

| (ERSTER AUFZUG) | |
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VIERTE SZENE Die Vorigen und Kurwenal |
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| (Durch die Vorhänge tritt mit Ungestüm Kurwenal herein) | |
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KURWENAL Auf! Auf! Ihr Frauen! Frisch und froh! Rasch gerüstet! Fertig nun, hurtig und flink! (gemessener) Und Frau Isolden sollt ich sagen von Held Tristan, meinem Herrn: Vom Mast der Freude Flagge, sie wehe lustig ins Land; in Markes Königsschlosse mach sie ihr Nah'n bekannt. Drum Frau Isolde bät er eilen, fürs Land sich zu bereiten, dass er sie könnt geleiten. |
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ISOLDE (nachdem sie zuerst bei der Meldung in Schauer zusammengefahren, gefasst und mit Würde) Herrn Tristan bringe meinen Gruss, und meld ihm, was ich sage. Sollt ich zur Seit' ihm gehen, vor König Marke zu stehen, nicht möcht es nach Zucht und Fug geschehn, empfing ich Sühne nicht zuvor für ungesühnte Schuld: - drum such er meine Huld. (Kurwenal macht eine trotzige Gebärde. Isolde fährt mit Steigerung fort) Du merke wohl, und meld es gut! Nicht woll ich mich bereiten, ans Land ihn zu begleiten; nicht werd ich zur Seit' ihm gehen, vor König Marke zu stehen; begehrte Vergessen und Vegeben nach Zucht und Fug er nicht zuvor für ungebüsste Schuld: - die böt' ihm meine Huld. |
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KURWENAL Sicher wisst, das sag' ich ihm; nun harrt, wie er mich hört! |
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| (Er geht schnell zurück. Isolde eilt auf Brangäne zu und umarmt sie heftig) | |
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ISOLDE Nun leb wohl, Brangäne! Grüss mir die Welt, grüsse mir Vater und Mutter! |
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BRANGÄNE Was ist? Was sinnst du? Wolltest du fliehn? Wohin soll ich dir folgen? |
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ISOLDE (fasst sich schnell) Hörtest du nicht? Hier bleib ich, Tristan will ich erwarten. Getreu befolg was ich befehl, den Sühnetrank rüste schnell; du weisst, den ich dir wies. (Sie entnimmt dem Schrein das Fläschen) |
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BRANGÄNE Und welchen Trank? |
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ISOLDE Diesen Trank! In die goldne Schale giess ihn aus; gefüllt fasst sie ihn ganz. |
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BRANGÄNE (voll Grausen das Fläschen empfangend) Trau ich dem Sinn? |
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ISOLDE Sei du mir treu! |
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BRANGÄNE Den Trank - für wen? |
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ISOLDE Wer mich betrog. |
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BRANGÄNE Tristan? |
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ISOLDE Trinke mir Sühne! |
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BRANGÄNE (zu Isoldes Füssen stürzend) Entsetzen! Schone mich Arme! |
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ISOLDE (sehr heftig) Schone du mich, untreue Magd! Kennst du der Mutter Künste nicht? Wähnst du, die alles klug erwägt, ohne Rat in fremdes Land hätt' sie mit dir mich entsandt? Für Weh und Wunden gab sie Balsam, für böse Gifte Gegengift: für tiefstes Weh, für höchstes Leid - gab sie den Todestrank. Der Tod nun sag ihr Dank! |
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Music |
BRANGÄNE (kaum ihrer mächtig) O tiefstes Weh! |
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ISOLDE Gehorchst du mir nun? |
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BRANGÄNE O höchstes Leid! |
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ISOLDE Bist du mir treu? |
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BRANGÄNE Der Trank? |
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KURWENAL (eintretend) Herr Tristan! |
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| (Brangäne erhebt sich erschrocken und verwirrt. Isolde sucht mit furchtbarer Anstrengung sich zu fassen) | |
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ISOLDE (zu Kurwenal) Herr Tristan trete nah! |