

| (ERSTER AUFZUG) | |
| DRITTE SZENE | |
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MIME (starrt grad vor sich aus in den sonnig beleuchteten Wald hinein und gerät zunehmend in heftiges Zittern) Verfluchtes Licht! Was flammt dort die Luft? Was flackert und lackert, - was flimmert und schwirrt, - was schwebt dort und webt und wabert umher? Da glimmert's und glitzt's in der Sonne Glut! Was säuselt und summt und saust nun gar? Es brummt und braust - und prasselt hieher! Dort bricht's durch den Wald, will auf mich zu! (Er bäumt sich vor Entsetzen auf) Ein grässlicher Rachen reisst sich mir auf: der Wurm will mich fangen! Fafner! Fafner! (Er sinkt laut schreiend hinter dem breiten Amboss zusammen) |
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SIEGFRIED (bricht aus dem Waldgesträuch hervor und ruft noch hinter der Szene, während man seine Bewegung an dem zerkrachenden Gezweige des Gesträuches gewahrt) Heda! Du Fauler! Bist du nun fertig! (Er tritt in die Höhle herein und hält verwundert an) Schnell! Wie steht's mit dem Schwert? Wo steckt der Schmied? Stahl er sich fort? Hehe! Mime, du Memme! Wo bist du? Wo birgst du dich? |
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MIME (mit schwacher Stimme hinter dem Amboss) Bist du es, Kind? Kommst du allein? |
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SIEGFRIED (lachend) Hinter dem Amboss? - Sag', was schufest du dort? Schärftest du mir das Schwert? |
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MIME (höchst verstört und zerstreut hervorkommend) Das Schwert? Das Schwert? Wie möcht' ich's schweissen? - (halb für sich) "Nur wer das Fürchten nie erfuhr, schmiedet Notung neu." - Zu weise ward ich für solches Werk! |
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SIEGFRIED (heftig) Wirst du mir reden? Soll ich dir raten? |
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MIME (wie zuvor) Wo nähm' ich redlichen Rat? - Mein weises Haupt hab' ich verwettet: (vor sich hin starrend) verfallen, verlor ich's an den, "der das Fürchten nicht gelernt". |
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SIEGFRIED (ungestüm) Sind mir das Flausen? Willst du mir fliehn? |
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MIME (allmählich sich etwas fassend) Wohl flöh' ich dem, der's Fürchten kennt! - Doch das liess ich dem Kinde zu lehren! Ich Dummer vergass, was einzig gut: Liebe zu mir sollt' er lernen; - das gelang nun leider faul! - Wie bring' ich das Fürchten ihm bei? |
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SIEGFRIED (packt ihn) He! Muss ich helfen? Was fegtest du heut'? |
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MIME Um dich nur besorgt, versank ich in Sinnen, wie ich dich Wichtiges wiese. |
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SIEGFRIED (lachend) Bis unter den Sitz warst du versunken: was Wichtiges fandest du da? |
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MIME (sich immer mehr fassend) Das Fürchten lernt' ich für dich, dass ich's dich Dummen lehre. |
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SIEGFRIED (mit ruhiger Verwunderung) Was ist's mit dem Fürchten? |
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MIME Erfuhrst du's noch nie und willst aus dem Wald doch fort in die Welt? Was frommte das festeste Schwert, blieb dir das Fürchten fern? |
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SIEGFRIED (ungeduldig) Faulen Rat erfindest du wohl? |
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MIME (immer zutraulicher Siegfried näher tretend) Deiner Mutter Rat redet aus mir; was ich gelobte, muss ich nun lösen: in die listige Welt dich nicht zu entlassen, eh' du nicht das Fürchten gelernt. |
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SIEGFRIED (heftig) Ist's eine Kunst, was kenn' ich sie nicht? Heraus! Was ist's mit dem Fürchten? |
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MIME Fühltest du nie im finstren Wald, bei Dämmerschein am dunklen Ort, wenn fern es säuselt, summt und saust, wildes Brummen näher braust, wirres Flackern um dich flimmert, schwellend Schwirren zu Leib dir schwebt: - fühltest du dann nicht grieselnd Grausen die Glieder dir fahen? Glühender Schauer schüttelt die Glieder, in der Brust bebend und bang berstet hämmernd das Herz? Fühltest du das noch nicht, das Fürchten blieb dir dann fremd. |
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SIEGFRIED (nachsinnend) Sonderlich seltsam muss das sein! Hart und fest, fühl' ich, steht mir das Herz. - Das Grieseln und Grausen, das Glühen und Schauern, Hitzen und Schwindeln, Hämmern und Beben: - gern begehr' ich das Bangen, sehnend verlangt mich's der Lust! - Doch wie bringst du, Mime, mir's bei? Wie wärst du, Memme, mir Meister? |
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MIME Folge mir nur, ich führe dich wohl: sinnend fand ich es aus. Ich weiss einen schlimmen Wurm, der würgt' und schlang schon viel: Fafner lehrt dich das Fürchten, folgst du mir zu seinem Nest. |
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SIEGFRIED Wo liegt er im Nest? |
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MIME Neidhöhle wird es genannt: im Ost, am Ende des Walds. |
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SIEGFRIED Dann wär's nicht weit von der Welt? |
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MIME Bei Neidhöhle liegt sie ganz nah. |
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SIEGFRIED Dahin denn sollst du mich führen: lernt' ich das Fürchten, dann fort in die Welt! Drum schnell! Schaffe das Schwert, in der Welt will ich es schwingen. |
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MIME Das Schwert? O Not! |
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SIEGFRIED Rasch in die Schmiede! Weis', was du schufst! |
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MIME Verfluchter Stahl! Zu flicken versteh' ich ihn nicht: den zähen Zauber bezwingt keines Zwergen Kraft. Wer das Fürchten nicht kennt, der fänd' wohl eher die Kunst. |
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SIEGFRIED Feine Finten weiss mir der Faule; dass er ein Stümper, sollt' er gestehn: nun lügt er sich listig heraus! Her mit den Stücken, fort mit dem Stümper! (auf den Herd zuschreitend) Des Vaters Stahl fügt sich wohl mir: ich selbst schweisse das Schwert! (Er macht sich, Mimes Gerät durcheinander werfend, mit Ungestüm an die Arbeit) |
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MIME Hättest du fleissig die Kunst gepflegt, jetzt käm' dir's wahrlich zugut; doch lässig warst du stets in der Lehr': was willst du Rechtes nun rüsten? |
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SIEGFRIED Was der Meister nicht kann, vermöcht' es der Knabe, hätt' er ihm immer gehorcht? - (Er dreht ihm eine Nase) Jetzt mach' dich fort, misch' dich nicht drein: sonst fällst du mir mit ins Feuer! (Er hat eine grosse Menge Kohlen auf dem Herd aufgehäuft und unterhält in einem fort die Glut, während er die Schwertstücke in den Schraubstock einspannt und sie zu Spänen zerfeilt) |
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MIME (der sich etwas abseits niedergesetzt hat, sieht Siegfried bei der Arbeit zu) Was machst du denn da? Nimm doch die Löte: den Brei braut' ich schon längst. |
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SIEGFRIED Fort mit dem Brei! Ich brauch' ihn nicht: Mit Bappe back' ich kein Schwert! |
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MIME Du zerfeilst die Feile, zerreibst die Raspel: wie willst du den Stahl zerstampfen? |
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SIEGFRIED Zersponnen muss ich in Späne ihn sehn: was entzwei ist, zwing' ich mir so. (Er feilt mit grossem Eifer fort) |
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MIME (für sich) Hier hilft kein Kluger, das seh' ich klar: hier hilft dem Dummen die Dummheit allein! Wie er sich rührt und mächtig regt! lhm schwindet der Stahl, doch wird ihm nicht schwül! - (Siegfried hat das Herdfeuer zur hellsten Glut angefacht) Nun ward ich so alt wie Höhl' und Wald, und hab' nicht so was geseh'n! (Während Siegfried mit ungestümem Eifer fortfährt, die Schwertstücken zu zerfeilen, setzt sich Mime noch mehr beiseite) Mit dem Schwert gelingt's, das lern' ich wohl: furchtlos fegt er's zu ganz. Der Wand'rer wusst' es gut! - Wie berg' ich nun mein banges Haupt? Dem kühnen Knaben verfiel's, lehrt' ihn nicht Fafner die Furcht! (mit wachsender Unruhe aufspringend und sich beugend) Doch weh' mir Armen! Wie würgt' er den Wurm, erführ' er das Fürchten von ihm? Wie erräng' er mir den Ring? Verfluchte Klemme! Da klebt' ich fest, fänd' ich nicht klugen Rat, wie den Furchtlosen selbst ich bezwäng'. - |
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SIEGFRIED (hat nun die Stücken zerfeilt und in einem Schmelztiegel gefangen, den er jetzt in die Herdglut stellt) He, Mime! Geschwind! Wie heisst das Schwert, das ich in Späne zersponnen? |
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MIME (fährt zusammen und wendet sich zu Siegfried) Notung nennt sich das neidliche Schwert: deine Mutter gab mir die Mär. |
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Music Music Music Music Music |
SIEGFRIED (nährt unter dem folgenden die Glut mit dem Blasebalg) Notung! Notung! Neidliches Schwert! Was musstest du zerspringen? Zu Spreu nun schuf ich die scharfe Pracht, im Tiegel brat' ich die Späne. Hoho! Hoho! Hohei! Hohei! Blase, Balg! Blase die Glut! - Wild im Walde wuchs ein Baum, den hab' ich im Forst gefällt: - die braune Esche brannt' ich zur Kohl', auf dem Herd nun liegt sie gehäuft. Hoho! Hoho! Hohei! Hohei! Blase, Balg! Blase die Glut! Des Baumes Kohle, wie brennt sie kühn; wie glüht sie hell und hehr! In springenden Funken sprühet sie auf: Hohei! Hohei! Hohei! Zerschmilzt mir des Stahles Spreu. Hoho! Hoho! Hohei! Hoho! Blase, Balg! Blase die Glut! |
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MIME (immer für sich, entfernt sitzend) Er schmiedet das Schwert, und Fafner fällt er: das seh' ich nun sicher voraus. Hort und Ring erringt er im Harst: - wie erwerb' ich mir den Gewinn? Mit Witz und List erlang' ich beides und berge heil mein Haupt. |
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SIEGFRIED (nochmals am Blasebalg) Hoho! Hoho! Hohei! Hohei! |
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MIME (im Vordergrunde für sich) Rang er sich müd mit dem Wurm, von der Müh' erlab' ihn ein Trunk: aus würz'gen Säften, die ich gesammelt, brau' ich den Trank für ihn; wenig Tropfen nur braucht er zu trinken, sinnenlos sinkt er in Schlaf. Mit der eignen Waffe, die er sich gewonnen, räum' ich ihn leicht aus dem Weg, erlange mir Ring und Hort. (Er reibt sich vergnügt die Hände) Hei! Weiser Wand'rer! Dünkt' ich dich dumm? Wie gefällt dir nun mein feiner Witz? Fand ich mir wohl Rat und Ruh'? |
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SIEGFRIED Notung! Notung! Neidliches Schwert! Nun schmolz deines Stahles Spreu! Im eignen Schweisse schwimmst du nun. (Er giesst den glühenden Inhalt des Tiegels in eine Stangenform und hält diese in die Höhe) Bald schwing' ich dich als mein Schwert! (Er stösst die gefüllte Stangenform in den Wassereimer; Dampf und lautes Gezisch der Kühlung erfolgen) In das Wasser floss ein Feuerfluss: grimmiger Zorn zischt' ihm da auf! Wie sehrend er floss, in des Wassers Flut fliesst er nicht mehr. Starr ward er und steif, herrisch der harte Stahl: heisses Blut doch fliesst ihm bald! - (Er stösst den Stahl in die Herdglut und zieht die Blasebälge mächtig an) Nun schwitze noch einmal, dass ich dich schweisse, Notung, neidliches Schwert! (Mime ist vergnügt aufgesprungen; er holt verschiedene Gefässe hervor, schüttet aus ihnen Gewürz und Kräuter in einen Kochtopf und sucht, diesen auf dem Herd anzubringen) (Siegfried beobachtet während der Arbeit Mime, welcher vom andern Ende des Herdes her seinen Topf sorgsam an die Glut stellt) Was schafft der Tölpel dort mit dem Topf? Brenn' ich hier Stahl, braust du dort Sudel? |
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MIME Zuschanden kam ein Schmied, den Lehrer sein Knabe lehrt: mit der Kunst nun ist's beim Alten aus, als Koch dient er dem Kind. Brennt es das Eisen zu Brei, aus Eiern braut der Alte ihm Sud. (er fährt fort zu kochen) |
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SIEGFRIED Mime, der Künstler, lernt jetzt kochen; das Schmieden schmeckt ihm nicht mehr. Seine Schwerter alle hab' ich zerschmissen; was er kocht, ich kost' es ihm nicht! (Unter dem Folgenden zieht Siegfried die Stangenform aus der Glut, zerschlägt sie und legt den glühenden Stahl auf dem Amboss zurecht) Das Fürchten zu lernen, will er mich führen; ein Ferner soll es mich lehren: was am besten er kann, mir bringt er's nicht bei: als Stümper besteht er in allem! (während des Schmiedens) Hoho! Hoho! Hohei! Schmiede, mein Hammer, ein hartes Schwert! Hoho! Hahei! Hoho! Hahei! Einst färbte Blut dein falbes Blau; sein rotes Rieseln rötete dich: kalt lachtest du da, das warme lecktest du kühl! Heiaho! Haha! Haheiaha! Nun hat die Glut dich rot geglüht; deine weiche Härte dem Hammer weicht: zornig sprühst du mir Funken, dass ich dich Spröden gezähmt! Heiaho! Heiaho! Heiahohoho! Hahei! |
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MIME (beiseite) Er schafft sich ein scharfes Schwert, Fafner zu fällen, der Zwerge Feind: ich braut' ein Truggetränk, Siegfried zu fangen, dem Fafner fiel. Gelingen muss mir die List; lachen muss mir der Lohn! |
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| (Er beschäftigt sich während des folgenden damit, den Inhalt des Topfes in eine Flasche zu giessen) | |
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SIEGFRIED Hoho! Hoho! Hahei! Schmiede, mein Hammer, ein hartes Schwert! Hoho! Hahei! Hoho! Hahei! Der frohen Funken wie freu' ich mich; es ziert den Kühnen des Zornes Kraft: lustig lachst du mich an, stellst du auch grimm dich und gram! Heiaho, haha, haheiaha! Durch Glut und Hammer glückt' es mir; mit starken Schlägen streckt' ich dich: nun schwinde die rote Scham; werde kalt und hart, wie du kannst. Heiaho! Heiaho! Heiahohoho! Heiah! |
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(Er schwingt den Stahl und stösst ihn in den Wassereimer. Er lacht bei dem Gezisch laut auf) (Während Siegfried die geschmiedete Schwertklinge in dem Griffhefte befestigt, treibt sich Mime mit der Flasche im Vordergrunde umher) |
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MIME Den der Bruder schuf, den schimmernden Reif, in den er gezaubert zwingende Kraft, das helle Gold, das zum Herrscher macht, - ihn hab' ich gewonnen! Ich walte sein! - (Er trippelt, während Siegfried mit dem kleinen Hammer arbeitet und schleift und feilt, mit zunehmender Vergnügtheit lebhaft umher) Alberich selbst, der einst mich band, zur Zwergenfrone zwing' ich ihn nun; als Niblungenfürst fahr' ich darnieder; gehorchen soll mir alles Heer! Der verachtete Zwerg, wie wird er geehrt! - Zu dem Horte hin drängt sich Gott und Held: (mit immer lebhafteren Gebärden) vor meinem Nicken neigt sich die Welt, vor meinem Zorne zittert sie hin! - Dann wahrlich müht sich Mime nicht mehr: ihm schaffen andre den ew'gen Schatz. Mime, der kühne, Mime ist König, Fürst der Alben, Walter des Alls! Hei, Mime! Wie glückte dir das! Wer hätte wohl das gedacht! |
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SIEGFRIED (hat während der letzten Absätze von Mimes Lied mit den letzten Schlägen die Nieten des Griffheftes geglättet und fasst nun das Schwert) Notung! Notung! Neidliches Schwert! Jetzt haftest du wieder im Heft. Warst du entzwei, ich zwang dich zu ganz; kein Schlag soll nun dich mehr zerschlagen. Dem sterbenden Vater zersprang der Stahl, der lebende Sohn schuf ihn neu: nun lacht ihm sein heller Schein, seine Schärfe schneidet ihm hart. (das Schwert vor sich schwingend) Notung! Notung! Neidliches Schwert! Zum Leben weckt' ich dich wieder, tot lagst du in Trümmern dort, jetzt leuchtest du trotzig und hehr. Zeige den Schächern nun deinen Schein! Schlage den Falschen, fälle den Schelm! - Schau, Mime, du Schmied: - (Er holt mit dem Schwert aus) so schneidet Siegfrieds Schwert! |
| (Er schlägt auf den Amboss, welcher von oben bis unten in zwei Stücke zerspaltet, so dass er unter grossem Gepolter auseinander fällt. Mime, welcher in höchster Verzückung sich auf einen Schemel geschwungen hatte, fällt vor Schreck sitzlings zu Boden. Siegfried hält jauchzend das Schwert in die Höhe. - Der Vorhang fällt) |