RichardWagner
Libretti
Tristan und Isolde

DRITTER AUFZUG Musica
Musica
ATTO TERZO
ERSTE SZENE

Der Hirt. Kurwenal. Tristan.
SCENA PRIMA

Il Pastore. Kurwenal. Tristano.
(Burggarten. Zur einen Seite hohe Burggebäude, zur andren eine niedrige Mauerbrüstung, von einer Warte unterbrochen; im Hintergrunde das Burgtor. Die Lage ist auf felsiger Höhe anzunehmen; durch Öffnungen blickt man auf einen weiten Meereshorizont. Das Ganze macht den Eindruck der Herrenlosigkeit, übel gepflegt, hie und da schadhaft und bewachsen. Im Vordergrunde, an der inneren Seite, liegt Tristan, unter dem Schatten einer grossen Linde, auf einem Ruhebett schlafend, wie leblos ausgestreckt.
Zu Häupten ihm sitzt Kurwenal, in Schmerz über ihn hingebeugt und sorgsam seinem Atem lauschend. - Von der Aussenseite her hört man, beim Aufziehen des Vorhanges, einen Hirtenreigen, sehnsüchtig und traurig auf einer Schalmei geblasen. Endlich erscheint der Hirt selbst mit dem Oberleibe über der Mauerbrüstung und blickt teilnehmend herein)
Musica

Musica
(Giardino d'un castello. Da un lato alti muri, dall'altro, un basso parapetto, interrotto da una torre di vedetta; in fondo, la porta del castello stesso. Si immagina che esso sia situato sull'alto di una roccia; attraverso i vani, la vista si stende su un ampio orizzonte di mare. L'insieme dà l'impressione della mancanza dei padroni; mal mantenuto, qua e là danneggiato e coperto d'erbe. Sul davanti della scena, nella parte interna, giace Tristano sotto l'ombra d'un gran tiglio, dormiente sopra un divano, steso come un corpo esanime.
Al suo capezzale siede Kurwenal dolorosamente curvo su di lui, in atto di spiare con ansia il suo respiro. - Dalla parte esterna si ode, all'alzarsi del sipario, una danza pastorale, nostalgicamente e tristemente suonata da una zampogna. Infine appare il Pastore con la parte superiore del corpo al di sopra del parapetto del muro e guarda dentro con curiosità)
HIRT
(leise)

Kurwenal! He!
Sag, Kurwenal!
Hör doch, Freund!

(Kurwenal wendet ein wenig
das Haupt nach ihm)


Wacht er noch nicht?
IL PASTORE
(sommessamente)

Kurwenal! Ehi!
Di', Kurwenal!
Senti, dunque, amico!

(Kurwenal volge un poco
il capo verso di lui)


Non si sveglia ancora?
KURWENAL
(schüttelt traurig mit dem Kopf)

Erwachte er,
wär's doch nur
um für immer zu verscheiden:
erschien zuvor
die Ärztin nicht,
die einz'ge, die uns hilft. -
Sahst du noch nichts?
Kein Schiff noch auf der See?
KURWENAL
(scuote tristemente il capo)

Se si svegliasse,
sarebbe soltanto
per lasciarci per sempre:
a meno che prima non apparisse
la sanatrice,
la sola, che ci può soccorrere...
Non hai visto ancora niente?
Nessun vascello ancora sul mare?
HIRT

Eine andre Weise
hörtest du dann,
so lustig, als ich sie nur kann.
Nun sag auch ehrlich,
alter Freund:
was hat's mit unserm Herrn?
IL PASTORE

Un'altra aria
sentiresti allora,
così gaia, come meglio io posso.
Ora dimmi sinceramente,
mio vecchio amico:
che è successo al nostro signore?
KURWENAL

Lass die Frage:
du kannst's doch nie erfahren.
Eifrig späh;
und siehst du ein Schiff,
so spiele lustig und hell!
KURWENAL

Lascia la domanda:
non potrai mai saperlo.
Scruta diligentemente,
e se tu vedi un naviglio,
suona un'aria gaia e serena!
(Der Hirt wendet sich und späht, mit der Hand überm Aug', nach dem Meer aus) (Il Pastore si volta e scruta verso il mare con la mano sugli occhi)
HIRT

Öd und leer das Meer!

(Er setzt die Schalmei an den Mund
und entfernt sich blasend)
IL PASTORE

Deserto e vuoto il mare!

(Egli accosta la zampogna alle labbra
e si allontana suonando)
TRISTAN
(bewegungslos, dumpf)

Die alte Weise; -
was weckt sie mich?

(Er schlägt die Augen auf
und wendet das Haupt ein wenig)


Wo bin ich?
TRISTANO
(immobile, cupo)

La vecchia aria;...
a che ella mi desta?

(Apre gli occhi e volge
un poco il capo)


Dove sono?
KURWENAL
(fährt erschrocken auf)

Ha! Diese Stimme!
Seine Stimme!
Tristan, Herre!
Mein Held! Mein Tristan!
KURWENAL
(sobbalza, spaventato)

Ah! quella voce!
La sua voce!
Tristano! Signore!
Mio eroe! Mio Tristano
TRISTAN
(mit Anstrengung)

Wer ruft mich?
TRISTANO
(a fatica)

Chi mi chiama?
KURWENAL

Endlich! Endlich!
Leben, o Leben!
Süsses Leben,
meinem Tristan neu gegeben!
KURWENAL

Finalmente! Finalmente!
Vita, o vita!
Dolce vita,
al mio Tristano nuovamente donata!
TRISTAN
(ein wenig auf dem Lager
sich erhebend, matt)


Kurwenal - du?
Wo war ich?
Wo bin ich?
TRISTANO
(alzandosi un poco sul
suo giaciglio, esausto)


Kurwenal?... Tu?
Dov'ero?
Dove sono?
KURWENAL

Wo du bist?
In Frieden, sicher und frei!
Kareol, Herr:
kennst du die Burg
der Väter nicht?


Musica
KURWENAL

Dove sei?
In pace, libero e sicuro!
Kareol, signore:
non conosci la rocca
degli avi?
TRISTAN

Meiner Väter?
TRISTANO

Dei miei avi?
KURWENAL

Sieh dich nur um!
KURWENAL

Guàrdati semplicemente intorno!
TRISTAN

Was erklang mir?
TRISTANO

Che è che mi suona?
KURWENAL

Des Hirten Weise
hörtest du wieder;
am Hügel ab
hütet er deine Herde.
KURWENAL

L'aria del pastore
hai udito nuovamente;
lungo il pendio della collina
guarda i tuoi greggi.
TRISTAN

Meine Herde?
TRISTANO

I miei greggi?
KURWENAL

Herr, das mein' ich!
Dein das Haus,
Hof und Burg!
Das Volk, getreu
dem trauten Herrn,
so gut es konnt',
hat's Haus und Hof gepflegt,
das einst mein Held
zu Erb' und Eigen
an Leut' und Volk verschenkt,
als alles er verliess,
in fremde Land' zu ziehn.
KURWENAL

Signore, lo credo bene!
Tua la casa,
il cortile, il castello!
Il popolo fedele
all'amato signore,
come meglio poteva,
ha curato casa e podere,
che un giorno il mio eroe
in eredità e possesso
donò alla sua gente ed al suo popolo,
quando tutto lasciò
per andare in terre lontane.
TRISTAN

In welches Land?
TRISTANO

In quale terra?
KURWENAL

Hei! Nach Kornwall:
kühn und wonnig
was sich da Glanzes,
Glück und Ehren
Tristan, mein Held, hehr ertrotzt!
KURWENAL

Oh! in Cornovaglia:
ardito e gioioso
quale splendore colà
di fortuna e d'onore
Tristano, il mio eroe, nobilmente si conquistò!
TRISTAN

Bin ich in Kornwall?
TRISTANO

Sono in Cornovaglia?
KURWENAL

Nicht doch: in Kareol!
KURWENAL

Ma no: in Kareol!
TRISTAN

Wie kam ich her?
TRISTANO

Come me ne venni qui?
KURWENAL

Hei nun! Wie du kamst?
Zu Ross rittest du nicht;
ein Schifflein führte dich her:
doch zu dem Schifflein
hier auf den Schultern
trug ich dich; - die sind breit:
sie trugen dich dort zum Strand.
Nun bist du daheim, daheim zu Land:
im echten Land,
im Heimatland;
auf eigner Weid' und Wonne,
im Schein der alten Sonne,
darin von Tod und Wunden
du selig sollst gesunden.

(Er schmiegt sich an Tristans Brust)
KURWENAL

Ah, dunque! Come venisti?
A cavallo di certo non venisti;
una navicella ti condusse qui:
però alla navicella
su queste spalle
io ti portai:... esse sono larghe:
esse ti portano colà alla spiaggia.
Ora tu sei a casa tua, a casa tua, a terra!
nella tua vera terra
nella terra tua patria;
nella delizia dei tuoi pascoli,
sotto i raggi del vecchio sole:
ivi dalla morte e dalle ferite
felicemente guarirai.

(Si stringe al petto di Tristano)
TRISTAN
(nach einem kleinen Schweigen)

Dünkt dich das?
Ich weiss es anders,
doch kann ich's dir nicht sagen.
Wo ich erwacht, -
weilt' ich nicht;
doch, wo ich weilte,
das kann ich dir nicht sagen.
Die Sonne sah ich nicht,
noch sah ich Land und Leute:
doch, was ich sah,
das kann ich dir nicht sagen.
Ich war,
wo ich von je gewesen,
wohin auf je ich geh':
im weiten Reich
der Weltennacht.
Nur ein Wissen
dort uns eigen:
göttlich ew'ges
Urvergessen!
Wie schwand mir seine Ahnung
Sehnsücht'ge Mahnung,
nenn' ich dich,
die neu dem Licht
des Tags mich zugetrieben?
Was einzig mir geblieben,
ein heiss-inbrünstig Lieben,
aus Todeswonne-Grauen
jagt's mich, das Licht zu schauen,
das trügend hell und golden
noch dir, Isolden, scheint!

(Kurwenal birgt, von Grausen gepackt,
sein Haupt. Tristan richtet sich
allmählich immer mehr auf)


Isolde noch
im Reich der Sonne!
Im Tagesschimmer
noch Isolde!
Welches Sehnen!
Welches Bangen!
Sie zu sehen,
welch Verlangen!
Krachend hört' ich
hinter mir
schon des Todes
Tor sich schliessen:
weit nun steht es
wieder offen,
der Sonne Strahlen
sprengt' es auf;
mit hell erschlossnen Augen
muss ich der Nacht enttauchen,
sie zu suchen,
sie zu sehen;
sie zu finden,
in der einzig
zu vergehen,
zu entschwinden
Tristan ist vergönnt.
Weh, nun wächst,
bleich und bang,
mir des Tages
wilder Drang;
grell und täuschend
sein Gestirn
weckt zu Trug
und Wahn mir das Hirn!
Verfluchter Tag
mit deinem Schein!
Wachst du ewig
meiner Pein?
Brennt sie ewig,
diese Leuchte,
die selbst nachts
von ihr mich scheuchte?
Ach, Isolde,
süsse Holde!
Wann endlich,
wann, ach wann
löschest du die Zünde,
dass sie mein Glück mir künde?
Das Licht - wann löscht es aus?

(Er sinkt erschöpft leise zurück)

Wann wird es Nacht im Haus?
























































































Musica
TRISTANO
(dopo un breve silenzio)

Questo a te sembra?
Io la so altrimenti,
ma non te la posso dire.
Dov'io mi sono svegliato,...
non mi sono trattenuto;
però dov'io mi son trattenuto
non te lo posso dire.
Io non vidi il sole,
né vidi io terra né popolo:
pure quel ch'io vidi
non te lo posso dire.
Io ero
dove sono sempre stato,
dove per sempre tornerò:
nell'ampio reame
della notte dei mondi.
Solo un sapere
colà è nostro:
il divino eterno
originario oblio!
Come mi sparve il suo presagio?
Nostalgico ammonimento,
debbo io nominarti,
che nuovamente alla luce
del giorno m'ha spinto?
Quel che unicamente m'era rimasto,
un ardente appassionato amore,
dal voluttuoso crepuscolo della morte
mi ha respinto a guardare la luce,
che traditrice e chiara e aurea
ancora per te, Isolda, riluce!

(Kurwenal, preso da orrore,
nasconde il capo. Tristano
si drizza lentamente sempre più)


Isolda ancora
nel reame del sole!
Nella luce del giorno
ancora Isolda!
Quale brama!
Quale ansia!
Di vederla
quale desiderio!
Con fragore udii
dietro di me
già della morte
la porta chiudersi:
bene ora ella sta
nuovamente aperta,
i raggi del sole
l'hanno forzata;
con occhi aperti alla luce
debbo io risorgere dalla notte,...
per cercarla,
per vederla,
per trovarla
in lei unica
per perdersi
per sparire
Tristano è stato favorito.
Ahimè, ora cresce
pallida, assillante
a me del giorno
la selvaggia angoscia;
con luce stridente, ingannevole,
la sua costellazione
sveglia all'inganno
ed all'illusione la mia mente!
Maledetto giorno
con la tua luce!
Veglierai tu sempre
per il mio tormento?
Arderà sempre
questa fiaccola
che, perfino di notte,
mi allontanò da lei?
Ah Isolda!
dolce Isolda!
Quando finalmente
quando, ah! quando,
spegnerai tu la fiaccola
perch'ella m'annunzi la mia fortuna?
La luce - quando si spegnerà?

(Ricade esausto lentamente)

Quando si farà notte in questa casa?
KURWENAL
(nach grosser Erschütterung aus der
Niederschlagenheit sich aufraffend)


Der einst ich trotzt',
aus Treu' zu dir,
mit dir nach ihr
nun muss ich mich sehnen.
Glaub' meinem Wort:
du sollst sie sehen
hier und heut;
den Trost kann ich dir geben -
ist sie nur selbst noch am Leben.
KURWENAL
(con grande commozione, risollevandosi
dal proprio abbattimento)


Colei ch'io un giorno sfidai
per fedeltà verso di te,
con te verso di lei
debbo ora sospirare.
Credi alla mia parola
tu la vedrai
qui, oggi;
questo conforto io ti posso dare,...
pure ch'ella viva ancora.
TRISTAN
(sehr matt)

Noch losch das Licht nicht aus,
noch ward's nicht Nacht im Haus:
Isolde lebt und wacht;
sie rief mich aus der Nacht.
TRISTANO
(molto debolmente)

Ancora la luce non si è spenta,
ancora non s'è fatto notte in casa;
Isolda vive e veglia,
ella m'ha richiamato dalla notte.
KURWENAL

Lebt sie denn,
so lass dir Hoffnung lachen!
Muss Kurwenal dumm dir gelten,
heut' sollst du ihn nicht schelten.
Wie tot lagst du
seit dem Tag,
da Melot, der Verruchte,
dir eine Wunde schlug.
Die böse Wunde,
wie sie heilen?
Mir tör'gem Manne
dünkt' es da,
wer einst dir Morolds
Wunde schloss,
der heilte leicht die Plagen,
von Melots Wehr geschlagen.
Die beste Ärztin
bald ich fand;
nach Kornwall hab ich
ausgesandt:
ein treuer Mann
wohl übers Meer
bringt dir Isolde her.
KURWENAL

S'ella vive,
lascia dunque che ti rida la speranza!
Se anche Kurwenal ti deve parere sempliciotto,
oggi non avrai a lagnarti di lui.
Come morto sei giaciuto
dal giorno
in cui Melot, lo scellerato,
ti inferse una ferita.
Ca cattiva ferita,
come guarirla?
A me uomo semplice
parve allora,
che colei che un giorno a te di Morold
la ferita chiuse,
costei facilmente guarirebbe le piaghe
inferte dall'arma di Melot.
La migliore sanatrice
subito trovai;
in Cornovaglia ho io
inviato:
un uomo fedele
bene attraverso il mare
ti porterà qui Isolda.
TRISTAN
(ausser sich)

Isolde kommt!
Isolde naht!

(Er ringt gleichsam nach Sprache)

O Treue! Hehre,
holde Treue!

(Er zieht Kurwenal an sich
und umarmt ihn)


Mein Kurwenal,
du trauter Freund!
Du Treuer ohne Wanken,
wie soll dir Tristan danken?
Mein Schild, mein Schirm
in Kampf und Streit,
zu Lust und Leid
mir stets bereit:
wen ich gehasst,
den hasstest du;
wen ich geminnt,
den minntest du.
Dem guten Marke,
dient' ich ihm hold,
wie warst du ihm treuer als Gold!
Musst' ich verraten
den edlen Herrn,
wie betrogst du ihn da so gern!
Dir nicht eigen,
einzig mein,
mit leidest du,
wenn ich leide:
nur was ich leide;
das kannst du nicht leiden!
Dies furchtbare Sehnen,
das mich sehrt;
dies schmachtende Brennen,
das mich zehrt;
wollt' ich dir's nennen,
könntest du's kennen:
nicht hier würdest du weilen,
zur Warte müsstest du eilen, -
mit allen Sinnen
sehnend von hinnen
nach dorten trachten und spähen,
wo ihre Segel sich blähen,
wo vor den Winden,
mich zu finden,
von der Liebe Drang befeuert,
Isolde zu mir steuert! -
Es naht! Es naht
mit mutiger Hast!
Sie weht, sie weht -
die Flagge am Mast.
Das Schiff! Das Schiff!
Dort streicht es am Riff!
Siehst du es nicht?

(heftig)

Kurwenal, siehst du es nicht?



Musica
TRISTANO
(fuori di sé)

Isolda viene!
Isolda s'appressa!

(come cercando a stento l'espressione)

O fede! Nobile
dolce fede!

(Trae a sé Kurwenal
e lo abbraccia)


Mio Kurwenal,
amico caro!
O fedele senza vacillare,
come ti deve ringraziare Tristano?
Mio scudo, mio schermo,
in lotta e battaglia,
in piacere e patire,
a me sempre pronto:
colui che io ho odiato
tu hai odiato,
colui che io ho amato
tu hai amato.
Al buon Marco,
quand'io fedelmente lo servivo,
a lui fosti più fedele dell'oro!
Quand'io dovetti tradire
il nobile signore,
come volentieri allora tu lo tradisti!
A te non appartieni,
mio solamente,
mi compassioni
se io patisco:
solo quel ch'io patisco
tu non puoi patire!
Questa spaventevole brama
che mi corrode;
questo spasimante ardore
che mi consuma,
se io te lo dicessi,
se tu lo potessi comprendere,
non qui tu indugeresti,
ma t'affretteresti in vedetta...
con tutti i sensi
bramoso di qui dentro
al di fuori ti protenderesti e spieresti
là dove le sue vele si gonfiano;
dove, precedendo i venti.
per trovarmi,
infiammata dal fuoco d'amore,
Isolda verso di me naviga!...
Ecco s'appressa! Ecco s'appressa
con baldanzosa fretta!
Sventola, sventola...
la bandiera all'albero.
Il vascello! Il vascello!
Ecco rasenta la scogliera!
Non lo vedi?

(impetuosamente)

Kurwenal, non lo vedi?
(Als Kurwenal, um Tristan nicht zu verlassen, zögert, und dieser in schweigender Spannung auf ihn blickt, ertönt, wie zu Anfang, näher, dann ferner, die klagende Weise des Hirten) (Mentre Kurwenal per non lasciare Tristano, esita, e questi con silenziosa tensione guarda su di lui, risuona come da principio, vicina, poi più lontana, l'aria lamentosa del pastore)
KURWENAL
(niedergeschlagen)

Noch ist kein Schiff zu sehn!
KURWENAL
(abbattuto)

Nessun vascello si vede ancora!
TRISTAN
(hat mit abnehmender Aufregung
gelauscht und beginnt nun
mit wachsender Schwermut)


Muss ich dich so verstehn,
du alte ernste Weise,
mit deiner Klage Klang?
Durch Abendwehen
drang sie bang,
als einst dem Kind
des Vaters Tod verkündet: -
durch Morgengrauen
bang und bänger,
als der Sohn
der Mutter Los vernahm.
Da er mich zeugt' und starb,
sie sterbend mich gebar, -
die alte Weise
sehnsuchtbang
zu ihnen wohl
auch klagend drang,
die einst mich frug,
und jetzt mich frägt:
zu welchem Los erkoren,
ich damals wohl geboren?
Zu welchem Los?
Die alte Weise
sagt mir's wieder:
mich sehnen - und sterben!
Nein! Ach nein!
So heisst sie nicht!
Sehnen! Sehnen!
Im Sterben mich zu sehnen,
vor Sehnsucht nicht zu sterben!
Die nie erstirbt,
sehnend nun ruft
um Sterbens Ruh'
sie der fernen Ärztin zu. -
Sterbend lag ich
stumm im Kahn,
der Wunde Gift
dem Herzen nah:
Sehnsucht klagend
klang die Weise;
den Segel blähte der Wind
hin zu Irlands Kind.
Die Wunde, die
sie heilend schloss,
riss mit dem Schwert
sie wieder los;
das Schwert dann aber -
liess sie sinken;
den Gifttrank gab sie
mir zu trinken:
wie ich da hoffte
ganz zu genesen,
da ward der sehrendste
Zauber erlesen:
dass nie ich sollte sterben,
mich ew'ger Qual vererben!
Der Trank! Der Trank!
Der furchtbare Trank!
Wie vom Herzen zum Hirn
er wütend mir drang!
Kein Heil nun kann,
kein süsser Tod
je mich befrein
von der Sehnsucht Not;
nirgends, ach nirgends
find ich Ruh':
mich wirft die Nacht
dem Tage zu,
um ewig an meinen Leiden
der Sonne Auge zu weiden.
O dieser Sonne
sengender Strahl,
wie brennt mir das Hirn
seine glühende Qual!
Für diese Hitze
heisses Verschmachten,
ach, keines Schattens
kühlend Umnachten!
Für dieser Schmerzen
schreckliche Pein,
welcher Balsam sollte
mir Lindrung verleihn?
Den furchtbaren Trank,
der der Qual mich vertraut,
ich selbst - ich selbst,
ich hab' ihn gebraut!
Aus Vaters Not
und Mutter-Weh,
aus Liebestränen
eh' und je, -
aus Lachen und Weinen,
Wonnen und Wunden
hab ich des Trankes
Gifte gefunden!
Den ich gebraut,
der mir geflossen,
den Wonne schlürfend
je ich genossen, -
verflucht sei, furchtbarer Trank!
Verflucht, wer dich gebraut!

(Er sinkt ohnmächtig zurück)
TRISTANO
(il quale ha prestato ascolto con agitazione
in via di calmarsi, comincia ora
con crescente malinconia)


Così debbo io intenderti,
antica, austera melodia,
col suono del tuo lamento?
Attraverso le arie della sera,
angosciosamente ella penetrò,
quando un giorno al fanciullo
annunziò la morte del padre:...
attraverso il crepuscolo del mattino,
angosciosa, sempre più angosciosa,
quando il figlio
apprese la sorte della madre.
Poiché egli generandomi morì,
ed ella morendo mi partorì,...
l'antica melodia,
con aria bramosa,
bene a loro
anche penetrò col lamento;
quella stessa che un giorno mi chiese
ed ora mi chiede:
a quale sorte destinato
nacqui io allora?
A quale sorte?
L'antica melodia
me lo ripete ancora:
a bramare... e morire!
No! Ah no!
Non così ella vuole!
Bramare! Bramare!
Nel morire bramare,
non di brama di morire!
Quella melodia che non muore,
ora chiama bramando,
per la pace del morire
la lontana sanatrice...
Morente io giacevo,
e muto, nella navicella,
col veleno della ferita
presso al cuore;
bramosamente lamentando
risuonò la melodia;
il vento gonfiò la vela
verso la figlia d'Irlanda.
La ferita, che
ella guarendo chiuse,
con la spada sbendò
ella nuovamente;
ma poi la spada...
ella lasciò cadere;
la bevanda avvelenata ella dette
a me da bere:
quand'io sperai
di guarire veramente,
allora fu il più divorante
filtro scelto,
affinché io non avessi mai a morire,
ma ad assoggettarmi ad un tormento eterno!
Il filtro! Il filtro!
Il terribile filtro!
Come dal cuore al cervello
infuriando mi penetrò!
Nessun rimedio ora può,
nessuna dolce morte
mai liberarmi
dal tormento della brama;
in nessun luogo, ah! in nessun luogo
troverò pace:
mi rigetta la notte
nuovamente al giorno,
per eternamente del mio patire
gli occhi del sole pascere.
Oh di questo sole
lo struggente raggio,
come mi brucia la fronte
il suo ardente strazio!
Per di questo ardore
l'ardente languire,
ah! di nessun'ombra
[mai] fresco annottare!
Contro di questi tormenti
la terribile pena,
quale balsamo potrebbe
mai portarmi sollievo?
Quel terribile filtro,
che m'ha consegnato alla sofferenza,
io stesso... io stesso
l'ho preparato!
Con l'angoscia di mio padre,
col soffrire di mia madre,
con lagrime d'amore,
in ogni tempo,...
con riso e con pianto,
con voluttà e con ferite,
ho del filtro
i veleni trovato!
Quel filtro che ho preparato,
che per me è stato versato,
che sorseggiando voluttà,
io ho un giorno bevuto,...
sia maledetto, terribile filtro!
Maledetto, chi t'ha preparato!

(Ricade svenuto)
KURWENAL
(der vergebens Tristan zu mässigen
suchte, schreit entsetzt auf)


Mein Herre! Tristan!
Schrecklicher Zauber!
O Minnetrug!
O Liebeszwang!
Der Welt holdester Wahn,
wie ist's um dich getan!
Hier liegt er nun,
der wonnige Mann,
der wie keiner geliebt und geminnt.
Nun seht, was von ihm
sie Dankes gewann,
was je Minne sich gewinnt!

(mit schluchzender Stimme)

Bist du nun tot?
Lebst du noch?
Hat dich der Fluch entführt?

(Er lauscht seinem Atem)

O Wonne! Nein!
Er regt sich, er lebt! -
Wie sanft er die Lippen rührt!
KURWENAL
(che invano ha cercato di calmare
Tristano, grida spaventato)


Mio signore! Tristano!
Spaventevole incanto!
O inganno dell'ebrezza!
O tirannia dell'amore!
O dolcissima tra le illusioni del mondo,
com'è finita per te!
Ecco egli ora giace,
l'uomo gioioso,
che ha amato e s'è inebriato come nessun altro.
Ora vedete, quale da lui
ringraziamente l'amore n'ha colto,
che cosa mai ne guadagna!

(con voce singhiozzante)

Sei dunque morto?
O vivi ancora?
La maledizione t'ha rapito?

(Ascolta il suo respiro)

O felicità! No!
Egli si muove, egli vive!...
Come dolcemente muove le labbra!
TRISTAN
(langsam wieder zu sich kommend)

Das Schiff? Siehst du's noch nicht?
TRISTANO
(lentamente tornando in sé)

Il vascello? Non lo vedi tu ancora?
KURWENAL

Das Schiff? Gewiss,
es naht noch heut';
es kann nicht lang mehr säumen.
KURWENAL

Il vascello? Certo
oggi stesso s'appresserà;
non può più tardar oltre.
TRISTAN

Und drauf Isolde,
wie sie winkt, -
wie sie hold
mir Sühne trinkt:
siehst du sie?
siehst du sie noch nicht?

Wie sie selig,
hehr und milde
wandelt durch
des Meers Gefilde?
Auf wonniger Blumen
lichten Wogen
kommt sie sanft
ans Land gezogen.
Sie lächelt mir Trost
und süsse Ruh',
sie führt mir letzte
Labung zu.
Ach, Isolde, Isolde!
Wie schön bist du!
Und Kurwenal, wie,
du sähst sie nicht?
Hinauf zur Warte,
du blöder Wicht!
Was so hell und licht ich sehe,
dass das dir nicht entgehe!
Hörst du mich nicht?
Zur Warte schnell!
Eilig zur Warte!
Bist du zur Stell'?
Das Schiff? Das Schiff?
Isoldens Schiff?
Du musst es sehen!
Musst es sehen!
Das Schiff? Sähst du's noch nicht?








Musica
Musica
TRISTANO

E su di esso Isolda,
com'ella accenna,...
come dolce
ella beve a me il perdono:
la vedi?
Non la vedi ancora?

Come beata,
e nobile e dolce,
si aggira per
i campi del mare?
Su di fiori deliziosi
onde luminose,
viene ella dolcemente
tratta a terra.
Ella mi sorride conforto
e dolce riposo.
Porta ella a me l'ultimo
conforto.
Ah! Isolda, Isolda!
Come sei bella!
Kurwenal, come,
non la vedesti?
Su in vedetta,
uomo dalla vista corta!
Quel che così chiaro e luminoso io vedo,
che non ti sfugga!
Non mi odi?
Presto in vedetta!
Subito in vedetta!
Sei al tuo posto?
Il vascello! Il vascello!
Il vascello d'Isolda?
Lo devi vedere!
Lo devi vedere!
Il vascello? Non lo vedesti ancora?
(Während Kurwenal noch zögernd mit Tristan ringt, lässt der Hirt von aussen die Schalmei ertönen. Kurwenal springt freudig auf) Musica (Mentre Kurwenal esitando lotta ancora con Tristano, il Pastore dal di fuori fa risuonare la zampogna. Kurwenal balza in piedi con gioia)
KURWENAL

O Wonne! Freude!

(Er stürzt auf die Warte
und späht aus)


Ha! Das Schiff!
Von Norden seh' ich's nahen.




Musica
KURWENAL

O voluttà! O gioia!

(Sale precipitosamente
al posto di vedetta e spia fuori)


Ah! Il vascello!
Lo vedo appressarsi dal nord.
TRISTAN
(in wachsender Begeisterung)

Wusst' ich's nicht?
Sagt' ich's nicht?
dass sie noch lebt,
noch Leben mir webt?
Die mir Isolde
einzig enthält,
wie wär' Isolde
mir aus der Welt?
TRISTANO
(con crescente esaltazione)

Non lo sapevo forse?
Non lo dissi forse?
Che ella ancora vive,
ed ancora per me tesse la vita?
Quel mondo che per me Isolda
solo contiene,
come sarebbe Isolda
fuori di quel mondo?
KURWENAL
(von der Warte zurückrufend,
jauchzend)


Heiha! Heiha!
Wie es mutig steuert!
Wie stark der Segel sich bläht!
Wie es jagt, wie es fliegt!
KURWENAL
(volgendosi a chiamare dal posto
di vedetta, giubilante)


Heiha! Heiha!
Come naviga baldanzosamente!
Con quanta forza si gonfia la vela!
Come corre! Come vola!
TRISTAN

Die Flagge? Die Flagge?
TRISTANO

La bandiera? La bandiera?
KURWENAL

Der Freude Flagge
am Wimpel lustig und hell!
KURWENAL

Bandiera di gioia,
pressi il gagliardetto, gaia e luminosa!
TRISTAN
(auf dem Lager hoch sich aufrichtend)

Hahei! Der Freude!
Hell am Tage
zu mir Isolde!
Isolde zu mir!
Siehst du sie selbst?
TRISTANO
(drizzandosi alto sul giaciglio)

Evviva! Quale gioia!
Luminosa nel giorno
a me Isolda!
Isolda a me!
La vedi tu in persona?
KURWENAL

Jetzt schwand das Schiff
hinter dem Fels.
KURWENAL

Ora il vascello è scomparso
dietro la rupe.
TRISTAN

Hinter dem Riff?
Bringt es Gefahr?
Dort wütet die Brandung,
scheitern die Schiffe!
Das Steuer, wer führt's?
TRISTANO

Dietro la scogliera?
Porterà pericolo?
Là la risacca infuria,
e naufragano i vascelli!
Il timone chi lo tiene?
KURWENAL

Der sicherste Seemann.
KURWENAL

Il pilota più sicuro.
TRISTAN

Verriet' er mich?
Wär' er Melots Genoss?
TRISTANO

Mi vorrebbe tradire?
Sarebbe compagno di Melot?
KURWENAL

Trau' ihm wie mir!
KURWENAL

Di lui fidati come di me!
TRISTAN

Verräter auch du!
Unsel'ger!
Siehst du sie wieder?
TRISTANO

Traditore anche te!
Sciagurato!
La vedi nuovamente?
KURWENAL

Noch nicht.
KURWENAL

Non ancora.
TRISTAN

Verloren!
TRISTANO

Perduta!
KURWENAL
(jauchzend)

Heiha! Hei ha ha ha!
Vorbei! Vorbei!
Glücklich vorbei!
KURWENAL
(giubilando)

Evviva! Hei ha ha ha!
Passato, passato!
Felicemente passato!
TRISTAN
(jauchzend)

Hei ha ha ha! Kurwenal,
treuester Freund!
All mein Hab' und Gut
vererb ich noch heute.
TRISTANO
(giubilando)

Evviva! ha ha ha! Kurwenal,
fedelissimo amico!
Ogni mio possesso ed avere
oggi stesso io ti lego.
KURWENAL

Sie nahen im Flug.
KURWENAL

Si avvicinano di volo.
TRISTAN

Siehst du sie endlich?
Siehst du Isolde?
TRISTANO

La vedi finalmente?
Vedi tu Isolda?
KURWENAL

Sie ist's! Sie winkt!
KURWENAL

È lei! Ella accenna!
TRISTAN

O seligstes Weib!
TRISTANO

Donna celeste!
KURWENAL

Im Hafen der Kiel!
Isolde, ha!
Mit einem Sprung
springt sie vom Bord ans Land.
KURWENAL

Nel porto il vascello!
Isolda, ah!
con un salto
salta da bordo a terra.
TRISTAN

Herab von der Warte,
müssiger Gaffer!
Hinab! Hinab
an den Strand!
Hilf ihr! Hilf meiner Frau!
TRISTANO

Giù dalla vedetta,
ozioso badalucco!
Giù! Giù
alla spiaggia!
Aiutala! Aiuta la mia donna!
KURWENAL

Sie trag' ich herauf:
trau' meinen Armen!
Doch du, Tristan,
bleib mir treulich am Bett!
KURWENAL

La porterò io quassù:
fidati delle mie braccia!
ma tu, Tristano,
fedele al mio consiglio, rimani sul tuo letto.
(Kurwenal eilt fort) (Kurwenal esce rapidamente)