

| (ERSTER AUFZUG) | ||
| VIERTE SZENE | ||
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DER LANDGRAF (auf halber Höhe Tannhäuser erblickend) Wer ist der dort in brunstigem Gebete? |
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WALTHER Ein Büsser wohl. |
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BITEROLF Nach seiner Tracht ein Ritter. |
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WOLFRAM (eilt zunächst auf Tannhäuser zu und erkennt ihn) Er ist es! |
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WALTHER, HEINRICH DER SCHREIBER, BITEROLF, REINMAR Heinrich! Heinrich! Seh' ich recht? |
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| (Tannhäuser, der überrascht und schnell aufgefahren ist, fasst sich und verneigt sich stumm gegen den Landgrafen, nachdem er einen flüchtigen Blick auf ihn und die Sänger geworfen) | ||
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LANDGRAF Du bist es wirklich? Kehrest in den Kreis zurück, den du in Hochmut stolz verliessest? |
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BITEROLF Sag, was uns deine Wiederkehr bedeutet? |
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DER LANDGRAF UND DIE SÄNGER Sag es an! |
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BITEROLF Versöhnung? oder gilt's erneutem Kampf? |
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WALTHER Nahst du als Freund uns oder Feind? |
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DIE SÄNGER ausser WOLFRAM Als Feind? |
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Music |
WOLFRAM O fraget nicht! Ist dies des Hochmuts Miene? (Er geht freundlich auf Tannhäuser zu) Gegrüsst sei uns, du kühner Sänger, der ach! so lang' in unsrer Mitte fehlt! |
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WALTHER Willkommen, wenn du friedlich nahst! |
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BITEROLF Gegrüsst, wenn du uns Freunde nennst! Gegrüsst, gegrüsst, gegrüsst sei uns! |
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DIE ANDERN SÄNGER ausser WOLFRAM Gegrüsst, gegrüsst, gegrüsst sei uns! |
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DER LANDGRAF So sei willkommen denn auch mir! Sag' an, wo weiltest du so lang? |
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TANNHÄUSER Ich wanderte in weiter, weiter Fern' - da, wo ich nimmer Rast noch Ruhe fand. Fragt nicht! Zum Kampf mit euch kam ich' nicht her; seid mir versöhnt - und lasst mich weiter ziehn! |
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DER LANDGRAF Nicht doch! Der unsre bist du neu geworden. |
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WALTHER Du darfst nicht ziehn. |
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BITEROLF Wir lassen dich nicht fort. |
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DER LANDGRAF UND DIE SÄNGER ausser BITEROLF Bleib bei uns! |
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TANNHÄUSER Lasst mich! Mir frommet kein Verweilen; und nimmer kann ich rastend stehn! Mein Weg heisst mich nur vorwärts eilen, und nimmer darf ich rückwärts sehn! |
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DER LANDGRAF UND DIE SÄNGER Oh bleib'! Bei uns sollst du verweilen, wir lassen dich nicht von uns gehn! Du suchtest uns, warum enteilen? Nach solchem kurzen Wiedersehn? |
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TANNHÄUSER (sich losreissend) Fort, fort von hier! |
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DIE SÄNGER Bleib, bleib bei uns! |
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WOLFRAM (Tannhäuser in der Weg tretend, mit crhobener Stimme) Bleib bei Elisabeth! |
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TANNHÄUSER Elisabeth! - O Macht des Himmels, rufst du den süssen Namen mir? |
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WOLFRAM Nicht sollst du Feind mich schelten, dass ich ihn genannt! (zu dem Landgrafen) Erlaubest du mir, Herr, dass ich Verkünder seines Glücks ihm sei? |
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DER LANDGRAF Nenn ihm den Zauber, den er ausgeübt: und Gott verleih ihm Tugend, dass würdig er ihn löse! |
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Music |
WOLFRAM Als du in kühnem Sange uns bestrittest, bald siegreich gegen unsre Lieder sangst, durch unsre Kunst Besiegung bald erlittest; ein Preis doch war's, den du allein errangst. War's Zauber, war es reine Macht, durch die solch Wunder du vollbracht, an deinen Sang voll Wonn' und Leid gebannt die tugendreichste Maid? Denn ach! als du uns stolz verlassen, verschloss ihr Herzunsrem Lied; wir sahen ihre Wang' erblassen, für immer unsern Kreis sie mied. O kehr zurück, du kühner Sänger, dem unsren sei dein Lied nicht fern! Den Festen fehle sie nicht länger, aufs neue leuchte uns ihr Stern! |
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Music |
DIE SÄNGER ausser WOLFRAM Sei unser, Heinrich, kehr uns wieder! Zweitracht und Streit sei abgetan! Vereint ertönen unsre Lieder, und Brüder nenne uns fortan! |
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WOLFRAM O kehr zurück, du kühner Sänger! O kehr zurück! Vereint ertönen unsre Lieder, und Brüder nenne uns fortan! |
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DER LANDGRAF O kehr zurück, du kühner Sänger! Zwietracht und Streit sei abgetan |
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| (Tannhäuser, von heftiger Rührung ergriffen, stürzt sich in Wolframs Arme, begrüsst der Reihe nach herzlich jeden der Sänger und verneigt sich innig dankend vor dem Landgrafen) | ||
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Music |
TANNHÄUSER Zu ihr! Zu ihr! Oh, führet mich zu ihr! Ha, jetzt erkenne ich sie wieder, die schöne Welt, der ich entrückt! Der Himmel blickt auf mich hernieder, die Fluren prangen reich geschmückt! Der Lenz, der Lenz, mit tausend holden Klängen zog jubelnd in die Seele mir! In süssem, ungestümen Drängen ruft laut mein Herz: Zu ihr! Zu ihr! Führt mich zu ihr! |
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| (Während des Vorhergehenden hat sich nach und nach der ganze Jagdtross des Landgrafen mit Falkenträgern usw. auf der Bühne versammelt Die Jäger stossen in die Hörner) | ||
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LANDGRAF UND DIE SÄNGER Er kehrt zurück, den wir verloren! Ein Wunder hat ihn hergebracht! Die ihm den Übermut beschworen, gepriesen sei die holde Macht! Nun lausche unsern Hochgesängen von neuem der Gepriesnen Ohr! Es tön in froh belebten Klängen das Lied aus jeder Brust hervor! |
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| (Das ganze Tal wimmelt jetzt vom immer noch stärker angewachsenen Jagdtross) | ||
| (Der Landgraf und die Sänger wenden sich den Jägern zu; der Landgraf stösst in sein Horn, lautes Hornschmettern und Rüdengebell antwortet ihm. Während der Landraf und die Sänger die Pferde, die ihnen von der Wartburg zugeführt worden sind, besteigen, fällt der Vorhang) |