RichardWagner
Libretti
Das Rheingold

VIERTE SZENE

Freie Gegend auf Bergeshöhen


(Die Aussicht ist noch in fahle Nebel verhüllt wie am Schluss der zweiten Szene)
SCENE FOUR

An open space on the mountain-tops
LOGE

Da, Vetter,
sitze du fest!
Luge Liebster,
dort liegt die Welt,
die du Lungrer gewinnen dir willst:
welch Stellchen, sag',
bestimmst du drin mir zu Stall?

(Er schlägt tanzend ihm Schnippchen)
LOGE

Sit tight there,
kinsman!
Look, my dear,
there lies the world
that you wanted to win for yourself, you loafer.
What spot, tell me,
will you allow me for my sty?


ALBERICH

Schändlicher Schächer!
Du Schalk! Du Schelm!
Löse den Bast,
binde mich los,
den Frevel sonst büssest du Frecher!
ALBERICH

Rascally robber!
Rogue! Ruffian!
Loosen my bonds
and set me free,
or you'll rue this outrage, you wretch!
WOTAN

Gefangen bist du,
fest mir gefesselt,
wie du die Welt,
was lebt und webt,
in deiner Gewalt schon wähntest,
in Banden liegst du vor mir,
du Banger kannst es nicht leugnen!
Zu ledigen dich,
bedarf 's nun der Lösung.
WOTAN

You are captured,
caught in my chains;
as you fancied the world,
with all that in it lives and moves,
lay in your power,
you lie in fetters before me.
Wretch, you cannot deny it!
Now to set you free
a ransom is demanded.
ALBERICH

O ich Tropf,
ich träumender Tor!
Wie dumm traut' ich
dem diebischen Trug!
Furchtbare Rache
räche den Fehl!
ALBERICH

Dolt that I am!
Dreaming idiot!
How stupid to trust
this thievish trick!
Terrible vengeance
I vow for this wrong!
LOGE

Soll Rache dir frommen,
vor allem rate dich frei:
dem gebundnen Manne
büsst kein Freier den Frevel.
Drum, sinnst du auf Rache,
rasch ohne Säumen
sorg' um die Lösung zunächst!

(Er zeigt ihm, den Fingern schnalzend,
die Art der Lösung an)
LOGE

If revenge is to avail you,
first you must set yourself free:
to a fettered man
no free soul makes amends.
So if you relish thoughts of revenge,
quick, without delay
first think about the ransom!



ALBERICH
(barsch)

So heischt, was ihr begehrt!
ALBERICH


Then say what it is you want.
WOTAN

Den Hort und dein helles Gold.
WOTAN

The treasure and your gleaming gold.
ALBERICH

Gieriges Gaunergezücht!

(für sich)

Doch behalt' ich mir nur den Ring,
des Hortes entrat' ich dann leicht;
denn von neuem gewonnen
und wonnig genährt
ist er bald durch des Ringes Gebot:
eine Witzigung wär's,
die weise mich macht;
zu teuer nicht zahl' ich,
lass' für die Lehre ich den Tand.
ALBERICH

Greedy gang of rougues!



But if I keep only the ring
I could easily spare the treasure:
for to win new wealth
and joyfully increase it
would soon be done at the ring's command.
It would be a warning
to make me wise:
I shall not pay too dear for my education
if the lesson costs me only these baubles.
WOTAN

Erlegst du den Hort?
WOTAN

Will you yield the treasure?
ALBERICH

Löst mir die Hand,
so ruf' ich ihn her.

(Loge löst ihm die Schlinge
an der rechten Hand)

(berührt den Ring mit den Lippen
und murmelt heimlich einen Befehl)


Wohlan, die Nibelungen
rief ich mir nah'.
Ihrem Herrn gehorchend,
hör' ich den Hort
aus der Tiefe sie führen zu Tag:
nun löst mich vom lästigen Band!
ALBERICH

Loosen my hand
and I'll summon it.







Well then, I've called
the Niblungs to me:
obedient to their master,
I hear them hauling the hoard
from the depths to the daylight.
Now loosen my burdensome bonds!
WOTAN

Nicht eh'r, bis alles gezahlt.
WOTAN

Not until all has been paid.
(Die Nibelungen steigen aus der Kluft herauf, mit den Geschmeiden des Hortes beladen. - Während des Folgenden schichten die Nibelungen den Hort auf) (The Nibelungs climb out of the cleft)
ALBERICH

O schändliche Schmach!
Dass die scheuen Knechte
geknebelt selbst mich ersch'aun!

(zu den Nibelungen)

Dorthin geführt,
wie ich's befehlt'!
All zu Hauf
schichtet den Hort!
Helf' ich euch Lahmen?
Hieher nicht gelugt!
Rasch da, rasch!
Dann rührt euch von hinnen,
dass ihr mir schafft!
Fort in die Schachten!
Weh' euch, find' ich euch faul!
Auf den Fersen folg' ich euch nach!

(Er küsst seinen Ring und streckt ihn
gebieterisch aus. - Wie von einem Schlage
getroffen, drängen sich die Nibelungen
scheu und ängstlich der Kluft zu,
in die sie schnell hinabschlüpfen)


Gezahlt hab' ich;
nun lasst mich zieh'n:
und das Helmgeschmeid',
das Loge dort hält,
das gebt mir nun gütlich zurück!
ALBERICH

O shameful humiliation,
that my trembling slaves
should see me captive myself!

(to the Nibelungs)

Bring it in there
as I command!
Pile the hoard
into a heap!
Shall I help you cripples?
Don't glance over here!
Quick there, quick!
Then get out of here,
back to your labour for me!
Off to your pits!
Woe betide you if I find you idle!
I am following hard at your heels.







I have paid:
now let me depart.
And the wrought helmet
that Loge is holding there,
now kindly give it back to me.
LOGE
(den Tarnhelm auf den Hort werfend)

Zur Busse gehört auch die Beute.
LOGE


This trophy too belongs to the ransom.
ALBERICH

Verfluchter Dieb!

(leise)

Doch nur Geduld!
Der den alten mir schuf,
schafft einen andern:
noch halt' ich die Macht,
der Mime gehorcht.
Schlimm zwar ist's,
dem schlauen Feind
zu lassen die listige Wehr!
Nun denn! Alberich
liess euch alles:
jetzt löst, ihr Bösen, das Band.
ALBERICH

Accursed thief!



But patience!
He who made the old one
can make me another:
mine is still the might
that Mime obeys.
Yet it's hard to leave
my most cunning weapon
to my crafty foes!
Well now! Alberich
has left you everything:
now, bullies, loosen my bonds!
LOGE
(zu Wotan)

Bist du befriedigt?
Lass' ich ihn frei?
LOGE
(to Wotan)

Are you satisfied?
Shall I untie him?
WOTAN

Ein goldner Ring
ragt dir am Finger;
hörst du, Alp?
Der, acht' ich, gehört mit zum Hort.
WOTAN

A golden ring
rests upon your finger:
do you hear, gnome
That, in my view, belongs to the hoard.
ALBERICH
(entsetzt)

Der Ring?
ALBERICH


The ring?
WOTAN

Zu deiner Lösung
musst du ihn lassen.
WOTAN

To be freed
you must forfeit it.
ALBERICH
(bebend)

Das Leben, doch nicht den Ring!
ALBERICH


My life, but not the ring!
WOTAN
(heftiger)

Den Reif' verlang' ich,
mit dem Leben mach', was du willst!
WOTAN


I require the ring:
with your life do what you will!
ALBERICH

Lös' ich mir Leib und Leben,
den Ring auch muss ich mir lösen;
Hand und Haupt,
Aug' und Ohr
sind nicht mehr mein Eigen,
als hier dieser rote Ring!
ALBERICH

I lose limb and life
if I must lose the ring too;
hand and heard,
eye and ear
are not more my own
than this shining ring!
WOTAN

Dein Eigen nennst du den Ring?
Rasest du, schamloser Albe?
Nüchtern sag',
wem entnahmst du das Gold,
daraus du den schimmernden schufst?
War's dein Eigen,
was du Arger
der Wassertiefe entwandt?
Bei des Rheines Töchtern
hole dir Rat,
ob ihr Gold sie
zu eigen dir gaben,
das du zum Ring dir geraubt!
WOTAN

You call the ring your own?
Are you raving, shameless gnome?
Tell me truly,
from whom did you take the gold
from which you made the ring?
Was it your own,
that you wickedly
stole it from the water's depths?
Ask
the Rhine's daughters
whether they gave you for your own
their gold
that you robbed for the ring.
ALBERICH

Schmähliche Tücke!
Schändlicher Trug!
Wirfst du Schächer
die Schuld mir vor,
die dir so wonnig erwünscht?
Wie gern raubtest
du selbst dem Rheine das Gold,
war nur so leicht
die Kunst, es zu schmieden, erlangt?
Wie glückt es nun
dir Gleissner zum Heil,
dass der Niblung, ich,
aus schmählicher Not,
in des Zornes Zwange,
den schrecklichen Zauber gewann,
dess' Werk nun lustig dir lacht?
Des Unseligen,
Angstversehrten
fluchfertige,
furchtbare Tat,
zu fürstlichem Tand
soll sie fröhlich dir taugen,
zur Freude dir frommen mein Fluch? -
Hüte dich,
herrischer Gott!
Frevelte ich,
so frevelt' ich frei an mir:
doch an allem, was war,
ist und wird,
frevelst, Ewiger, du,
entreissest du frech mir den Ring!
ALBERICH

Base trickery,
vile deceit!
Thief, do you throw
on me the blame
for what you so dearly desired
How gladly you yourself would have robbed
the Rhine of its gold
had you so easily found
the way to forge it!
Hypocrite, how well
it worked for you
that I the Niblung,
in shame and distress,
maddened by fury,
gained the terrible magic
whose work now gaily gladdens you!
Must this fatal,
fearful deed of one
most wretched
and wracked with fear
lightly serve you as a royal toy,
my curse serve
but for your pleasure?
Take heed,
haughty god!
If I sinned,
I sinned only against myself;
but you, immortal one,
sin against all that was,
is and shall be
if recklessly you seize my ring!
WOTAN

Her der Ring!
Kein Recht an ihm
schwörst du schwatzend dir zu.

(Er ergreift Alberich und entzieht seinem
Finger mit heftiger Gewalt den Ring)
WOTAN

Surrender the ring!
No right to it
can your prattle prove.



ALBERICH
(grässlich aufschreiend)

Ha! Zertrümmert! Zerknickt!
Der Traurigen traurigster Knecht!
ALBERICH


Ah! Crushed! Shattered!
Of wretches the wretchedest slave!
WOTAN
(den Ring betrachtend)

Nun halt' ich, was mich erhebt,
der Mächtigen mächtigsten Herrn!

(Er steckt den Ring an)
WOTAN


Now I possess what will make me
the mightiest of mighty lords!


LOGE
(zu Wotan)

Ist er gelöst?
LOGE
(to Wotan)

Is he to go free?
WOTAN

Bind' ihn los!
WOTAN

Set him free!
(Loge löst Alberich vollends die Bande)  
LOGE
(zu Alberich)

Schlüpfe denn heim!
Keine Schlinge hält dich:
frei fahre dahin!
LOGE
(to Alberich)

Slink off home!
No knot holds you:
go your way freely!
ALBERICH
(sich erhebend)

Bin ich nun frei?

(wütend lachend)

Wirklich frei? -
So grüss' euch denn
meiner Freiheit erster Gruss! -
Wie durch Fluch er mir geriet,
verflucht sei dieser Ring!
Gab sein Gold
mir Macht ohne Mass,
nun zeug' sein Zauber
Tod dem, der ihn trägt!
Kein Froher soll
seiner sich freun,
keinem Glücklichen lache
sein lichter Glanz!
Wer ihn besitzt,
den sehre die Sorge,
und wer ihn nicht hat,
den nage der Neid!
Jeder giere
nach seinem Gut,
doch keiner geniesse
mit Nutzen sein!
Ohne Wucher hüt' ihn sein Herr;
doch den Würger zieh' er ihm zu!
Dem Tode verfallen,
fessle den Feigen die Furcht:
solang er lebt,
sterb' er lechzend dahin,
des Ringes Herr
als des Ringes Knecht:
bis in meiner Hand
den geraubten wieder ich halte! -
So segnet
in höchster Not
der Nibelung seinen Ring!
Behalt' ihn nun,

(lachend)

hüte ihn wohl:

(grimming)

meinem Fluch fliehest du nicht!

(Er verschwindet schnell in der Kluft. -
Der dichte Nebelduft des Vordergrundes
klärt sich allmählich auf)

Music








Music
ALBERICH


Am I free now?



Truly free?
Then thus I give you
my freedom's first greeting!
Since by curse it came to me,
accursed be this ring!
Since its gold gave me
measureless might,
now may its magic bring
death to whoever wears it!
It shall gladden
no happy man;
its bright gleam shall light
on no one lucky!
Whoever possesses it
shall be consumed with care,
and whoever has it not
be gnawed with envy!
Each shall itch
to possess it,
but none in it
shall find pleasure!
Its owner shall guard it profitlessly,
for through it he shall meet his executioner!
Forfeit to death,
faint with fear shall he be fettered;
the length of his life
he shall long to die,
the ring's master
to the ring a slave,
until again I hold in my hands
what was stolen!
Thus, in direst distress,
the Niblung blesses
his ring!
Keep it now,



guard it well;



my curse you cannot escape!




LOGE

Lauschtest du
seinem Liebesgruss?
LOGE

Did you heed
his fond farewell?
WOTAN
(in den Anblick des Ringes
an seiner Hand versunken)


Gönn' ihm die geifernde Lust!
WOTAN



Let him give vent to his fury!
(Er wird immer heller)  
LOGE
(nach rechts in die Szene blickend)

Fasolt und Fafner
nahen von fern:
Freia führen sie her.
LOGE


From afar Fasolt and Fafner
are approaching;
they are bringing Freia back.
(Aus dem sich immer mehr zerteilenden Nebel erscheinen Donner, Froh und Fricka und eilen dem Vordergrunde zu)  
FROH

Sie kehren zurück!
FROH

They have returned.
DONNER

Willkommen, Bruder!
DONNER

Welcome, brother!
FRICKA
(besorgt zu Wotan)

Bringst du gute Kunde?
FRICKA


Do you bring good tidings?
LOGE
(auf den Hort deutend)

Mit List und Gewalt
gelang das Werk:
dort liegt, was Freia löst.
LOGE


By craft and force
we carried out the task:
there lies what will free Freia.
DONNER

Aus der Riesen Haft
naht dort die Holde.
DONNER

From the giants' grasp
our fair one approaches.
FROH

Wie liebliche Luft
wieder uns weht,
wonnig' Gefühl
die Sinne erfüllt!
Traurig ging es uns allen,
getrennt für immer von ihr,
die leidlos ewiger Jugend
jubelnde Lust uns verleiht.
FROH

How soft the breeze
which breathes on us again;
a feeling of bliss
fills our senses.
It would be gloomy for us all
to be for ever separated from her
who gives us painless perpetual youth
and joyous delight.
(Fasolt und Fafner treten auf, Freia zwischen sich führend. Der Vordergrund ist wieder ganz hell geworden; das Aussehen der Götter gewinnt durch das Licht wieder die erste Frische; über dem Hintergrunde haftet jedoch noch der Nebelschleier, so dass die ferne Burg unsichtbar bleibt. Fricka eilt freudig auf die Schwester zu, um sie zu umarmen)  
FRICKA

Lieblichste Schwester,
süsseste Lust!
Bist du mir wieder gewonnen?
FRICKA

Dearest sister,
sweetest delight!
Are you restored to me?
FASOLT
(ihr wehrend)

Halt! Nicht sie berührt!
Noch gehört sie uns.
Auf Riesenheims
ragender Mark
rasteten wir;
mit treuem Mut
des Vertrages Pfand
pflegten wir.
So sehr mich's reut,
zurück doch bring' ich's,
erlegt uns Brüdern
die Lösung ihr.
FASOLT


Stop! Do not touch her!
She still belongs to us.
At Riesenheim's
towering boundary
we stopped to rest:
honourably
we tended
the pledge for the pact.
Much as I regret it,
I am returning her
for us brothers
to be paid her ransom.
WOTAN

Bereit liegt die Lösung:
des Goldes Mass
sei nun gütlich gemessen.
WOTAN

The ransom lies ready: now
the amount of gold
shall be fully measured.
FASOLT

Das Weib zu missen,
wisse, gemutet mich weh:
soll aus dem Sinn sie mir schwinden
des Geschmeides Hort
häufet denn so,
dass meinem Blick
die Blühende ganz er verdeck'!
FASOLT

Know that to do without the woman
saddens us sorley:
if she is to be banished from my mind,
the hoard of treasure
must be heaped so high
that it completely hides
the lovely one from my sight!
WOTAN

So stellt das Mass
nach Freias Gestalt!
WOTAN

Then Freia's form
shall be the measure.
(Freia wird von den beiden Riesen in die Mitte gestellt. - Darauf stossen sie ihre Pfähle zu Freias beiden Seiten so in den Boden, dass sie gleiche Höhe und Breite mit ihrer Gestalt messen)  
FAFNER

Gepflanzt sind die Pfähle
nach Pfandes Mass;
Gehäuft nun füll' es der Hort!
FAFNER

These poles we've planted
to the measure of the pledge:
now fill the space full with the hoard.
WOTAN

Eilt mit dem Werk:
widerlich ist mir's!
WOTAN

Hurry with the work:
it is repugnant to me!
LOGE

Hilf mir, Froh!
LOGE

Help me, Froh!
FROH

Freias Schmach
eil' ich zu enden.
FROH

I'll hasten to put an end
to Freia's shame.
(Loge und Froh häufen hastig zwischen den Pfählen das Geschmeide)  
FAFNER

Nicht so leicht
und locker gefügt!

(Er drückt mit roher Kraft die
Geschmeide dicht zusammen)


Fest und dicht
füll' er das Mass.

(Er beugt sich, um nach
Lücken zu spähen)


Hier lug' ich noch durch:
verstopft mir die Lücken!
FAFNER

Not so light
and loosely packed!




Fill the measure
firm and close!




I can still see through it here:
stop up these chinks!
LOGE

Zurück, du Grober!
Greif' mir nichts an!
LOGE

Stand back, cold!
Keep your hands off!
FAFNER

Hierher! die Klinze verklemmt!
FAFNER

Here! Close these crevices!
WOTAN
(unmutig sich abwendend)

Tief in der Brust
brennt mir die Schmach!
WOTAN


Deep in my breast
burns my disgrace.
FRICKA
(den Blick auf Freia geheftet)

Sieh, wie in Scham
schmählich die Edle steht:
um Erlösung fleht
stumm der leidende Blick.
Böser Mann!
der Minnigen botest du das!
FRICKA


See how our pure one
stands humiliated and ashamed:
her anguished look
mutely pleads for release.
Wicked man,
to ask this of a loved one!
FAFNER

Noch mehr!
Noch mehr hierher!
FAFNER

Still more!
Yet more on here!
DONNER

Kaum halt' ich mich:
schäumende Wut
weckt mir der schamlose Wicht!
Hierher, du Hund!
Willst du messen,
so miss dich selber mit mir!
DONNER

I can scarcely contain myself:
boiling rage
this shameless rogue rouses in my breast!
Come here, you cur!
If you want to measure,
measure yourself against me!
FAFNER

Ruhig, Donner!
Rolle, wo's taugt:
hier nützt dein Rasseln dir nichts!
FAFNER

Down, Donner!
Roar where it helps:
here your din avails you nothing.
DONNER
(ausholend)

Nicht dich Schmähl'chen zu zerschmettern?
DONNER


Not even to crush a slanderer?
WOTAN

Friede doch!
Schon dünkt mich Freia verdeckt.
WOTAN

Let's have peace!
I think Freia is covered now.
LOGE

Der Hort ging auf.
LOGE

The hoard is used up.
FAFNER
(misst den Hort genau mit dem Blick
und späht nach Lücken)


Noch schimmert mir Holdas Haar:
dort das Gewirk
wirf auf den Hort!
FAFNER



I still see the gleam of Holda's hair:
throw that wrought object
on the pile!
LOGE

Wie? Auch den Helm?
LOGE

What, the helmet too?
FAFNER

Hurtig, her mit ihm!
FAFNER

Quick, here with it!
WOTAN

Lass ihn denn fahren!
WOTAN

Let it go then!
LOGE
(wirft den Tarnhelm auf den Hort)

So sind wir denn fertig!
Seid ihr zufrieden?
LOGE


We're finished then!
Are you satisfied?
FASOLT

Freia, die Schöne,
schau' ich nicht mehr:
so ist sie gelöst?
Muss ich sie lassen?

(Er tritt nahe hinzu und
späht durch den Hort)


Weh! Noch blitzt
ihr Blick zu mir her;
des Auges Stern
strahlt mich noch an:
durch eine Spalte
muss ich's erspäh'n.

(ausser sich)

Seh' ich dies wonnige Auge,
von dem Weibe lass' ich nicht ab!
FASOLT

Freia the fair
I see no more:
is she then released?
Must I let her go?




Ah, her gaze still gleams
on me here;
the stars of her eyes
still shine on me:
through a crack
I cannot but see them!



So long as I see those lovely eyes
I cannot tear myself away from the woman.
FAFNER

He! Euch rat' ich,
verstopft mir die Ritze!
FAFNER

Hey! I advise you,
stop up this crack!
LOGE

Nimmersatte!
seht ihr denn nicht,
ganz schwand uns das Gold?
LOGE

Insatiable!
Can't you see
that all the gold has gone?
FAFNER

Mitnichten, Freund!
An Wotans Finger
glänzt von Gold noch ein Ring:
den gebt, die Ritze zu füllen!
FAFNER

By no means, friend.
On Wotan's finger
still glints a ring of gold:
give it here to fill the crack!
WOTAN

Wie! Diesen Ring?
WOTAN

What! This ring?
LOGE

Lasst euch raten!
Den Rheintöchtern
gehört dies Gold;
ihnen gibt Wotan es wieder.
LOGE

Listen to me!
This gold belongs
to the Rhinemaidens:
Wotan will give it back to them.
WOTAN

Was schwatztest du da?
Was schwer ich mir erbeutet,
ohne Bangen wahr' ich's für mich!
WOTAN

What idle chatter is this?
What I won with such difficulty
without a qalm I'll keep for myself.
LOGE

Schlimm dann steht's
um mein Versprechen,
das ich den Klagenden gab!
LOGE

Then it goes badly
with the promise
I gave the lamenting maidens.
WOTAN

Dein Versprechen bindet mich nicht;
als Beute bleibt mir der Reif.
WOTAN

Your promise does not bind me:
the ring remains with me as booty.
FAFNER

Doch hier zur Lösung
musst du ihn legen.
FAFNER

But you must yield it here
towards the ransom.
WOTAN

Fordert frech, was ihr wollt,
alles gewähr' ich;
um alle Welt, doch
nicht fahren lass' ich den Ring!
WOTAN

Boldly ask what you will,
I will grant you everything;
but for all the world
I will not surrender the ring!
FASOLT
(zieht wütend Freia hinter
dem Horte hervor)


Aus denn ist's,
beim Alten bleibt's;
nun folgt uns Freia für immer!
FASOLT



It's all over, then;
our first bargain stands:
Freia follows us for ever!
FREIA

Hülfe! Hülfe!
FREIA

Help! Help!
FRICKA

Harter Gott,
gib ihnen nach!
FRICKA

Cruel god,
give in to them!
FROH

Spare das Gold nicht!
FROH

Do not hold the gold back!
DONNER

Spende den Ring doch!
DONNER

Give up the ring!
(Fafner hält den fortdrängenden Fasolt noch auf: alle stehen bestürzt)  
WOTAN

Lasst mich in Ruh'!
Den Reif geb' ich nicht!
WOTAN

Leave me in peace!
The ring I'll not surrender.
(Wotan wendet sich zürnend zur Seite. Die Bühne hat sich von neuem verfinstert. - Aus der Felskluft zur Seite bricht ein bläulicher Schein hervor; in ihm wird plötzlich Erda sichtbar, die bis zu halber Leibeshöhe aus der Tiefe aufsteigt; sie ist von edler Gestalt, weithin von schwarzem Haar umwallt) Music (Erda appears)
ERDA
(die Hand maknend gegen
Wotan ausstreckend)


Weiche, Wotan! Weiche!
Flieh' des Ringes Fluch!
Rettungslos
dunklem Verderben
weiht dich sein Gewinn.
ERDA



Yield, Wotan, yield!
Escape from the ring's curse.
To dark destruction
irredeemably
its possession dooms you.
WOTAN

Wer bist du, mahnendes Weib?
WOTAN

Who is this woman who threatens?
ERDA

Wie alles war - weiss ich;
wie alles wird,
wie alles sein wird, -
seh' ich auch,
der ew'gen Welt
Urwala,
Erda, mahnt deinen Mut.
Drei der Töchter,
urerschaff'ne,
gebar mein Schoss;
was ich sehe,
sagen dir nächtlich die Nornen.
Doch höchste Gefahr
führt mich heut'
selbst zu dir her.
Höre! Höre! Höre!
Alles was ist, endet.
Ein düst'rer Tag
dämmert den Göttern:
dir rat' ich, meide den Ring!









Music









Music
ERDA

I know whatever was;
whatever is,
whatever shall be
I also see:
the eternal world's
first ancestress,
Erda, warns you.
My womb bore
three daughters,
conceived before the start of time;
what I see,
the Norns nightly tell you.
But direst danger
today brings me
in person to you.
Hear me! Hear me! Hear me!
All that is shall come to an end.
A dark day
dawns for the gods:
I charge you, shun the ring!
(Erda versinkt langsam bis an die Brust, während der bläuliche Schein zu dunkeln beginnt)  
WOTAN

Geheimnishehr
hallt mir dein Wort:
weile, dass mehr ich wisse!
WOTAN

Mysteriously impressive
your words sound:
stay that I may know more!
ERDA
(im Versinken)

Ich warnte dich;
du weisst genug:
sinn' in Sorg' und Furcht!

(Sie verschwindet gänzlich)
ERDA


I have warned you,
you know enough:
reflect in fear and dread!

(She disappears)
WOTAN

Soll ich sorgen und fürchten,
dich muss ich fassen,
alles erfahren!
WOTAN

If I must fear and dread,
I must seize you
and learn all!
(Wotan will der Verschwindenden in die Kluft nach um sie zu halten, Froh und Fricka werfen sich him entgegen und halten ihn zurück)  
FRICKA

Was willst du, Wütender?
FRICKA

What would you do, madman?
FROH

Halt' ein, Wotan!
Scheue die Edle,
achte ihr Wort!
FROH

Desists, Wotan!
Touch not the noble one,
heed her words!
(Wotan starrt sinnend vor sich hin)  
DONNER
(sich entschlossen zu den
Riesen wendend)


Hört, ihr Riesen!
Zurück, und harret:
das Gold wird euch gegeben.
DONNER



Listen, you giants!
Come back and wait:
you shall be given the gold.
FREIA

Darf ich es hoffen?
Dünkt euch Holda
wirklich der Lösung wert?
FREIA

Dare I hope so?
Do you think
Holda truly worth this ransom?
Alle blicken gespannt auf Wotan; dieser, nach tiefem Sinnen zu sich kommend, erfasst seinen Speer und schwenkt ihn, wie zum Zeichen eines mutigen Entschlusses)  
WOTAN

Zu mir, Freia!
Du bist befreit.
Wieder gekauft
kehr' uns die Jugend zurück!
Ihr Riesen, nehmt euren Ring!
WOTAN

Come to me, Freia!
You are freed.
Brought back,
restore to us our youth!
You giants, take your ring!
(Er wirft den Ring auf den Hort. Die Riesen lassen Freia los; sie eilt freudig auf die Götter zu, die sie abwechselnd längere Zeit in höchster Freude liebkosen. - Fafner breitet sogleich einen ungeheuren Sack aus und macht sich über den Hort her, um ihn da hinein zu schichten) Music (Fafner at once spreads out a huge sack and stands over the pile ready to stack it away)
FASOLT
(dem Bruder sich entgegenwerfend)

Halt, du Gieriger!
Gönne mir auch was!
Redliche Teilung
taugt uns beiden.
FASOLT


Stop, greedy!
Leave some for me too.
A fair division
will be best for both of us.
FAFNER

Mehr an der Maid als am Gold
lag dir verliebtem Geck:
mit Müh' zum Tausch
vermocht' ich dich Toren;
Ohne zu teilen,
hättest du Freia gefreit:
teil' ich den Hort,
billig behalt' ich
die grösste Hälfte für mich.
FAFNER

You longed more for the maid
than for the gold, you lovesick loon:
with difficulty I persuaded you,
fool, to excange her.
If you had won Freia
you would not have shared her:
so, as I am dividing the treasure,
I rightly retain
the greater half for myself.
FASOLT

Schändlicher du!
Mir diesen Schimpf?

(zu den Göttern)

Euch ruf' ich zu Richtern:
teilet nach Recht
uns redlich den Hort!
FASOLT

You swindler!
Do you vilify me?

(to the gods)

I call on you as judges:
in justice divide
the treasure fairly between us.
(Wotan wendet sich verächtlich ab)  
LOGE
(zu Fasolt)

Den Hort lass ihn raffen;
halte du nur auf den Ring!
LOGE
(to Fasolt)

Let him take the treasure:
only keep control of the ring!
FASOLT
(stürzt sich auf Fafner,
der immerzu eingesackt hat)


Zurück! Du Frecher!
Mein ist der Ring;
mir blieb er für Freias Blick!

(Er greift hastig nach
dem Reif; sie ringen)
FASOLT



Back, over-bold one!
Mine is the ring:
for it I gave up Freia's gaze.



FAFNER

Fort mit der Faust!
Der Ring ist mein!

(Fasolt entreisst Fafner den Ring)
FAFNER

Take your hands away!
The ring is mine!


FASOLT

Ich halt' ihn, mir gehört er!
FASOLT

I hold it: it belongs to me.
FAFNER
(mit seinem Pfahle ausholend)

Halt' ihn fest, dass er nicht fall'!

(Er streckt Fasolt mit einem Streiche
zu Boden: dem Sterbenden entreisst
er dann hastig den Ring)


Nun blinzle nach Freias Blick!
An den Reif rührst du nicht mehr!

(Er steckt den Ring in den Sack
und rafft dann gemächlich
den Hort vollends ein.
Alle Götter stehen entsetzt:
feierliches Schweigen)
FAFNER


Hold it fast in case it falls!

He fells Fasolt to the ground with
one below, then quickly wrests
the ring from him as he dies)


Now blink at Freia's gaze:
the ring you will not touch again!

(Fafner puts the ring into the sack
and then begins stacking away
the whole pile)



WOTAN
(erschüttert)

Furchtbar nun
erfind' ich des Fluches Kraft!
WOTAN
(erschüttert)

Terrible now
I find the curse's power.
LOGE

Was gleicht, Wotan,
wohl deinem Glücke?
Viel erwarb dir
des Ringes Gewinn;
dass er nun dir genommen,
nützt dir noch mehr:
deine Feinde - sieh!
fällen sich selbst
um das Gold, das du vergabst.
LOGE

What can equal
your luck, Wotan?
Great your gain
when you won the ring;
still more it profits you
now that it is taken;
for see, your foes
fell each other
for the gold that you gave up.
WOTAN

Wie doch Bangen mich bindet!
Sorg' und Furcht
fesseln den Sinn:
wie sie zu enden,
lehre mich Erda:
zu ihr muss ich hinab!
WOTAN

Yet how anxiety weighs upon me!
Dread and fear
fetter my mind;
how to end it
Erda must teach me:
I must go down to her.
FRICKA
(schmeichelnd sich an ihn schmiegend)

Wo weilst du, Wotan?
Winkt dir nicht hold
die hehre Burg,
die des Gebieters
gastlich bergend nun harrt?
FRICKA


Why do you tarry, Wotan?
Does the noble fair fort
not beckon you,
as it waits to welcome
its owner to its shelter?
WOTAN
(düster)

Mit bösem Zoll
zahlt' ich den Bau.
WOTAN


With unclean wages
I paid for that building!
DONNER
(auf den Hintergrund deutend,
der noch in Nebelgehüllt ist)


Schwüles Gedünst
schwebt in der Luft;
lästig ist mir
der trübe Druck!
Das bleiche Gewölk
samml' ich zu blitzendem Wetter,
das fegt den Himmel mir hell.

(Donner besteigt einen hohen
Felsstein am Talabhange und schwint
dort seinen Hammer; mit dem Folgenden
ziehen die Nebel sich um ihn zusammen)


Heda! Heda! Hedo!
Zu mir, du Gedüft!
Ihr Dünste, zu mir!
Donner, der Herr,
ruft euch zu Heer!

(Er schwingt den Hammer)

Auf des Hammers Schwung
schwebet herbei!
Dunstig Gedämpf!
Schwebend Gedüft!
Donner, der Herr,
ruft euch zu Heer!
Heda! Heda! Hedo!

















Music
DONNER



A sultry haze
hangs in the air;
its dull weight
oppresses me;
I will collect the pale clouds
into a lightning-storm;
that will sweep the sky clear.






Heda! Heda! Hedo!
Come to me, mists!
Vapours, to me!
Donner, your master,
summons you to his host.



As I swing my hammer,
hover here,
misty moisture,
hanging haze!
Donner, your master,
summons you to his host.
Heda! Heda! Hedo!
(Donner verschwindet völlig in einer immer finsterer sich ballenden Gewitterwolke. Man hört Donners Hammerschlag schwer auf den Felsstein fallen. Ein starker Blitz entfährt der Wolke: ein heftiger Donnerschlag folgt. Froh ist im Gewölk verschwunden)  
DONNER
(unsichtbar)

Bruder, zu mir!
Weise der Brücke den Weg!
DONNER


Brother, hither!
Point out the path over the bridge!
(Plötzlich verzieht sich die Wolke; Donner und Froh werden sichtbar: von ihren Füssen aus zieht sich, mit blendendem Leuchten, eine Regenbogen-Brücke über das Tal hinüber bis zur Burg, die, von der Abendsonne beschienen, im hellsten Glanze erstrahlt. Fafner, der neben der Leiche seines Bruders endlich den ganzen Hort eingerafft, hat den ungeheuren Sack auf dem Rücken, während Donners Gewitterzauber die Bühne verlassen) Music  
FROH
(der der Brücke mit der ausgesireckten
Hand den Weg über das Tal
angewiesen, zu den Göttern)


Zur Burg führt die Brücke,
leicht, doch fest eurem Fuss:
beschreitet kühn
ihren schrecklosen Pfad!
FROH




The bridge leads to the fortress,
light but firm beneath your feet:
boldly tread
its terrorless path!
(Wotan und die andern Götter sind sprachlos in den prächtigen Anblick verloren)  
WOTAN

Abendlich strahlt
der Sonne Auge;
in prächtiger Glut
prangt glänzend die Burg.
In des Morgens Scheine
mutig erschimmernd,
lag sie herrenlos,
hehr verlockend vor mir.
Von Morgen bis Abend,
in Müh' und Angst,
nicht wonnig ward sie gewonnen!
Es naht die Nacht:
vor ihrem Neid
biete sie Bergung nun.

(wie von einem grossen Gedanken
ergriffen, sehr entschlossen)


So grüss' ich die Burg,
sicher vor Bang' und Grau'n!

(Er wendet sich feierlich zu Fricka)

Folge mir, Frau:
in Walhall wohne mit mir!

















Music
WOTAN

The sun's eye sheds
its evening beams;
in its glorious gleam
the castle shines in splendour.
In the radiance of the morning
it glittered proudly
but stood before me tenantless,
grand and inviting.
From morn to eve,
in care and anxiety,
not lightly it was won!
Night draws on;
from its envy
it now offers shelter.




Thus I salute the fortress,
safe from terror and dread.



Wife, follow me
and dwell with me in Valhalla!
FRICKA

Was deutet der Name?
Nie, dünkt mich, hört' ich ihn nennen.
FRICKA

What means the name?
Never have I heard it before, I think.
WOTAN

Was, mächtig der Furcht,
mein Mut mir erfand,
wenn siegend es lebt,
leg' es den Sinn dir dar!

(Er fasst Fricka an der Hand und
schreitet mit ihr langsam der Brücke zu;
Froh, Freia und Donner folgen)
WOTAN

What my courage found for me,
mastering fear,
if it lives on victorious
will make its meaning plain.




LOGE
(im Vordergrunde verharrend
und den Göttern nachblickend)


Ihrem Ende eilen sie zu,
die so stark in Bestehen sich wähnen.
Fast schäm' ich mich,
mit ihnen zu schaffen;
zur leckenden Lohe
mich wieder zu wandeln,
spür' ich lockende Lust:
sie aufzuzehren,
die einst mich gezähmt,
statt mit den Blinden
blöd zu vergehn,
und wären es göttlichste Götter!
Nicht dumm dünkte mich das!
Bedenken will ich's:
wer weiss, was ich tu'!

(Er geht, um sich den Göttern
in nachlässiger Haltung anzuschliessen)
LOGE



They hasten to their end,
though they think themselves strong and enduring.
I am almost aschamed
to share their doings;
my fancy lures me
to transform myself
back into flickering flames.
To burn them
who once tamed me,
rather than foolishly end
with the blind,
even though they be the most godlike gods,
does not seem stupid to me.
I'll think it over:
who knows what I will do?



DIE DREI RHEINTÖCHTER
(in der Tiefe des Tales, unsicktbar)

Rheingold! Rheingold!
Reines Gold!
Wie lauter und hell
leuchtest hold du uns!
Um dich, du klares,
wir nun klagen:
gebt uns das Gold!
O gebt uns das reine zurück!
THE THREE RHINEMAIDENS


Rhinegold! Rhinegold!
Purest gold!
How clear and bright
you once shone on us!
For your lustre
we now lament!
Give us the gold!
O give us its glory again!
WOTAN
(im Begriff, den Fuss auf die Brücke
zu setzen, hält an und wendet sich um)


Welch' Klagen klingt zu mir her?
WOTAN



What lamenting assails me here?
LOGE
(späht in das Tal hinab)

Des Rheines Kinder
beklagen des Goldes Raub!
LOGE


The children of the Rhine
lament their looted gold.
WOTAN

Verwünschte Nicker!

(zu Loge)

Wehre ihrem Geneck!
WOTAN

Accursed nymphs!

(to Loge)

Stop them annoying us!
LOGE
(in das Tal hinabrufend)

Ihr da im Wasser,
was weint ihr herauf?
Hört, was Wotan euch wünscht!
Glänzt nicht mehr
euch Mädchen das Gold,
in der Götter neuem Glanze
sonnt euch selig fortan!
LOGE


You there in the water,
why wail to us?
Hear what Wotan wills for you.
No more gleams
the gold on you maidens:
henceforth bask in bliss
in the gods' new radiance!
(Die Götter lachen und beschreiten mit dem Folgenden sie Brücke)  
DIE DREI RHEINTÖCHTER

Rheingold! Rheingold!
Reines Gold!
O leuchtete noch
in der Tiefe dein laut'rer Tand!
Traulich und treu
ist's nur in der Tiefe:
falsch und feig
ist, was dort oben sich freut!
THE THREE RHINEMAIDENS

Rhinegold! Rhinegold!
Purest gold!
If but your bright gleam
still glittered in the deep!
Now only in the depths is there
tenderness and truth:
false and faint-hearted
are those who revel above!
(Während die Götter auf der Brücke der Burg zuschreiten, fällt der Vorhang)