

| (ERSTER AUFZUG) | (ACT ONE) | |
| DRITTE SZENE | SCENE THREE | |
| Tannhäuser, der seine Stellung nicht verlassen hat, befindet sich plötzlich in ein schönes Tal versetzt. Blauer Himmel, heitere Sonnenbeleuchtung. - Rechts im Hintergrunde die Wartburg; durch die Talöffnung nach links erblickt man den Hörselberg. - Rechts führt auf der halben Höhe des Tales ein Bergweg von der Richtung der Wartburg her nach dem Vordergrunde zu, wo er dann seitwärts abbiegt; in demselben Vordergrunde ist ein Muttergottesbild, zu welchem ein niedriger Bergvorsprung hinaufführt. - Von der Höhe links vernimmt man das Geläute von Herdeglocken; auf einem hohen Vorsprunge sitzt ein junger Hirt mit der Schalmei, dem Tale zugekehrt | Music | A green valley stretching between the Hörselberg and the Wartburg. Blue sky, bright sun. In the foreground is a shrine to the Virgin. A Shepherd Boy is blowing his pipe and singing. Sleep bells tinkle. |
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DER HIRT Frau Holda kam aus dem Berg hervor, zu ziehn durch Fluren und Auen, gar süssen Klang vernahm da mein Ohr, mein Auge begehrte zu schauen. (Er spielt) Da träumt' ich manchen holden Traum, und als mein Aug' erschlossen kaum, da strahlte warm die Sonnen, der Mai, der Mai war kommen. Nun spiel ich lustig die Schalmei, der Mai ist da, der liebe Mai! |
Music Music |
SHEPHERD Dame Holda's come out of the mountain to roam through field and meadow; my ear caught a sound there so sweet, m'eye longed to behold. There I dreamt many a sweet dream, and my eyes had scarcely opened when there the sun shone warm. May, May had come! Now I gaily play my pipe. May is here, the lovely May! |
| (Man hört den Gesang der älteren Pilger, welche, von der Richtung der Wartburgherkommend, auf dem Bergwege sich nähern. Der Hirt spielt auf der Schalmei) | (From the direction of the Wartburg, a band of Pilgrims approaches, singing) | |
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DIE ÄLTERE PILGER Zur dir wall ich, mein Jesus Christ, der du des Pilgers Hoffnung bist! Gelobt sie, Jungfrau süss und rein, der Wallfahrt wolle günstig sein! (Der Hirt, den Gesang vernehmend, halt auf der Schalmei ein und hört andächtig zu) Ach, schwer drückt mich der Sünden Last, kann länger sie nicht mehr ertragen! Drum will ich auch nicht Ruh' noch Rast, und wähle gern mir Müh' und Plagen. Am hohen Fest der Gnad' und Huld, in Demut sühn ich meine Schuld; gesegnet, wer im Glauben treu: er wird erlöst durch Buss' und Reu'. |
Music |
OLDER PILGRIMS To Thee do I journey, Lord Jesus Christ, for Thou art the pilgrims' hope! Praise be to thee, Virgin sweet and pure. Grant that our pilgrimage may prove propitious! Alas, the burden of my sins weighs me down. I can endure it no longer; I will know neither sleep nor rest therefore and gladly choose toil and vexation. At the sublime feast of clemency and grace I will atone for my sins in humility; blessed is he who truly belives: he shall be saved through penitence and repentance. |
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DER HIRT (als die Pilger auf der ihm gegenüberliegenden Höhe angekommen sind, ruft ihnen, die Mütze schwenkend, laut zu) Glück auf! Glück auf nach Rom! Betet fur meine arme Seele! |
SHEPHERD God speed! God speed to Rome! Pray for my poor soul! |
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| (Tannhäuser, der in der Mitte der Büne wie festgewurzelt gestanden, sinkt heftig erschüttert auf die Knie) | (Tannhäuser falls to his knees, deeply moved) | |
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TANNHÄUSER Allmächt'ger, dir sei Preis! Gross sind die Wunder deiner Gnade! |
TANNHÄUSER Glory be to Thee, Almighty God! Great are the marvels of Thy grace. |
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| (Der Zug der Pilger biegt von hier an auf dem Bergwege bei dem Muttergottesbilde links ab und verlässt so die Bühne; - der Hirt entfernt sich ebenfalls mit der Schalmei rechts von der Höhe, - man hört die Herdeglocken immer entfernter) | ||
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DIE PILGER Zur dir wall ich, mein Jesus Christ, der du des Pilgers Hoffnung bist! (auf dem Theater - immer entfernter) Gelobt sei, Jungfrau süss und rein, der Wallfahrt wolle günstig sein! (Die Pilger haben hier die Bühne bereits verlassen) |
OLDER PILGRIMS To Thee do I journey, Lord Jesus Christ, for Thou art the pilgrims' hope! Praise be to thee, Virgin sweet and pure. Grant that our pilgrimage may prove propitious! |
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TANNHÄUSER (auf den Knien, wie in brünstiges Gebet versunken) Ach, schwer drückt mich der Sünden Last, kann länger sie nicht mehr ertragen: drum will ich auch nicht Ruh' noch Rast, und wähle gern mir Müh' und Plagen. |
TANNHÄUSER Alas, the burden of my sins weighs me down, I can endure it no longer; I will know neither sleep nor rest therefore and gladly choose toil and vexation. |
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| (Tränen ersticken seine Stimme; er neigt das Haupt tief zur Erde und scheint, wie von Eisenach her, hört man Glockengeläute) | ||
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DIE PILGER (sehr entfernt) Am hohen Fest der Gnad' und Huld, in Demut sühn ich meine Schuld; (Waldhorn auf dem Theater, entfernt) gesegnet, wer im Glauben treu. |
PILGRIMS At the sublime feast of clemency and grace, I will atone for my sins in humility; blessed is he who truly belives. |
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| (Waldhörner entfernt. Während sich der Klang der Hörner allmählich nähert, schweigt das entfernte Geläute) | Music | |
| (Von der Anhöhe links herab, aus einem Waldwege, treten der Landgraf und die Sänger in Jägertracht einzeln auf) |