

| (ZWEITER AUFZUG) | ||
| ZWEITE SZENE | ||
| (Elisabeth erblickt Tannhäuser) | ||
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WOLFRAM (zu Tannhäuser) Dort ist sie: nahe dich ihr ungestört! (Er bleibt an die Mauerbrüstung gelehnt im Hintergrund) |
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TANNHÄUSER (stürzt ungestüm zu den Füssen Elisabeths) O Fürstin! |
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ELISABETH (in schüchterner Verwirrung) Gott! Stehet auf! Lasst mich! Nicht darf ich Euch hier sehn! (Sie macht eine Bewegung, sich zu entfernen) |
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TANNHÄUSER Du darfst! O bleib, und lass' zu deinen Füssen mich! |
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Music |
ELISABETH (wendet sich ihm freundlich zu) So stehet auf! Nicht sollet hier Ihr knien, denn diese Halle ist Euer Königreich. O stehet auf! Nehmt meinen Dank, dass Ihr zurückgekehrt! Wo weiltet Ihr so lange? |
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TANNHÄUSER Fern von hier, in weiten, weiten Landen; dichtes Vergessen hat zwischen heut und gestern sich gesenkt. All mein Erinnern ist mir schnell geschwunden, und nur des Einen muss ich mich entsinnen, dass ich nie mehr gehofft, Euch zu begrüssen, noch je zu Euch mein Auge zu erheben. |
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ELISABETH Was war es dann, das Euch zurückgeführt? |
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Music |
TANNHÄUSER Ein Wunder war's, ein unbegreiflich hohes Wunder! |
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ELISABETH Ich preise dieses Wunder aus meines Herzens Tiefe! (sich mässigend, in Verwirrung) Verzeiht, wenn ich nicht weiss, was ich beginne! Im Traum bin ich und tör'ger als ein Kind, machtlos der Macht der Wunder preisgegeben. Fast kenn ich mich nicht mehr... O helfet mir, dass ich das Rätsel meines Herzens löse! Der Sänger klugen Weisen lauscht ich sonst wohl gern und viel; ihr Singen und ihr Preisen schien mir ein holdes Spiel. Doch welch ein seltsam neues Leben rief Euer Lied mir in die Brust! Bald wollt es mich wie Schmerz durchbeben, bald drang's in mich wie jähe Lust; Gefühle, die ich nie empfunden, Verlangen, das ich nie gekannt! Was sonst mir lieblich, war verschwunden vor Wonnen, die noch nie genannt! Und als Ihr nun von uns gegangen, war Frieden mir und Lust dahin; die Weisen, die die Sänger sangen, erschienen matt mir, trüb ihr Sinn; im Traume fühlt ich dumpfe Schmerzen, mein Wachen ward trübsel'ger Wahn; - die Freude zog aus meinem Herzen: - Heinrich! Heinrich! Was tatet Ihr mir an? |
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Music |
TANNHÄUSER (begeistert) Den Gott der Liebe sollst du preisen! Er hat die Saiten mir berührt, er sprach zu dir aus meinen Weisen, zu dir hat er mich hergeführt. |
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Music Music |
ELISABETH Gepriesen sei die Stunde, gepriesen sei die Macht, die mir so holde Kunde von Eurer Näh' gebracht! Von Wonneglanz umgeben, lacht mir der Sonne Schein; erwacht zu neuem Leben, nenn ich die Freude mein! |
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TANNHÄUSER Gepriesen sei die Stunde, gepriesen sei die Macht, die mir so holde Kunde aus deinem Mund gebracht! Dem neu erkannten Leben darf ich mich mutig weihn; ich nenn in freud'gem Beben sein schönstes Wunder mein! |
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WOLFRAM (im Hintergrunde) So flieht für dieses Leben mir jeder Hoffnung Schein! |
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| (Tannhäuser trennt sich von Elisabeth; er geht auf Wolfram zu, umarmt ihn heftig und entfernt sich mit ihm durch die Treppe) | ||
| (Elisabeth blickt Tannhäuser vom Balkon aus nach) |