

| (ZWEITER AUFZUG) | (ACT TWO) | |
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DRITTE SZENE (Mime schleicht heran, scheu umherblickend, um sich von Fafners Tod zu überzeugen. - Gleichzeitig kommt von der anderen Seite Alberich aus dem Geklüft; er beobachtet Mime genau. Als dieser Siegfried nicht mehr gewahrt und vorsichtig sich nach hinten der Höhle zuwendet, stürzt Alberich auf ihn zu und vertritt ihm den Weg) |
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SCENE THREE |
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ALBERICH Wohin schleichst du eilig und schlau, schlimmer Gesell? |
ALBERICH Where are you slinking to, so slyly in such haste, you rascally rogue? |
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MIME Verfluchter Bruder, dich braucht' ich hier! Was bringt dich her? |
MIME Accursed brother, as if I needed you! What brings you here? |
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ALBERICH Geizt es dich, Schelm, nach meinem Gold? Verlangst du mein Gut? |
ALBERICH Villain, are you greedy for my gold? Are you after my property? |
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MIME Fort von der Stelle! Die Stätte ist mein: was stöberst du hier? |
MIME Get away from here! This spot is mine: What are you searching for here? |
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ALBERICH Stör' ich dich wohl im stillen Geschäft, wenn du hier stiehlst? |
ALBERICH Perhaps I disturb you in your sly work if you're here to steal? |
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MIME Was ich erschwang mit schwerer Müh', soll mir nicht schwinden. |
MIME What I have achieved by arduous effort shall not elude me now. |
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ALBERICH Hast du dem Rhein das Gold zum Ringe geraubt? Erzeugtest du gar den zähen Zauber im Reif? |
ALBERICH Was it you who robbed the Rhine of gold for the ring? Was it you who cast the spell that clings to the ring? |
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MIME Wer schuf den Tarnhelm, der die Gestalten tauscht? Der seiner bedurfte, erdachtest du ihn wohl? |
MIME Who made the Tarnhelm, which changes men's shapes? Though you needed it, did you devise it? |
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ALBERICH Was hättest du Stümper je wohl zu stampfen verstanden? Der Zauberring zwang mir den Zwerg erst zur Kunst. |
ALBERICH What have you ever known, bungler, about the black art? The magic ring put the dwarf and his skill at my service. |
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MIME Wo hast du den Ring? Dir Zagem entrissen ihn Riesen! Was du verlorst, meine List erlangt es für mich. |
MIME Where have you the ring now? The giants tore it from your timorous hands! What you lost my guile will gain for me. |
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ALBERICH Mit des Knaben Tat will der Knicker nun knausern? Dir gehört sie gar nicht, der Helle ist selbst ihr Herr! |
ALBERICH Would the miser now cling to what the boy has won? It does not belong to you: the lad himself is its lord! |
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MIME Ich zog ihn auf; für die Zucht zahlt er mir nun: für Müh' und Last erlauert' ich lang meinen Lohn! |
MIME I brought him up; he can pay me now for rearing him: I've waited long for the wages for my pains and efforts! |
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ALBERICH Für des Knaben Zucht will der knickrige schäbige Knecht keck und kühn wohl gar König nun sein? Dem räudigsten Hund wäre der Ring geratner als dir: nimmer erringst du Rüpel den Herrscherreif! |
ALBERICH For rearing the boy does the stingy, shabby slave coolly and brazenly claim to be made king? The ring should more rightly go to the mangiest dog than to you: never shall you gain the mighty ring, you lout! |
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MIME (kratzt sich den Kopf) Behalt' ihn denn: und hüt' ihn wohl, den hellen Reif! Sei du Herr: doch mich heisse auch Bruder! Um meines Tarnhelms lustigen Tand tausch' ich ihn dir: uns beiden taugt's, teilen die Beute wir so. (Er reibt sich zutraulich die Hände) |
MIME Keep it then and guard it well, the gleaming ring! Be the master, but call me your brother! I'll trade it to you for the cheerful toy of my Tarnhelm: we'd both be satisfied if we thus shared the spoils. |
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ALBERICH (mit Hohnlachen) Teilen mit dir? Und den Tarnhelm gar? Wie schlau du bist! Sicher schlief' ich niemals vor deinen Schlingen! |
ALBERICH Share with you? And the Tarnhelm too? How sly you are! I'd never sleep safe from your snares! |
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MIME (ausser sich) Selbst nicht tauschen? Auch nicht teilen? Leer soll ich gehn? Ganz ohne Lohn? (kreischend) Gar nichts willst du mir lassen? |
MIME Not even exchange nor even share! Must I go empty-handed, quite unrewarded? Will you leave me nothing at all? |
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ALBERICH Nichts von allem! Nicht einen Nagel sollst du dir nehmen! |
ALBERICH Not a jot! Not even a nail shall you take! |
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MIME (in höchster Wut) Weder Ring noch Tarnhelm soll dir denn taugen! Nicht teil' ich nun mehr! Gegen dich doch ruf' ich Siegfried zu Rat und des Recken Schwert; der rasche Held, der richte, Brüderchen, dich! |
MIME Then neither ring nor Tarnhelm shall you have I will not share with you! Against you I will call in Siegfried and his doughty sword; the headstrong boy will humble you, brother! |
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| (Siegfried erscheint im Hintergrund) | ||
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ALBERICH Kehre dich um! Aus der Höhle kommt er daher! |
ALBERICH Turn round! He is coming this way from the cave! |
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MIME (sich umblickend) Kindischen Tand erkor er gewiss. - |
MIME He's sure to have chosen childish toys. |
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ALBERICH Den Tarnhelm hält er! |
ALBERICH He is holding the Tarnhelm! |
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MIME Doch auch den Ring! |
MIME And the ring too! |
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ALBERICH Verflucht! - Den Ring! - |
ALBERICH Damnation! The ring! |
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MIME (hämisch lachend) Lass ihn den Ring dir doch geben! Ich will ihn mir schon gewinnen. (Er schlüpft mit den letzten Worten in den Wald zurück) |
MIME Get him to give you the ring then! I'll soon win it for myself |
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ALBERICH Und doch seinem Herrn soll er allein noch gehören! (Er verschwindet im Geklüfte) |
ALBERICH And yet it shall belong at last only to its master! |
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| (Siegfried ist mit Tarnhelm und Ring während des letzteren langsam und sinnend aus der Höhle vorgeschritten: er betrachtet gedankenvoll seine Beute und hält, nahe dem Baume, auf der Höhe des Mittelgrundes wieder an) | ||
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SIEGFRIED Was ihr mir nützt, weiss ich nicht; doch nahm ich euch aus des Horts gehäuftem Gold, weil guter Rat mir es riet. So taug' eure Zier als des Tages Zeuge, es mahne der Tand, dass ich kämpfend Fafner erlegt, doch das Fürchten noch nicht gelernt! |
SIEGFRIED What use you are to me I don't know, but I took you from the pile of heaped gold because I was guided by good advice. So let your beauty serve as witness to today: the trinkets will be a reminder that I vanquished Fafner in fight, though I still haven't learnt fear! |
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| (Er steckt den Tarnhelm sich in den Gürtel und den Reif an den Finger. - Stillschweigen. - Wachsendes Waldweben. - Siegfried achtet unwillkürlich wieder des Vogels und lauscht ihm mit verhaltenem Atem) | ||
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STIMME DES WALDVOGELS Hei! Siegfried gehört nun der Helm und der Ring! O, traute er Mime, dem treulosen, nicht! Hörte Siegfried nur scharf auf des Schelmen Heuchlergered'! Wie sein Herz es meint, kann er Mime verstehn: so nützt' ihm des Blutes Genuss. |
VOICE OF A BIRD Hey! The helmet and the ring now belong to Siegfried! O, he must not trust the treacherous Mime! Let Siegfried listen alertly to the villain's lying words! He can now understand what Mime is thinking in his heart: this is how the taste of blood affected him. |
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| (Siegfrieds Miene und Gebärde drücken aus, dass er den Sinn des Vogelgesanges wohl vernommen. Er sieht Mime sich nähern und bleibt, ohne sich zu rühren, auf sein Schwert gestützt, beobachtend und in sich geschlossen, in seiner Stellung auf der Anhöhe bis zum Schlusse des folgenden Auftrittes) | ||
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MIME (schleicht heran und beobachtet vom Vordergrunde aus Siegfried) Er sinnt und erwägt der Beute Wert: - weilte wohl hier ein weiser Wand'rer, schweifte umher, beschwatzte das Kind mit list'ger Runen Rat? Zwiefach schlau sei nun der Zwerg; die listigste Schlinge leg' ich jetzt aus, dass ich mit traulichem Truggerede betöre das trotzige Kind. (er tritt näher an Siegfried heran und bewillkommt diesen mit schmeichelnden Gebärden) Willkommen, Siegfried! Sag', du Kühner, hast du das Fürchten gelernt? |
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MIME He is reflecting, reckoning up the value of his prize. Perhaps a wise Wanderer tarried here, roamed around and beguiled the boy with crafty talk and tales? Doubly scheming now the dwarf must be: I'll set the subtlest snare so as to fool the wilful boy with friendly fraudulent words. Welcome, Siegfried! Tell me, valiant one, have you learnt fear? |
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SIEGFRIED Den Lehrer fand ich noch nicht! |
SIEGFRIED I've not yet found a teacher. |
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MIME Doch den Schlangenwurm, du hast ihn erschlagen? Das war doch ein schlimmer Gesell? |
MIME But the dreaded dragon - didn't you kill it? Wasn't it a fearful fellow? |
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SIEGFRIED So grimm und tückisch er war, sein Tod grämt mich doch schier, da viel üblere Schächer unerschlagen noch leben! Der mich ihn morden hiess, den hass' ich mehr als den Wurm! |
SIEGFRIED Grim and spiteful as it was, its death grieves me sore, since much more evil villains still live unpunished! More than the dragon do I hate the one who bade me kill it! |
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MIME (sehr freundlich) Nur sachte! Nicht lange siehst du mich mehr: zum ew'gen Schlaf schliess' ich dir die Augen bald! Wozu ich dich brauchte, (zärtlich) hast du vollbracht; jetzt will ich nur noch die Beute dir abgewinnen. Mich dünkt, das soll mir gelingen; zu betören bist du ja leicht! |
MIME Now gently! You'll not see me for much longer: in eternal sleep I'll soon close your eyes! What I desired of you you have done: now all I need is to steal the spoils from you. I think I can succeed in that: you're very easy to deceive. |
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SIEGFRIED So sinnst du auf meinen Schaden? |
SIEGFRIED So you're planning to harm me? |
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MIME (verwundert) Wie sagt' ich denn das? - Siegfried! Hör doch, mein Söhnchen! Dich und deine Art hasst' ich immer von Herzen; (zärtlich) aus Liebe erzog ich dich Lästigen nicht: dem Horte in Fafners Hut, dem Golde galt meine Müh'. (als verspräche er ihm hübsche Sachen) Gibst du mir das gutwillig nun nicht, - (als wäre er bereit, sein Leben für ihn zu lassen) Siegfried, mein Sohn, das siehst du wohl selbst, (mit freundlichem Scherze) dein Leben musst du mir lassen! |
Music |
MIME Why, did I say so? Siegfried! Hear me, my son! You and your kind have I always hated in my heart; from love I reared you not, you nuisance: the treasure in Fafner's keeping, the gold was what I toiled for. If you don't give it to me gladly, Siegfried, my son, you can see for yourself, you must pay me with your life! |
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SIEGFRIED Dass du mich hassest, hör' ich gern: doch auch mein Leben muss ich dir lassen? |
SIEGFRIED I rejoice to hear that you hate me: but must I pay you with my life too? |
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MIME (ärgerlich) Das sagt' ich doch nicht? Du verstehst mich ja falsch! - (Er sucht sein Fläschchen hervor. - Er gibt sich die ersichtlichste Mühe zur Verstellung) Sieh', du bist müde von harter Müh'; brünstig wohl brennt dir der Leib: dich zu erquicken mit queckem Trank säumt' ich Sorgender nicht. Als dein Schwert du dir branntest, braut' ich den Sud; trinkst du nun den, gewinn' ich dein trautes Schwert, und mit ihm Helm und Hort. (er kichert dazu) |
MIME That's not what I said! You mistake my words! See, you are tired from your great efforts; your body must be burning: I did not delay to try and refresh you with a restoring daught. As you were smelting your sword I was brewing this broth; drink it now, and I will win your trusty sword and with it the helmet and treasure. |
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SIEGFRIED So willst du mein Schwert und was ich erschwungen, Ring und Beute, mir rauben? |
SIEGFRIED So you would rob me of my sword and what it earned me, the ring and the booty? |
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MIME (heftig) Was du doch falsch mich verstehst! Stamml' ich, fasl' ich wohl gar? Die grösste Mühe geb' ich mir doch, mein heimliches Sinnen heuchelnd zu bergen, und du dummer Bube deutest alles doch falsch! Öffne die Ohren, und vernimm genau: Höre, was Mime meint! - (wieder sehr freundlich, mit ersichtlicher Mühe) Hier nimm und trinke die Labung! Mein Trank labte dich oft: tat'st du wohl unwirsch, stelltest dich arg: was ich dir bot, - erbost auch - nahmst du's doch immer. |
MIME Why must you mistake me? Do I stammer or stumble over my words? I take the utmost trouble hypocritically to hide my inmost thoughts, and you, stupid scamp, misunderstand me. Open your ears and listen closely: hear what Mime means! Here, take and drink this draught! My drinks often refreshed you: when you were in morose mood and seemed surly, whatever I brought you, you always took, however testily. |
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SIEGFRIED (ohne eine Miene zu verziehen) Einen guten Trank hätt' ich gern: wie hast du diesen gebraut? |
SIEGFRIED I'd gladly take a good drink: how has this been made? |
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MIME (lustig scherzend, als schildere er ihm einen angenehm berauschten Zustand, den ihm der Saft bereiten soll) Hei! So trink nur, trau' meiner Kunst! In Nacht und Nebel sinken die Sinne dir bald: ohne Wach' und Wissen stracks streckst du die Glieder. Liegst du nun da, leicht könnt' ich die Beute nehmen und bergen: doch erwachtest du je, nirgends wär' ich sicher vor dir, hätt' ich selbst auch den Ring. Drum mit dem Schwert, das so scharf du schufst, (mit einer Gebärde ausgelassener Lustigkeit) hau' ich dem Kind den Kopf erst ab: dann hab' ich mir Ruh' und auch den Ring! (Er kichert wieder) |
MIME Hey! Just drink it, trust to my skill! In murk and mist your senses soon will sink: unwaking, unwitting, straightway your limbs will be stretched out. As you lie there, I could easily take and hide the booty; but if ever you woke up, I'd nowhere be safe from you even if I had the ring. So with the sword that you made so sharp I'll just hack off the boy's head: then I shall have peace and the ring too! |
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SIEGFRIED Im Schlafe willst du mich morden? |
SIEGFRIED You want to sly me as I sleep? |
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MIME (wütend ärgerlich) Was möcht' ich? Sagt' ich denn das? (Er bemüht sich, den zärtlichsten Ton anzunehmen) Ich will dem Kind (mit sorglichster Deutlichkeit) nur den Kopf abhau'n! (mit dem Ausdruck herzlicher Besorgtheit für Siegfrieds Gesundheit) Denn hasste ich dich auch nicht so sehr, und hätt' ich des Schimpfs und der schändlichen Mühe auch nicht so viel zu rächen: (sanft) aus dem Wege dich zu räumen, darf ich doch nicht rasten: wie käm' ich sonst anders zur Beute, da Alberich auch nach ihr lugt? (Er giesst den Saft in das Trinkhorn und führt dieses Siegfried mit aufdringlicher Gebärde zu) Nun, mein Wälsung! Wolfssohn du! Sauf', und würg' dich zu Tod: Nie tust du mehr 'nen Schluck! |
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MIME I want what? Is that what I said? I want the boy's head to hack off only! For even if I didn't hate you so much and hadn't so much to avenge from your jibes and the shame of my labour, I still would not dare delay to despatch you from my path. How else could I seize the spoils, since Alberich also is after it? Now, my Volsung, you wolf's son! Drink and choke yourself to death: you'll never taste another drop! |
| (Siegfried holt mit dem Schwert aus. Er führt, wie in einer Anwandlung heftigen Ekels einen jähen Streich nach Mime; dieser stürzt sogleich tot zu Boden. Man hört Alberichs höhnisches Gelächter aus dem Geklüfte) | (Siegfried lifts his sword: as if in an access of violent loathing he aims a swift blow at Mime, who at once falls to the ground dead) | |
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SIEGFRIED Schmeck' du mein Schwert, ekliger Schwätzer! (Er henkt, auf den am Boden Liegenden blickend, ruhig sein Schwert wieder ein) Neides Zoll zahlt Notung: dazu durft' ich ihn schmieden. (Er rafft Mimes Leichnam auf, trägt ihn auf die Anhöhe vor den Eingang der Höhle und wirft ihn dort hinein) In der Höhle hier lieg' auf dem Hort! Mit zäher List erzieltest du ihn: jetzt magst du des wonnigen walten! - Einen guten Wächter geb' ich dir auch, dass er vor Dieben dich deckt. (Er wälzt mit grosser Anstrengung den Leichnam des Wurmes vor den Eingang der Höhle, so dass er diesen ganz damit verstopft) Da lieg' auch du, dunkler Wurm! Den gleissenden Hort hüte zugleich mit dem beuterührigen Feind: so fandet beide ihr nun Ruh'! (Er blickt eine Weile sinnend in die Höhle hinab und wendet sich dann langsam, wie ermüdet, in den Vordergrund. Es ist Mittag. Er führt sich die Hand über die Stirn) Heiss ward mir von der harten Last! Brausend jagt mein brünst'ges Blut; die Hand brennt mir am Haupt. - Hoch steht schon die Sonne: aus lichtem Blau blickt ihr Aug' auf den Scheitel steil mir herab. - Linde Kühlung erkies' ich unter der Linde! (Er streckt sich unter der Linde aus und blickt wieder die Zweige hinauf) Noch einmal, liebes Vöglein, - da wir so lang lästig gestört, - lauscht' ich gerne deinem Sange: auf dem Zweige seh' ich wohlig dich wiegen; zwitschernd umschwirren dich Brüder und Schwestern, umschweben dich lustig und lieb! Doch ich - bin so allein, hab' nicht Brüder noch Schwestern: meine Mutter schwand, mein Vater fiel: nie sah sie der Sohn! Mein einz'ger Gesell war ein garstiger Zwerg; Güte zwang uns nie zu Liebe; listige Schlingen warf mir der Schlaue; nun musst' ich ihn gar erschlagen! (Er blickt schmerzlich bewegt wieder nach den Zweigen auf) Freundliches Vöglein, dich frage ich nun: gönntest du mir wohl ein gut Gesell? Willst du mir das Rechte raten? Ich lockte so oft, und erlost' es mir nie: Du, mein Trauter, träfst es wohl besser, so recht ja rietest du schon. Nun sing'! Ich lausche dem Gesang. |
Music |
SIEGFRIED Taste my sword, loathsome babbler! Notung has settled envy's wages: for that did I need to forge it. Lie here in the cavern on the treasure! With plotting and perseverance you pursued it; now you can be lord of its lustre! A good guardian I will also give you to protect you from thieves. Lie there too, grisly dragon! Guard the glittering treasure, together with your booty-envying enemy: may you both find rest now! I am hot from my heavy task. A fire races through my raging blood; my hand on my head burns. The sun stands high: from the blue heaven its eye gazes steeply down on to my head. I'll seek cool shade under the lime-tree. Once more, dear little bird, since for so long we rudely disturbed you, I'd like to listen to your song: on the branch I see you blissfully swaying: twittering and bustling, your brothers and sisters surround you with gaiety and love. But I am so alone; I have no brothers or sisters: my mother is dead, my father was slain: their son never saw them! My sole companion was a detestable dwarf: kindness never kindled into love: stealthili he set sly snares for me: at last I was forced to kill him! Friendly bird, I ask you now: will you grant me a good companion? Will you advise me aright? So often have I sought, but never succeded: you, my dear, will surely do better, since you've advised me so well already. Now sing! I'm listening to your song. |
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STIMME DES WALDVOGELS Hei! Siegfried erschlug nun den schlimmen Zwerg! Jetzt wüsst' ich ihm noch das herrlichste Weib: auf hohem Felsen sie schläft, Feuer umbrennt ihren Saal: durchschritt' er die Brunst, weckt' er die Braut, Brünnhilde wäre dann sein! |
VOICE OF A BIRD Hail! Siegfried now has slain the wicked dwarf! Now I know a wonderful wife for him: on a rocky height she is sleeping, with fire surrounding the spot: he who can break through the blaze and wake the bride, Brünnhilde would be his! |
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SIEGFRIED (fährt mit jäher Heftigkeit vom Sitze auf) O holder Sang! Süssester Hauch! Wie brennt sein Sinn mir sehrend die Brust! Wie zückt er heftig zündend mein Herz! Was jagt mir so jach durch Herz und Sinne? Sag' es mir, süsser Freund! (er lauscht) |
SIEGFRIED O lovely song! Sweetest lay! How its message burns my breast like fire! How fiercely it inflames and pulls at my heart! What shoots so swiftly through my heart and senses? Tell me, sweet friend! |
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STIMME DES WALDVOGELS Lustig im Leid sing' ich von Liebe; wonnig aus Weh web' ich mein Lied: nur Sehnende kennen den Sinn! |
VOICE OF A BIRD Gaily in grief I sing of love: blissfully from woe I weave my lay: only lovers know its meaning! |
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SIEGFRIED Fort jagt mich's jauchzend von hinnen, fort aus dem Wald auf den Fels! - Noch einmal sage mir, holder Sänger: werd' ich das Feuer durchbrechen? Kann ich erwecken die Braut? |
SIEGFRIED It drives me forth from here, rejoicing, out of the forest to the rocks. Once more tell me, lovely singer: shall I break through the fire? Can I waken the bride? |
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| (Siegfried lauscht noch mal) | ||
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STIMME DES WALDVOGELS Die Braut gewinnt, Brünnhilde erweckt ein Feiger nie: nur wer das Fürchten nicht kennt! |
VOICE OF A BIRD The bride can never be won nor Brünnhilde awakened by a coward; only by one who knows not fear! |
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SIEGFRIED (lacht auf vor Entzücken) Der dumme Knab', der das Fürchten nicht kennt, mein Vöglein, der bin ja ich! Noch heute gab ich vergebens mir Müh, das Fürchten von Fafner zu lernen: nun brenn' ich vor Lust, es von Brünnhilde zu wissen! Wie find' ich zum Felsen den Weg? |
SIEGFRIED The stupid boy who knows not fear, my little bird, that is I! This very day I vainly strove to learn fear from Fafner: now I burn with longing to learn it from Brünnhilde! How can I find the way to the mountain? |
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| (Der Vogel flattert auf, kreist über Siegfried und fliegt ihm zögernd voran) | ||
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SIEGFRIED (jauchzend) So wird mir der Weg gewiesen: wohin du flatterst folg' ich dem Flug! |
SIEGFRIED The way will be shown me, then: wherever you fly, I'll follow! |
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| (Er läuft dem Vogel, welcher ihn neckend einige Zeitlang unstet nach verschiedenen Richtungen hinleitet, nach und folgt ihm endlich, als dieser mit einer bestimmten Wendung nach dem Hintergrunde davonfliegt. |