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ZWEITE SZENE Freie Gegend auf Bergeshöhen (Der hervorbrechende Tag beleuchtet mit wachsendem Glanze eine Burg mit blinkenden Zinnen, die auf einem Felsgipfel im Hintergrunde steht, zwischen diesem und dem Vordergrunde ist ein tiefes Tal, durch das der Rhein fliesst, anzunehmen. - Wotan und Fricka schlafend. - Die Burg ist ganz sichtbar geworden. Fricka erwacht; ihr Auge fällt auf die Burg) |
Music Music |
SCENE TWO An open space on the mountain-tops |
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FRICKA (erschrocken) Wotan, Gemahl, erwache! |
FRICKA Wotan, husband, awake! |
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WOTAN (forträumend) Der Wonne seligen Saal bewachen mir Tür und Tor: Mannes Ehre, ewige Macht, ragen zu endlosem Ruhm! |
WOTAN (still dreaming) Gate and door guard the sacred hall of my joy: man's honour, eternal might extend to endless fame! |
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FRICKA (rüttelt ihn) Auf, aus der Träume wonnigem Trug! Erwache, Mann, und erwäge! |
FRICKA Up, leave dreams' delightful deceit! Rouse yourself, husband, and reflect! |
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WOTAN (erwacht und erhebt sich ein wenig; sein Auge wird so gleich vom Anblick der Burg gefesselt) Vollendet das ewige Werk! Auf Berges Gipfel die Götterburg; prächtig prahlt der prangende Bau! Wie im Traum ich ihn trug, wie mein Wille ihn wies, stark und schön steht er zur Schau; hehrer, herrlicher Bau! |
WOTAN 'Tis completed, the everlasting work: on the mountain peak stands the gods' stronghold, superbly soars the resplendent building! As in my dreams I desired it, as my will directed, strong and fair it stands on show, sublime, superb structure! |
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FRICKA Nur Wonne schafft dir, was mich erschreckt? Dich freut die Burg, mir bangt es um Freia! Achtloser, lass mich erinnern des ausbedungenen Lohn's! Die Burg ist fertig, verfallen das Pfand: vergassest du, was du vergabst? |
Music |
FRICKA Do you but delight in what I dread? The fortress fills you with joy, but I fear for Freia. Reckless man, recall the price to be paid. The fort is finished, and forfeit is the pledge; have you forgotten what you engaged to pay? |
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WOTAN Wohl dünkt mich's, was sie bedangen, die dort die Burg mir gebaut; durch Vertrag zähmt' ich ihr trotzig Gezücht, dass sie die hehre Halle mir schüfen; die steht nun, dank den Starken: - um den Sold sorge dich nicht. |
WOTAN I well know what were the terms of those that built me yonder fortress; by a contact I tamed their insolent race into building me this sublime abode, which now stands - thanks to their strength: as to the price, pay that no heed. |
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FRICKA O lachend frevelnder Leichtsinn! Liebelosester Frohmut! Wusst' ich um euren Vertrag, dem Truge hätt' ich gewehrt; doch mutig entferntet ihr Männer die Frauen, um taub und ruhig vor uns, allein mit den Riesen zu tagen: so ohne Scham verschenktet ihr Frechen Freia, mein holdes Geschwister, froh des Schächergewerbs! Was ist euch Harten doch heilig und wert, giert ihr Männer nach Macht! |
FRICKA O laughing, outrageous levity! Loveless light-heartedness! Had I known of your contract I would have prevented the fraud; but you men firmly kept the women away so that, deaf and silent to us, you could deal alone with the giants. Thus shamelessly you brazenly bartered Freia, my lovely sister, and rejoiced at the base bargain. What do you harsh men hold sacred and valuable when you thirst for power? |
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WOTAN (ruhig) Gleiche Gier war Fricka wohl fremd, als selbst um den Bau sie mich bat? |
WOTAN Was Fricka truly free from like thirst when she herself begged me for the building? |
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FRICKA Um des Gatten Treue besorgt, muss traurig ich wohl sinnen, wie an mich er zu fesseln, zieht's in die Ferne ihn fort: herrliche Wohnung, wonniger Hausrat sollten dich binden zu säumender Rast. Doch du bei dem Wohnbau sannst auf Wehr und Wall allein; Herrschaft und Macht soll er dir mehren; nur rastlosern Sturm zu erregen, erstand dir die ragende Burg. |
Music |
FRICKA Concern over my consort's constancy makes me sadly ponder how to keep him by me when he is drawn to roam away: a stately dwelling, splendidly appointed, might tempt you to tarry here and rest. But you, in building an abode, thought only of defences and battlements: they would increase your dominion and power; only to arouse storms of unrest did this towering castle arise. |
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WOTAN (lächelnd) Wolltest du Frau in der Feste mich fangen, mir Gotte musst du schon gönnen, dass, in der Burg gebunden, ich mir von aussen gewinne die Welt. Wandel und Wechsel liebt, wer lebt; das Spiel drum kann ich nicht sparen! |
WOTAN Though you wished, wife, to keep me in the castle, you must grant me, as a god, that, even confined in the fortress, I must win the outside world over to myself. All who live love roaming and variety; I cannot relinquish this sport. |
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FRICKA Liebeloser, leidigster Mann! Um der Macht und Herrschaft müssigen Tand verspielst du in lästerndem Spott Liebe und Weibes Wert? |
FRICKA Unloving, most unpleasant man! For the ilde toys of might and dominion Would you, in blasphemous scorn, stake love and a woman's worth? |
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WOTAN (ernst) Um dich zum Weib zu gewinnen, mein eines Auge setzt' ich werbend daran; wie törig tadelst du jetzt! Ehr' ich die Frauen doch mehr als dich freut; und Freia, die gute, geb' ich nicht auf; nie sann dies ernstlich mein Sinn. |
WOTAN So as to win you for my wife one of my eyes I sacrificed to woo you: how stupid is your scolding now! I prize women even more than pleases you! And I will not yield our good Freia: in truth, I never had any such intention. |
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FRICKA (mit ängstlicher Spannung in die Szene blickend) So schirme sie jetzt: in schutzloser Angst läuft sie nach Hülfe dort her! |
FRICKA Then protect her now; defenceless and frightened, she is hurrying here for help! |
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FREIA (tritt, wie in hastiger Flucht auf) Hilf mir, Schwester! Schütze mich, Schwäher! Vom Felsen drüben drohte mir Fasolt, mich Holde käm' er zu holen. |
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FREIA Save me, sister! Protect me, brother! From yonder mountain menacing Fasolt would come to force me, Holda, away. |
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WOTAN Lass ihn droh'n! Sahst du nicht Loge? |
WOTAN Let him threaten! Did you not see Loge? |
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FRICKA Dass am liebsten du immer dem Listigen traust! Viel Schlimmes schuf er uns schon, doch stets bestrickt er dich wieder. |
FRICKA You always prefer to trust that trickster! Mich harm he's alredy done us, yet ever again he ensnares you. |
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WOTAN Wo freier Mut frommt, allein frag' ich nach keinem. Doch des Feindes Neid zum Nutz sich fügen, lehrt nur Schlauheit und List, wie Loge verschlagen sie übt. Der zum Vertrage mir riet, versprach mir, Freia zu lösen: auf ihn verlass' ich mich nun. |
WOTAN When simple courage suffices, I ask for none to help me. But to turn to use foes' jealousy only craft and cunning will serve, such as Loge artfully employs. When he counselled this contract, he promised to deliver Freia: on him I now rely. |
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FRICKA Und er lässt dich allein! Dort schreiten rasch die Riesen heran: wo harrt dein schlauer Gehülf'? |
FRICKA And he forsakes you! With quick strides the giants approach: where loiters your crafty helper? |
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FREIA Wo harren meine Brüder, dass Hilfe sie brächten, da mein Schwäher die Schwache verschenkt? Zu Hilfe, Donner! Hieher, hieher! Rette Freia, mein Froh! |
FREIA Where linger my brothers, who should bring help, since my brother-in-law abandons me in my weakness? Donner, help! Come hither! Rescue Freia, my Froh! |
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FRICKA Die in bösem Bund dich verrieten, sie alle bergen sich nun! |
FRICKA They who betrayed you in this base pact have now all gone to ground. |
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| (Fasolt und Fafner, beide in riesiger Gestalt, mit starken Pfählen bewaffnet, treten auf) | Music | |
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FASOLT Sanft schloss Schlaf dein Aug'; wir beide bauten Schlummers bar die Burg. Mächt'ger Müh' müde nie, stauten starke Stein' wir auf; steiler Turm, Tür und Tor, deckt und schliesst im schlanken Schloss den Saal. (auf die Burg deutend) Dort steht's, was wir stemmten, schimmernd hell, bescheint's der Tag: zieh nun ein, uns zahl' den Lohn! |
FASOLT Sleep softly sealed your eyes while we two, unsleeping, built the fort. Toiling mightily yet untiting, we heaped up massive stones; a lofty tower, door and gate guard and enclose the hall of the fine fortress. There stands what we raised, brightly shining in the light of day: now pass in and pay us our fee! |
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WOTAN Nennt, Leute, den Lohn: was dünkt euch zu bedingen? |
WOTAN Name your fee, my men: what do you think of asking? |
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FASOLT Bedungen ist, was tauglich uns dünkt: gemahnt es dich so matt? Freia, die Holde, Holda, die Freie, vertragen ist's, sie tragen wir heim. |
FASOLT We asked what seemed to us fair; is your memory so weak? Freia the fair, Holda the free, it was agreed we should take home. |
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WOTAN (schnell) Seid ihr bei Trost mit eurem Vertrag? Denkt auf andern Dank: Freia ist mir nicht feil! |
WOTAN Has this contract sent you off your heads? Think of some other fee: I cannot sell Freia. |
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FASOLT (steht, in höchster Bestürzung, eine Weile sprachlos) Was sagst du? Ha, sinnst du Verrat? Verrat am Vertrag? Die dein Speer birgt, sind sie dir Spiel, des berat'nen Bundes Runen? |
FASOLT What say you? Ha, are you planning treachery? Betray our bond? The marks of solemn compact that your spear shows, are they but sport to you? |
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FAFNER (höhnisch) Getreu'ster Bruder, merkst du Tropf nun Betrug? |
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FAFNER Most trusty brother! Simpleton, do you now see the swindle? |
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FASOLT Lichtsohn du, leicht gefügter! Hör' und hüte dich: Verträgen halte Treu'! Was du bist, bist du nur durch Verträge; bedungen ist, wohl bedacht deine Macht. Bist weiser du als witzig wir sind, bandest uns Freie zum Frieden du: all deinem Wissen fluch' ich, fliehe weit deinen Frieden, weisst du nicht offen, ehrlich und frei Verträgen zu wahren die Treu'! - Ein dummer Riese rät dir das: du Weiser, wiss' es von ihm. |
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FASOLT Son of light, easily swayed, hearken and beware: hold firm to your bond! What you are, you are only by contracts: limited and well defined is your power. You have more wisdom than we have wits; you bound us, who were free, to keep peace: I will curse all your wisdom and flee from your peace if openly, honourably and freely you do not know to keep faith in your bond! A simple giant thus counsels you: wise one, weigh his words! |
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WOTAN Wie schlau für Ernst du achtest, was wir zum Scherz nur beschlossen! Die liebliche Göttin, licht und leicht, was taugt euch Tölpeln ihr Reiz? |
WOTAN How cunning to take in earnest what was agreed only in jest! The lovely goddess, bright and light, of what use is her charm to you louts? |
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FASOLT Höhnst du uns? Ha, wie unrecht! Die ihr durch Schönheit herrscht, schimmernd hehres Geschlecht, wir törig strebt ihr nach Türmen von Stein, setzt um Burg und Saal Weibes Wonne zum Pfand! Wir Plumpen plagen uns schwitzend mit schwieliger Hand, ein Weib zu gewinnen, das wonnig und mild bei uns Armen wohne; und verkehrt nennst du den Kauf? |
Music |
FASOLT Do you mock us? Ha, how unjust! You who rule by beauty, radiant, august race, how foolishly you strive for towers of stone, and place in pledge woman's beauty for fortress and hall! We dullards toil away, sweating, with our horny hands, to win a woman who, winsome and gentle, will live with us poor creatures: and do you now upset our bargain? |
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FAFNER Schweig' dein faules Schwatzen, Gewinn werben wir nicht: Freias Haft hilft wenig, doch viel gilt's, den Göttern sie zu entreissen. (leise) Goldene Aepfel wachsen in ihrem Garten; sie allein weiss die Äpfel zu pflegen! Der Frucht Genuss frommt ihren Sippen zu ewig nie alternder Jugend: siech und bleich doch sinkt ihre Blüte, alt und schwach schwinden sie hin, müssen Freia sie missen. (grob) Ihrer Mitte drum sei sie entführt! |
Music Music |
FAFNER Cease your idle chatter, we'll get no gain from this. Custody of Freia serves little purpose; but to carry her off from the gods is worth much. Golden apples grow in her garden; only she knows how to tend them! By eating the fruit, her kindred are endowed with eternal, never-ageing youth; sick and wan, their bloom will wane; old and weak, they will waste away if they are forced to forego Freia. So let her be taken from their midst! |
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WOTAN (für sich) Loge säumt zu lang! |
WOTAN Loge delays too long! |
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FASOLT Schlicht gib nun Beschied! |
FASOLT Straight give your answer! |
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WOTAN Sinnt auf andern Sold! |
WOTAN Think of another fee! |
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FASOLT Kein andrer: Freia allein! |
FASOLT No other: only Freia! |
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FAFNER Du da! Folg' uns fort! |
FAFNER You there, follow us! |
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| (Fafner und Fasolt drigen auf Freia zu. Froh und Donner kommen eilig) | ||
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FREIA (fliehend) Helft! Helft, vor den Harten! |
FREIA Help! Help from these ruffians! |
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FROH (Freia in seine Arme fassend) Zu mir, Freia! (zu Fafner) Meide sie, Frecher! Froh schützt die Schöne. |
FROH To me, Freia! Let her be, rascal! Froh will protect the fair one. |
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DONNER (sich vor die beiden Riesen stellend) Fasolt und Fafner, fühltet ihr schon meines Hammers harten Schlag? |
DONNER Fasolt and Fafner, have you yet felt my hammer's heavy blow? |
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FAFNER Was soll das Drohn? |
FAFNER Why do you threaten? |
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FASOLT Was dringst du her? Kampf kiesten wir nicht, verlangen nur unsern Lohn. |
FASOLT Why do you rush upon us? We sought no strife and only want our wages. |
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DONNER Schon oft zahlt' ich Riesen den Zoll. Kommt her, des Lohnes Last wäg' ich mit gutem Gewicht! (Er schwingt den Hammer) |
DONNER Many a time have I paid giants their due. Come on, the size of the payment I'll weigh in full measure! |
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WOTAN (seinen Speer zwischen die Streitenden ausstreckend) Halt, du Wilder! Nichts durch Gewalt! Verträge schützt meines Speeres Schaft: spar' deines Hammers Heft! |
WOTAN Hold, hothead! Violence avails naught! My spearshaft protects bonds: spare your hammer's haft. |
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FREIA Wehe! Wehe! Wotan verlässt mich! |
FREIA Alas! Woe's me! Wotan forsakes me! |
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FRICKA Begreif' ich dich noch, grausamer Mann? |
FRICKA Do I understand you aright, cruel man? |
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WOTAN (wendet sich ab und sieht Loge hommen) Endlich Loge! Eiltest du so, den du geschlossen, den schlimmen Handel zu schlichten? |
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WOTAN (seeing Loge come) Loge at last! Is this how you hasten to right the evil bargain that you concluded? |
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LOGE (ist im Hintergrunde aus dem Tale heraufgestiegen) Wie? Welchen Handel hätt' ich geschlossen? Wohl was mit den Riesen dort im Rate du dangst? In Tiefen und Höhen treibt mich mein Hang: Haus und Herd behagt mir nicht. Donner und Froh, die denken an Dach und Fach, wollen sie frei'n, ein Haus muss sie erfreu'n. Ein stolzer Saal, ein starkes Schloss, danach stand Wotans Wunsch. Haus und Hof, Saal und Schloss, die selige Burg, sie steht nun fest gebaut. Das Prachtgemäuer prüft' ich selbst, ob alles fest, forscht' ich genau: Fasolt und Fafner fand ich bewährt: kein Stein wankt in Gestemm'. Nicht müssig war ich, wie mancher hier; der lügt, wer lässig mich schilt! |
Music Music |
LOGE What? What bargain did I conclude? That which you contracted with the giants in council? My whim takes me to depths and heights: house and hearth delight me not. Donner and Froh, they are dreaming of food and shelter! When they want to wed, a house would gladden them. A stately home, a stronghold, this was Wotan's wish. House and court, hall and keep, the glorious fortress now firmly stands; its proud walls I myself tested; I made sure that all was solid; I found Fasolt and Fafner reliable: not a stone but was firm in its place. I was not idle, as were many here: he lies who rebukes me as lazy! |
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WOTAN Arglistig weichst du mir aus: mich zu betrügen hüte in Treuen dich wohl! Von allen Göttern dein einz'ger Freund, nahm ich dich auf in der übel trauenden Tross. - Nun red' und rate klug! Da einst die Bauer der Burg zum Dank Freia bedangen, du weisst, nicht anders willigt' ich ein, als weil auf Pflicht du gelobtest, zu lösen das hehre Pfand. |
WOTAN You slyly evade the point: take good care how you betray me in my trust. I, your only friend among all the gods, took you up when the rest mistrusted you. Now speak and counsel well! When those who built the castle stipulated Freia as payment, you know that I agreed only because you undertook to redeem the noble pledge. |
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LOGE Mit höchster Sorge drauf zu sinnen, wie es zu lösen, das hab' ich gelobt. Doch, dass ich fände, was nie sich fügt, was nie gelingt, - wie liess sich das wohl geloben? |
LOGE To consider with the utmost care how to release her that I promised. But that I could find what never existed and never could succeed, how could that ever be promised? |
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FRICKA (zu Wotan) Sieh, welch trugvollem Schelm du getraut! |
FRICKA (to Wotan) See what a treacherous knave you trusted! |
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FROH Loge heisst du, doch nenn' ich dich Lüge! |
FROH Your name is Loge, but I call you lair! |
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DONNER Verfluchte Lohe, dich lösch' ich aus! (Donner holt auf Loge aus) |
DONNER Accursed fire, I'll quench you! |
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LOGE Ihre Schmach zu decken, schmähen mich Dumme! |
LOGE To cover their disgrace the fools revile me. |
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| (Wotan tritt dazwischen) | ||
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WOTAN In Frieden lasst mir den Freund! Nicht kennt ihr Loges Kunst: reicher wiegt seines Rates Wert, zahlt er zögernd ihn aus. |
WOTAN Leave my friend in peace! You know not Loge's wiles: his counsel is of richer weight when he delays in giving it. |
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FAFNER Nichts gezögert! Rasch gezahlt! |
FAFNER No delays! Pay up quickly! |
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FASOLT Lang währt's mit dem Lohn! |
FASOLT We're waiting for our wages. |
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| (Wotan wendet sich hart zu Loge) | ||
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WOTAN (drängend) Jetzt hör', Störrischer! Halte Stich! Wo schweiftest du hin und her? |
WOTAN Now listen, shifty one! Keep your word! Where have you been roving? |
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LOGE Immer ist Undank Loges Lohn! Für dich nur besorgt, sah ich mich um, durchstöbert' im Sturm alle Winkel der Welt, Ersatz für Freia zu suchen, wie er den Riesen wohl recht. Umsonst sucht' ich, und sehe nun wohl: in der Welten Ring nichts ist so reich, als Ersatz zu muten dem Mann für Weibes Wonne und Werth! (Alle geraten in Erstaunen und verschiedenartige Betroffenheit) So weit Leben und Weben, In Wasser, Erd' und Luft, viel frug' ich, forschte bei allen, wo Kraft nur sich rührt, und Keime sich regen: was wohl dem Manne mächt'ger dünk', als Weibes Wonne und Wert? Doch so weit Leben und Weben, verlacht nur ward meine fragende List: in Wasser, Erd' und Luft, lassen will nichts von Lieb' und Weib. (Gemischte Bewegung) Nur einen sah' ich, der sagte der Liebe ab: um rotes Gold entriet er des Weibes Gunst. Des Rheines klare Kinder klagten mir ihre Not: der Nibelung, Nacht-Alberich, buhlte vergebens um der Badenden Gunst; das Rheingold da raubte sich rächend der Dieb: das dünkt ihn nun das teuerste Gut, hehrer als Weibes Huld. Um den gleissenden Tand, der Tiefe entwandt, erklang mir der Töchter Klage: an dich, Wotan, wenden sie sich, dass zu Recht du zögest den Räuber, das Gold dem Wasser wieder gebest, und ewig es bliebe ihr Eigen. (Hingebende Bewegung aller) Dir's zu melden, gelobt' ich den Mädchen: nun löste Loge sein Wort. |
Music Music Music |
LOGE Ingratitude is always Loge's lot! Concerned but for you, I looked about, feverishly ransacking the ends of the earth to find a substitute for Freia, such as would be fair to the giants. In vain I searched, and see now full well that in the whole wide world nothing is so rich than a man will accept it in lieu of woman's beauty and delight. Wherever there is life and being, in water, earth and air, I asked and sought of all, where forces stir and seeds sprout: what would a man think mighitier than woman's beauty and delight? But wherever there was life and being my cunning question was derided: in water, earth and air nothing will give up love and womankind. Only one I saw who had forsworn love: for shining gold he had renounced woman's affection. The Rhine's innocent children bewailed their plight to me: the Nibelung, night-Alberich, moped in vain for the maidens' favours; in revenge, the robber then stole from them the Rhinegold; he now esteems it earth's most precious prize, greater than woman's grace. For the glittering toy torn from the deep, the daughters made moan to me: to you, Wotan, they appeal to bring the thief to justice, and to give the gold back to the waters for it to remain their own for ever. I promised the maidens to tell you this: now Loge has kept his word. |
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WOTAN Törig du bist, wenn nicht gar tückisch! Mich selbst siehst du in Not: wie hülft' ich andern zum Heil? |
WOTAN You are mad, if not downright malicious! You see me in trouble myself: how can I bring others help? |
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FASOLT (der aufmerksam zugehört, zu Fafner) Nicht gönn' ich das Gold dem Alben; viel Not schon schuf uns der Niblung, doch schlau entschlüpfte unserm Zwange immer der Zwerg. |
FASOLT I grudge the gnome this gold; much harm the Niblung has alredy done us, yet the dwarf has always slyly slipped from out our clutches. |
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FAFNER Neue Neidtat sinnt uns der Niblung, gibt das Gold ihm Macht. - Du da, Loge! Sag' ohne Lug: was Grosses gilt denn das Gold, dass dem Niblung es genügt? |
FAFNER New mischief will the Niblung plot against us if the gold gives him power. You there, Loge! Say without lies: of what great value is the gold then, that is satisfies the Niblung? |
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LOGE Ein Tand ist's in des Wassers Tiefe, lachenden Kindern zur Lust, doch ward es zum runden Reife geschmiedet, hilft es zur höchsten Macht, gewinnt dem Manne die Welt. |
LOGE It is a toy in the depths of the water, to give pleasure to laughing children; but if it were fashioned into a round ring it would bestow supreme power and win its master the world. |
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WOTAN (sinnend) Von des Rheines Gold hört' ich raunen: Beute-Runen berge sein roter Glanz; Macht und Schätze schüf ohne Mass ein Reif. |
WOTAN I have heard talk of the Rhine's gold: its glittering glow hides runes of riches; a ring would give unbounded power and wealth. |
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FRICKA (leise zu Loge) Taugte wohl des goldnen Tandes gleissend Geschmeid auch Frauen zu schönem Schmuck? |
FRICKA Would the golden trinket's glittering gems equally serve as fair adornment for women too? |
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LOGE Des Gatten Treu' ertrotzte die Frau, trüge sie hold den hellen Schmuck, den schimmernd Zwerge schmieden, rührig im Zwange des Reifs. |
LOGE A wife could ensure her husband's fidelity if she decked herself with the bright ornament that dwarfs forge to shine, toiling in the power of the ring. |
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FRICKA (schmeichelnd zu Wotan) Gewänne mein Gatte sich wohl das Gold? |
FRICKA Could my husband win this gold for himself? |
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WOTAN (wie in einem Zustande wachsenden Bezauberung) Des Reifes zu walten, rätlich will es mich dünken. Doch wie, Loge, lernt' ich die Kunst? Wie schüf' ich mir das Geschmeid'? |
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WOTAN To control this ring seems wise to me. But how, Loge, can I learn the art of forging this gem? |
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LOGE Ein Runenzauber zwingt das Gold zum Reif; keiner kennt ihn; doch einer übt ihn leicht, der sel'ger Lieb' entsagt. (Wotan wendet sich unmutig ab) Das sparst du wohl; zu spät auch kämst du: Alberich zauderte nicht. Zaglos gewann er des Zaubers Macht: (grell) geraten ist ihm der Ring! |
LOGE A magic spell turns the gold into a ring. No one knows it; but anyone can easly acquire it who renounces blissful love. That you will not do; and you are too late also: Alberich did not hesitate; boldly he gained the power of the spell: the ring became his. |
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DONNER (zu Wotan) Zwang uns allen schüfe der Zwerg, würd' ihm der Reif nicht entrissen. |
DONNER (to Wotan) The dwarf would have dominion over us all if the ring were not wrested from him. |
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WOTAN Den Ring muss ich haben! |
WOTAN I must have the ring! |
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FROH Leicht erringt ohne Liebesfluch er sich jetzt. |
FROH It is easily won now without cursing love. |
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LOGE (grell) Spottleicht, ohne Kunst, wie im Kinderspiel! |
LOGE So easy, without skill, like child's play! |
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WOTAN So rate, wie? |
WOTAN Then tell us, how? |
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LOGE Durch Raub! Was ein Dieb stahl, das stiehlst du dem Dieb; ward leichter ein Eigen erlangt? Doch mit arger Wehr wahrt sich Alberich; klug und fein musst du verfahren, ziehst den Räuber du zu Recht, um des Rheines Töchtern, den roten Tand, (mit Wärme) das Gold wiederzugeben; denn darum flehen sie dich. |
LOGE By theft! What a thief stole, you steal from the thief: could possessions be more easily acquired? But Alberich guards himself with guile; you must act shrewdly and subtly to bring the thief to justice and to return to the Rhinemaidens the gold, their shining toy; for that is what they beg of you. |
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WOTAN Des Rheines Töchtern? Was taugt mir der Rat? |
WOTAN The Rhinemaidens? What is this counsel to me? |
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FRICKA Von dem Wassergezücht mag ich nichts wissen: schon manchen Mann - mir zum Leid - verlockten sie buhlend im Bad. |
FRICKA I wish to know nothing of that watery brood: many a man - to my sorrow - have they lured with their seductive sport. |
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| (Wotan steht stumm mit sich kämpfend; die übrigen Götter heften in schweigender Spannung die Blicke auf ihn. Währenddem hat Fafner beiseite mit Fasolt beraten) | ||
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FAFNER (zu Fasolt) Glaub' mir, mehr als Freia frommt das gleissende Gold: auch ew'ge Jugend erjagt, wer durch Goldes Zauber sie zwingt. (Fasolt Gebärde deutet an, dass er sich wider Willen überredet fühlt) (Fafner tritt mit Fasolt wieder an Wotan heran) Hör', Wotan, der Harrenden Wort! Freia bleib' euch in Frieden; leicht'ren Lohn fand ich zur Lösung: uns rauhen Riesen genügt des Niblungen rotes Gold. |
FAFNER (to Fasolt) Belive me, that glittering gold is worth more that Freia: for eternal youth he gains who commands it by gold's magic. Hear, Wotan, what we have at last to say! Freia may stay with you in peace; an easier fee I've found in settlement: we rough giants would be satisfied with the Niblung's shining gold. |
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WOTAN Seid ihr bei Sinn? Was nicht ich besitze, soll ich euch Schamlosen schenken? |
WOTAN Have you lost your senses? Can I give you, shameless ones, what I do not own? |
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FAFNER Schwer baute dort sich die Burg; leicht wird dir's mit list'ger Gewalt (was im Neidspiel nie uns gelang) den Niblungen fest zu fahn. |
FAFNER The castle there was hard to build: it will be easy for you, with cunning craft (which we in quarrels could never command), to fetter the Niblung firmly. |
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WOTAN Für euch müht' ich mich um den Alben? Für euch fing' ich den Feind? Unverschämt und überbegehrlich, macht euch Dumme mein Dank! |
WOTAN Shall I exert myself against the gnome for you? For you fetter the foe? You fools, my debt has made you shameless and over-covetous. |
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FASOLT (ergreift plötzlich Freia und führt sie mit Fafner zur Seite) Hieher, Maid! In unsre Macht! Als Pfand folgst du uns jetzt, bis wir Lösung empfah'n! |
FASOLT Come here, girl! You are in our power! Follow us now as hostage till we receive your ransom. |
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FREIA (schreiend) Wehe! Wehe! Wehe! |
FREIA Woe! Woe is me! |
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| (Alle Götter sind in höchster Bestürzung) | ||
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FAFNER Fort von hier sei sie entführt! Bis Abend - achtet's wohl - pflegen wir sie als Pfand; wir kehren wieder; doch kommen wir, und bereit liegt nicht als Lösung das Rheingold licht und rot - |
FAFNER Let her be carried far from here! Till evening - pay due heed - we will hold her as hostage: we shall return; but when we come, if as ransom the bright gleaming Rhinegold is not lying ready - |
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FASOLT Zu End' ist die Frist dann, Freia verfallen: für immer folge sie uns! |
FASOLT Then the time will be up and Freia forfeit: she will go with us for ever! |
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FREIA (schreiend) Schwester! Brüder! Rettet! Helft! (Sie wird von den hastig enteilenden Riesen fortgetragen) |
FREIA Sister! Brothers! Save me! Help (she is dragged away by the giants as they hurry off) |
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FROH Auf, ihnen nach! |
FROH Up, after them! |
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DONNER Breche denn alles! (Sie blicken Wotan fragend an) |
DONNER Let us break everything! |
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FREIA (aus der Ferne) Rettet! Helft! |
FREIA Save me! Help! |
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LOGE (den Riesen nachsehend) Über Stock und Stein zu Tal stapfen sie hin: durch des Rheines Wasserfurt waten die Riesen. Fröhlich nicht hängt Freia den Rauhen über dem Rücken! - Heia! hei! wie taumeln die Tölpel dahin! Durch das Tal talpen sie schon. Wohl an Riesenheims Mark erst halten sie Rast. - (Er wendet sich zu den Göttern) Was sinnt nun Wotan so wild? Den sel'gen Göttern wie geht's? |
LOGE Over stock and stone they stride down to the valley; through the ford across the Rhine wade the giants: Freia hangs, far from happy, over the ruffians' shoulders! Heia! Hei! How the louts lurch along! Now they tramp through the valley: only at the boundary of Riesenheim will they make a pause. On what does Wotan brood so darkly? How goes it with the glorious gods? |
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| (Ein fahler Nebel erfüllt mit wachsender Dichtheit die Bühne; in ihm erhalten die Götter ein zunehmend bleiches und ältliches Aussehen; alle stehen bang und erwartungsvoll auf Wotan blickend, der sinnend die Augen an den Boden heftet) | ||
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LOGE Trügt mich ein Nebel? Neckt mich ein Traum? Wie bang und bleich verblüht ihr so bald! Euch erlischt der Wangen Licht; der Blick eures Auges verblitzt! Frisch, mein Froh, noch ist's ja früh! Deiner Hand, Donner, entsinkt ja der Hammer! Was ist's mit Fricka? Freut sie sich wenig ob Wotans grämlichem Grau, das schier zum Greisen ihn schafft? |
LOGE Does a mist deceive me? Does a dream mock me? How anxious and pale you've suddenly become! The bloom has fled from your cheeks, the light has faded from your eyes! Courage, Froh, it is but early yet! From your hand, Donner, the hammer falls! How is it with Fricka? Is she displeased with Wotan's grey gloom that suddenly turns him into a greybeard? |
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FRICKA Wehe! Wehe! Was ist geschehen? |
FRICKA Alas! Alas! What has happened? |
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DONNER Mir sinkt die Hand! |
DONNER My hand drops. |
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FROH Mir stockt das Herz! |
FROH My heart falters. |
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LOGE Jetzt fand' ich's: hört, was euch fehlt! Von Freias Frucht genosset ihr heute noch nicht. Die goldnen Äpfel in ihrem Garten, sie machten euch tüchtig und jung, asst ihr sie jeden Tag. Des Gartens Pflegerin ist nun verpfändet; an den Ästen darbt und dorrt das Obst, bald fällt faul es herab. - Mich kümmert's minder; an mir ja kargte Freia von je knausernd die köstliche Frucht: denn halb so echt nur bin ich wie, Selige, ihr! Doch ihr setztet alles auf das jüngende Obst: das wussten die Riesen wohl; auf eurer Leben legten sie's an: nun sorgt, wie ihr das wahrt! Ohne die Äpfel, alt und grau, greis und grämlich, welkend zum Spott aller Welt, erstirbt der Götter Stamm. |
LOGE I have it: hear what it is you lack! Of Freia's fruit you have not yet eaten today: the golden apples in her garden make you hearty and young when you eat them every day. She who tended the garden is now a hostage; on the branches the fruit fades and withers; soon it will decay and fall. It irks me less; to me Freia has always been ungenerous, niggardly with the precious fruit: for I am only half as godlike as you glorious ones! But you staked all on the youth-giving fruit: this the giants knew well; your life they laid against it: now take care to defend it. Without the appless, old and gray, hoary and haggard, withered, the scorn of all the world, the race of gods will die. |
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FRICKA (bang) Wotan, Gemahl, unsel'ger Mann! Sieh, wie dein Leichtsinn lachend uns allen Schimpf und Schmach erschuf! |
Music |
FRICKA Wotan, husband, unhappy man! See how your giddy thoughtlessness has brought disgrace and humiliation on us all! |
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WOTAN (mit plötzlichem Entschluss auffahrend) Auf, Loge, hinab mit mir! Nach Nibelheim fahren wir nieder: gewinnen will ich das Gold. |
WOTAN Come, Loge, come down with me! We will descend to Nibelheim: I will procure the gold. |
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LOGE Die Rheintöchter riefen dich an: so dürfen Erhörung sie hoffen? |
LOGE The Rhinemaidens appealed to you: can they hope for a hearing? |
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WOTAN (heftig) Schweige, Schwätzer! Freia, die Gute, Freia gilt es zu lösen! |
WOTAN Silence, babbler! Freia the kind, Freia we must deliver. |
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LOGE Wie du befiehlst führ' ich dich gern steil hinab steigen wir denn durch den Rhein? |
LOGE As you command, I will willingly lead you steeply down: shall we journey through the Rhine? |
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WOTAN Nicht durch den Rhein! |
WOTAN Not through the Rhine! |
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LOGE So schwingen wir uns durch die Schwefelkluft: dort schlüpfe mit mir hinein! (Er geht voran und verschwindet seitwärts in einer Kluft, aus der sogleich ein schwefliger Dampf hervorquillt) |
LOGE Then shall we swing down through the sulphurous cleft? Slip into it with me! |
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WOTAN Ihr andern harrt bis Abend hier: verlorner Jugend erjag' ich erlösendes Gold! (Er steigt Loge nach in die Kluft hinab: der aus ihr dringende Schwefeldampf verbreitet sich über die ganze Bühne und erfüllt diese schnell mit dichtem Gewölk. Bereits sind die Zurückbleibenden unsichtbar) |
WOTAN You others wait here till evening: our loss of youth I'll banish with redeeming gold! |
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DONNER Fahre wohl, Wotan! |
DONNER Fare thee well, Wotan! |
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FROH Glück auf! Glück auf! |
FROH Good luck! Good luck! |
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FRICKA O kehre bald zur bangenden Frau! |
FRICKA O return soon to your anxious wife! |
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| Der Schwefeldampf verdüstert sich zu ganz schwarzem Gewölk, welches von unten nach oben steigt; dann verwandelt sich dieses in festes, finstres Steingeklüft, das sich immer aufwärts bewegt, so dass es den Anchein hat, als aänke die Szene immer tiefer in die Erde hinab. - Von verschiedenen Seiten her dämmert aus der Ferne dunkelroter Schein auf: wachsendes Geräusch wie von Schmiedenden wird überall her vernommen. - Das Getöse der Ambosse verliert sich. Eine unabsehbar weit sich dahinziehende unterirdische Kluft wird erkennbar, die sich nach allen Seien hin in enge Schachte auszumünden schient) |
Music Music |