du:
Alberich zauderte nicht.
Zaglos gewann er
des Zaubers Macht:

(grell)

geraten ist ihm der Ring!
LOGE

A magic spell
turns the gold into a ring.
No one knows it;
but anyone can easly acquire it
who renounces blissful love.



That you will not do;
and you are too late also:
Alberich did not hesitate;
boldly he gained
the power of the spell:



the ring became his.
DONNER
(zu Wotan)

Zwang uns allen
schüfe der Zwerg,
würd' ihm der Reif nicht entrissen.
DONNER
(to Wotan)

The dwarf would have
dominion over us all
if the ring were not wrested from him.
WOTAN

Den Ring muss ich haben!
WOTAN

I must have the ring!
FROH

Leicht erringt
ohne Liebesfluch er sich jetzt.
FROH

It is easily won
now without cursing love.
LOGE
(grell)

Spottleicht,
ohne Kunst, wie im Kinderspiel!
LOGE


So easy,
without skill, like child's play!
WOTAN

So rate, wie?
WOTAN

Then tell us, how?
LOGE

Durch Raub!
Was ein Dieb stahl,
das stiehlst du dem Dieb;
ward leichter ein Eigen erlangt?
Doch mit arger Wehr
wahrt sich Alberich;
klug und fein
musst du verfahren,
ziehst den Räuber du zu Recht,
um des Rheines Töchtern,
den roten Tand,

(mit Wärme)

das Gold wiederzugeben;
denn darum flehen sie dich.
LOGE

By theft!
What a thief stole,
you steal from the thief:
could possessions be more easily acquired?
But Alberich guards himself
with guile;
you must act
shrewdly and subtly
to bring the thief to justice
and to return
to the Rhinemaidens the gold,



their shining toy;
for that is what they beg of you.
WOTAN

Des Rheines Töchtern?
Was taugt mir der Rat?
WOTAN

The Rhinemaidens?
What is this counsel to me?
FRICKA

Von dem Wassergezücht
mag ich nichts wissen:
schon manchen Mann
- mir zum Leid -
verlockten sie buhlend im Bad.
FRICKA

I wish to know nothing
of that watery brood:
many a man
- to my sorrow -
have they lured with their seductive sport.
(Wotan steht stumm mit sich kämpfend; die übrigen Götter heften in schweigender Spannung die Blicke auf ihn. Währenddem hat Fafner beiseite mit Fasolt beraten)  
FAFNER
(zu Fasolt)

Glaub' mir, mehr als Freia
frommt das gleissende Gold:
auch ew'ge Jugend erjagt,
wer durch Goldes Zauber sie zwingt.

(Fasolt Gebärde deutet an,
dass er sich wider Willen überredet fühlt)
(Fafner tritt mit Fasolt wieder an Wotan heran)


Hör', Wotan,
der Harrenden Wort!
Freia bleib' euch in Frieden;
leicht'ren Lohn
fand ich zur Lösung:
uns rauhen Riesen genügt
des Niblungen rotes Gold.
FAFNER
(to Fasolt)

Belive me, that glittering gold
is worth more that Freia:
for eternal youth he gains
who commands it by gold's magic.





Hear, Wotan,
what we have at last to say!
Freia may stay with you in peace;
an easier fee
I've found in settlement:
we rough giants would be satisfied
with the Niblung's shining gold.
WOTAN

Seid ihr bei Sinn?
Was nicht ich besitze,
soll ich euch Schamlosen schenken?
WOTAN

Have you lost your senses?
Can I give you, shameless ones,
what I do not own?
FAFNER

Schwer baute
dort sich die Burg;
leicht wird dir's
mit list'ger Gewalt
(was im Neidspiel nie uns gelang)
den Niblungen fest zu fahn.
FAFNER

The castle there
was hard to build:
it will be easy for you,
with cunning craft
(which we in quarrels could never command),
to fetter the Niblung firmly.
WOTAN

Für euch müht' ich
mich um den Alben?
Für euch fing' ich den Feind?
Unverschämt
und überbegehrlich,
macht euch Dumme mein Dank!
WOTAN

Shall I exert myself
against the gnome for you?
For you fetter the foe?
You fools,
my debt has made you shameless
and over-covetous.
FASOLT
(ergreift plötzlich Freia und führt
sie mit Fafner zur Seite)


Hieher, Maid!
In unsre Macht!
Als Pfand folgst du uns jetzt,
bis wir Lösung empfah'n!
FASOLT



Come here, girl!
You are in our power!
Follow us now as hostage
till we receive your ransom.
FREIA
(schreiend)

Wehe! Wehe! Wehe!
FREIA


Woe! Woe is me!
(Alle Götter sind in höchster Bestürzung)  
FAFNER

Fort von hier
sei sie entführt!
Bis Abend - achtet's wohl -
pflegen wir sie als Pfand;
wir kehren wieder;
doch kommen wir,
und bereit liegt nicht als Lösung
das Rheingold licht und rot -
FAFNER

Let her be carried
far from here!
Till evening - pay due heed -
we will hold her as hostage:
we shall return;
but when we come,
if as ransom the bright gleaming Rhinegold
is not lying ready -
FASOLT

Zu End' ist die Frist dann,
Freia verfallen:
für immer folge sie uns!
FASOLT

Then the time will be up
and Freia forfeit:
she will go with us for ever!
FREIA
(schreiend)

Schwester! Brüder!
Rettet! Helft!

(Sie wird von den hastig enteilenden
Riesen fortgetragen)
FREIA


Sister! Brothers!
Save me! Help

(she is dragged away by the giants
as they hurry off)
FROH

Auf, ihnen nach!
FROH

Up, after them!
DONNER

Breche denn alles!

(Sie blicken Wotan fragend an)
DONNER

Let us break everything!


FREIA
(aus der Ferne)

Rettet! Helft!
FREIA


Save me! Help!
LOGE
(den Riesen nachsehend)

Über Stock und Stein zu Tal
stapfen sie hin:
durch des Rheines Wasserfurt
waten die Riesen.
Fröhlich nicht
hängt Freia
den Rauhen über dem Rücken! -
Heia! hei!
wie taumeln die Tölpel dahin!
Durch das Tal talpen sie schon.
Wohl an Riesenheims Mark
erst halten sie Rast. -

(Er wendet sich zu den Göttern)

Was sinnt nun Wotan so wild?
Den sel'gen Göttern wie geht's?
LOGE


Over stock and stone they stride
down to the valley;
through the ford across the Rhine
wade the giants:
Freia hangs,
far from happy,
over the ruffians' shoulders!
Heia! Hei!
How the louts lurch along!
Now they tramp through the valley:
only at the boundary of Riesenheim
will they make a pause.



On what does Wotan brood so darkly?
How goes it with the glorious gods?
(Ein fahler Nebel erfüllt mit wachsender Dichtheit die Bühne; in ihm erhalten die Götter ein zunehmend bleiches und ältliches Aussehen; alle stehen bang und erwartungsvoll auf Wotan blickend, der sinnend die Augen an den Boden heftet)  
LOGE

Trügt mich ein Nebel?
Neckt mich ein Traum?
Wie bang und bleich
verblüht ihr so bald!
Euch erlischt der Wangen Licht;
der Blick eures Auges verblitzt!
Frisch, mein Froh,
noch ist's ja früh!
Deiner Hand, Donner,
entsinkt ja der Hammer!
Was ist's mit Fricka?
Freut sie sich wenig
ob Wotans grämlichem Grau,
das schier zum Greisen ihn schafft?
LOGE

Does a mist deceive me?
Does a dream mock me?
How anxious and pale
you've suddenly become!
The bloom has fled from your cheeks,
the light has faded from your eyes!
Courage, Froh,
it is but early yet!
From your hand, Donner,
the hammer falls!
How is it with Fricka?
Is she displeased
with Wotan's grey gloom
that suddenly turns him into a greybeard?
FRICKA

Wehe! Wehe!
Was ist geschehen?
FRICKA

Alas! Alas!
What has happened?
DONNER

Mir sinkt die Hand!
DONNER

My hand drops.
FROH

Mir stockt das Herz!
FROH

My heart falters.
LOGE

Jetzt fand' ich's: hört, was euch fehlt!
Von Freias Frucht
genosset ihr heute noch nicht.
Die goldnen Äpfel
in ihrem Garten,
sie machten euch tüchtig und jung,
asst ihr sie jeden Tag.
Des Gartens Pflegerin
ist nun verpfändet;
an den Ästen darbt
und dorrt das Obst,
bald fällt faul es herab. -
Mich kümmert's minder;
an mir ja kargte
Freia von je
knausernd die köstliche Frucht:
denn halb so echt nur
bin ich wie, Selige, ihr!
Doch ihr setztet alles
auf das jüngende Obst:
das wussten die Riesen wohl;
auf eurer Leben
legten sie's an:
nun sorgt, wie ihr das wahrt!
Ohne die Äpfel,
alt und grau,
greis und grämlich,
welkend zum Spott aller Welt,
erstirbt der Götter Stamm.
LOGE

I have it: hear what it is you lack!
Of Freia's fruit
you have not yet eaten today:
the golden apples
in her garden
make you hearty and young
when you eat them every day.
She who tended the garden
is now a hostage;
on the branches the fruit
fades and withers;
soon it will decay and fall.
It irks me less;
to me Freia
has always been ungenerous,
niggardly with the precious fruit:
for I am only half as godlike
as you glorious ones!
But you staked all
on the youth-giving fruit:
this the giants knew well;
your life
they laid against it:
now take care to defend it.
Without the appless,
old and gray,
hoary and haggard,
withered, the scorn of all the world,
the race of gods will die.
FRICKA
(bang)

Wotan, Gemahl,
unsel'ger Mann!
Sieh, wie dein Leichtsinn
lachend uns allen
Schimpf und Schmach erschuf!



Music
FRICKA


Wotan, husband,
unhappy man!
See how your giddy thoughtlessness
has brought disgrace and humiliation
on us all!
WOTAN
(mit plötzlichem Entschluss auffahrend)

Auf, Loge,
hinab mit mir!
Nach Nibelheim fahren wir nieder:
gewinnen will ich das Gold.
WOTAN


Come, Loge,
come down with me!
We will descend to Nibelheim:
I will procure the gold.
LOGE

Die Rheintöchter
riefen dich an:
so dürfen Erhörung sie hoffen?
LOGE

The Rhinemaidens
appealed to you:
can they hope for a hearing?
WOTAN
(heftig)

Schweige, Schwätzer!
Freia, die Gute,
Freia gilt es zu lösen!
WOTAN


Silence, babbler!
Freia the kind,
Freia we must deliver.
LOGE

Wie du befiehlst
führ' ich dich gern
steil hinab
steigen wir denn durch den Rhein?
LOGE

As you command,
I will willingly lead you
steeply down:
shall we journey through the Rhine?
WOTAN

Nicht durch den Rhein!
WOTAN

Not through the Rhine!
LOGE

So schwingen wir uns
durch die Schwefelkluft:
dort schlüpfe mit mir hinein!

(Er geht voran und verschwindet seitwärts
in einer Kluft, aus der sogleich ein
schwefliger Dampf hervorquillt)
LOGE

Then shall we swing down
through the sulphurous cleft?
Slip into it with me!




WOTAN

Ihr andern harrt
bis Abend hier:
verlorner Jugend
erjag' ich erlösendes Gold!

(Er steigt Loge nach in die Kluft hinab:
der aus ihr dringende Schwefeldampf verbreitet
sich über die ganze Bühne und erfüllt
diese schnell mit dichtem Gewölk.
Bereits sind die Zurückbleibenden unsichtbar)
WOTAN

You others wait
here till evening:
our loss of youth
I'll banish with redeeming gold!






DONNER

Fahre wohl, Wotan!
DONNER

Fare thee well, Wotan!
FROH

Glück auf! Glück auf!
FROH

Good luck! Good luck!
FRICKA

O kehre bald
zur bangenden Frau!
FRICKA

O return soon
to your anxious wife!
Der Schwefeldampf verdüstert sich zu ganz schwarzem Gewölk, welches von unten nach oben steigt; dann verwandelt sich dieses in festes, finstres Steingeklüft, das sich immer aufwärts bewegt, so dass es den Anchein hat, als aänke die Szene immer tiefer in die Erde hinab. - Von verschiedenen Seiten her dämmert aus der Ferne dunkelroter Schein auf: wachsendes Geräusch wie von Schmiedenden wird überall her vernommen. - Das Getöse der Ambosse verliert sich. Eine unabsehbar weit sich dahinziehende unterirdische Kluft wird erkennbar, die sich nach allen Seien hin in enge Schachte auszumünden schient) Music

Music