RichardWagner
Libretti
Die Walküre

(ERSTER AUFZUG) (ACT ONE)
DRITTE SZENE SCENE THREE
SIEGMUND
(Allein. - Es ist vollständig Nacht
geworden; der Saal ist nur noch
von einem schwachen Feuer im Herde
erhellt. Siegmund lässt sich, nah beim
Feuer, auf dem Lager nieder und brütet
in grosser innerer Aufregung eine
Zeitlang schweigend vor sich hin).


Ein Schwert verhiess mir der Vater,
ich fänd' es in höchster Not.
Waffenlos fiel ich
in Feindes Haus;
seiner Rache Pfand,
raste ich hier: -
ein Weib sah ich,
wonnig und hehr:
entzückend Bangen
zehrt mein Herz.
Zu der mich nun Sehnsucht zieht,
die mit süssem Zauber mich sehrt,
im Zwange hält sie der Mann,
der mich Wehrlosen höhnt!
Wälse! Wälse!
Wo ist dein Schwert?
Das starke Schwert,
das im Sturm ich schwänge,
bricht mir hervor aus der Brust,
was wütend das Herz noch hegt?

(Das Feuer bricht zusammen;
es fällt aus der aufsprühenden
Glut plötzlich ein greller Schein
auf die Stelle des Eschenstammes,
welche Sieglindes Blick bezeichnet
hatte und an der man jetzt deutlich
einen Schwertgriff haften sieht)


Was gleisst dort hell
im Glimmerschein?
Welch ein Strahl bricht
aus der Esche Stamm?
Des Blinden Auge
leuchtet ein Blitz:
lustig lacht da der Blick.

Wie der Schein so hehr
das Herz mir sengt!
Ist es der Blick
der blühenden Frau,
den dort haftend
sie hinter sich liess,
als aus dem Saal sie schied?

(Von hier an verglimmt das
Herdfeuer allmählich).


Nächtiges Dunkel
deckte mein Aug',
ihres Blickes Strahl
streifte mich da:
Wärme gewann ich und Tag.
Selig schien mir
der Sonne Licht;
den Scheitel umgliss mir
ihr wonniger Glanz -
bis hinter Bergen sie sank.

(Ein neuer schwacher
Aufschein des Feuers)


Noch einmal, da sie schied,
traf mich abends ihr Schein;
selbst der alten Esche Stamm
erglänzte in goldner Glut:
da bleicht die Blüte,
das Licht verlischt;
nächtiges Dunkel
deckt mir das Auge:
tief in des Busens Berge
glimmt nur noch lichtlose Glut.























Music





















Music
SIEGMUND








My father promised me a sword:
I would find it in deepest distress.
Unarmed I stumbled
into an enemy's house;
as security for his vengeance
I stay here.
I saw a woman
lovely and dignified;
enchanting fear
eats up my heart.
She draws me to her in loging,
she hurts me with sweet magic,
yet she is held captive by the man
who mocks my defencelessness.
Volsa, Volsa,
where is your sword?
The stout sword
that I shall wield in adversity:
will it burst from my breast
where my raging heart hides it?









What is that brightly gleaming
in the flickering light?
What is the light bursting
from the ash tree's trunk?
My eyes are blinded
by the flashing light.
The flare laughs down gaily.

How brightly the beams
scorch my heart.
Is it the gaze
of that radiant woman
that she left there
clinging behind her
when she went out of the room?




Night and darkness
closed my eyes;
then the blaze of her look
fell on me:
I knew warmth and daylight.
Like a blessing on me
shone the sunlight;
my head was ringed
by its wonderful radiance
till it sank behind the hills.




Once more as it departed
at evening its light fell on me.
Even the old ashtree's trunk
shone in a golden glow.
Then the blossom faded,
the light went out.
Night and darkness
close my eyes:
Deep in the recesses of my heart
an invisible fire burns on.
(Das Feuer ist gänzlich verloschen: volle Nacht. - Das Seitengemach öffnet leise: Sieglinde, in weissem Gewande, tritt heraus und schreitet leise, doch rasch, auf den Herd zu).  
SIEGLINDE

Schläfst du, Gast?
SIEGLINDE

Are you asleep, guest?
SIEGMUND
(freudig überrascht aufspringend)

Wer schleicht daher?
SIEGMUND


Who's tiptoeing over here?
SIEGLINDE
(Mit geheimnisvoller Hast)

Ich bin's: höre mich an!
In tiefem Schlaf liegt Hunding;
ich würzt' ihm betäubenden Trank:
nütze die Nacht dir zum Heil!
SIEGLINDE


It is I: listen to me!
Hunding is sound asleep.
I made him a drugged drink;
use the night to save yourself.
SIEGMUND
(hitzig unterbrechend)

Heil macht mich dein Nah'n!
SIEGMUND


I am saved by your presence.
SIEGLINDE

Eine Waffe lass mich dir weisen:
o wenn du sie gewännst!
Den hehrsten Helden
dürft' ich dich heissen:
dem Stärksten allein
ward sie bestimmt.

O merke wohl, was ich dir melde!
Der Männer Sippe
sass hier im Saal,
von Hunding zur Hochzeit geladen:
er freite ein Weib,
das ungefragt
Schächer ihm schenkten zur Frau.
Traurig sass ich,
während sie tranken;
ein Fremder trat da herein:
ein Greis in blauem Gewand;
tief hing ihm der Hut,
der deckt' ihm der Augen eines;
doch des andren Strahl,
Angst schuf es allen,
traf die Männer
sein mächtiges Dräu'n.
mir allein
weckte das Auge
süss sehnenden Harm,
Tränen und Trost zugleich.
Auf mich blickt' er
und blitzte auf jene,
als ein Schwert in Händen er schwang;
das stiess er nun
in der Esche Stamm,
bis zum Heft haftet' es drin:
dem sollte der Stahl geziemen,
der aus dem Stamm' es zög'.
Der Männer alle,
so kühn sie sich mühten,
die Wehr sich keiner gewann;
Gäste kamen
und Gäste gingen,
die stärksten zogen am Stahl -
keinen Zoll entwich er dem Stamm:
dort haftet schweigend das Schwert. -
Da wusst' ich, wer der war,
der mich Gramvolle gegrüsst;
ich weiss auch,
wem allein
im Stamm das Schwert er bestimmt.
O fänd' ich ihn heut'
und hier, den Freund;
käm' er aus Fremden
zur ärmsten Frau.
Was je ich gelitten
in grimmigem Leid,
was je mich geschmerzt
in Schande und Schmach, -
süsseste Rache
sühnte dann alles!
Erjagt hätt' ich,
was je ich verlor,
was je ich beweint,
wär' mir gewonnen,
fänd' ich den heiligen Freund,
umfing' den Helden mein Arm!








Music










































Music
SIEGLINDE

Let me show you a sword:
o if only you could get it!
I could acclaim you
as the noblest of heroes;
It was intended
for the strongest alone.

O listen carefully to what I tell you!
The men of his family
sat in the room here,
they were guests at Hunding's wedding.
He was marrying a woman
who, without being asked,
robbers had made wife.
Sadly I sat
while they drank.
A stranger came in,
an old man in a grey cloak;
his hat was pulled down
so as to cover one eye.
But the glint of the other
made them all afraid,
when the men saw
its autority and sternness.
To me alone
his eye suggested
sweet, longing sadness,
tears and comfort both together.
He looked at me
and glowered at them
while a sword flashed in his hand.
This he thrust
in the tree trunk,
it lodged there right up to the hilt.
The blade would belong to anyone
who pulled it out of the tree.
All the men,
bravely as they tried,
failed to win the weapon.
Visitors came
and visitors went.
The strongest tugged at the hilt,
but it moved not an inch from the tree.
The sword remains silently there.
Then I knew who is was
that had greeted me in my grief:
and I know too
for whom alone
he fixed the sword in the tree.
Oh! could I find him now
and here, that friend,
if he came from far away
to the most miserable of women:
all that I suffered
in bitter sorrow,
all that caused me pain
in my shame and dishonour -
sweetest revenge
would pay for it all!
I would retrieve
what I lost;
what I wept for
would be won back to me;
if I found this sacred friend
my arms would embrace him as a hero.
SIEGMUND
(mit Glut Sieglinde umfassend)

Dich selige Frau
hält nun der Freund,
dem Waffe und Weib bestimmt!
Heiss in der Brust
brennt mir der Eid,
der mich dir Edlen vermählt.
Was je ich ersehnt,
ersah ich in dir;
in dir fand ich,
was je mir gefehlt!
Littest du Schmach,
und schmerzte mich Leid;
war ich geächtet,
und warst du entehrt:
freudige Rache
lacht nun den Frohen!
Auf lach' ich
in heiliger Lust, -
halt' ich dich Hehre umfangen,
fühl' ich dein schlagendes Herz!
SIEGMUND


Beloved woman,
that friend holds you now;
both sword and woman will be his.
Fiercely in my heart
burns the oath
that makes you my noble wife.
All that I longed for
I see in you.
I find in you
all that I lacked.
Though you suffered disgrace,
though sorrow grieved me,
though I was outlawed
and you dishonoured,
joyful revenge
will now proclaim us happy.
I laugh aloud
for holy joy
when I hold you in my embrace
and feel your beating heart.
(Die grosse Türe springt auf)  
SIEGLINDE
(fährt erschrocken zusammen
und reisst sich)


Ha, wer ging? Wer kam herein?
SIEGLINDE



Ah, who went out? Who came in?
(Die Tür bleibt weit geöffnet: aussen herrliche Frühlingsnacht; der Vollmond leuchtet herein und wirft sein helles Licht auf das Paar, das so sich plötzlich in voller Deutlichkeit wahrnehmen kann)  
SIEGMUND
(in leiser Entzückung)

Keiner ging -
doch einer kam:
siehe, der Lenz
lacht in den Saal!

(Siegmund zieht Sieglinde mit
sanfter Gewalt zu sich auf das
Lager, so dass sie neben ihm
zu sitzen kommt. Wachsende
Helligkeit des Mondscheines)


Winterstürme wichen
dem Wonnemond, -
in mildem Lichte
leuchtet der Lenz; -
auf linden Lüften
leicht und lieblich,
Wunder webend
er sich wiegt;
durch Wald und Auen
weht sein Atem,
weit geöffnet
lacht sein Aug': -
aus sel'ger Vöglein Sange
süss er tönt,
holde Düfte
haucht er aus;
seinem warmen Blut entblühen
wonnige Blumen,
Keim und Spross
entspringt seiner Kraft.
Mit zarter Waffen Zier
bezwingt er die Welt;
Winter und Sturm wichen
der starken Wehr: -
wohl musste den tapfern Streichen
die strenge Türe auch weichen,
die trotzig und starr
uns - trennte von ihm. -
Zu seiner Schwester
schwang er sich her;
die Liebe lockte den Lenz:
in unsrem Busen
barg sie sich tief;
nun lacht sie selig dem Licht.
Die bräutliche Schwester
befreite der Bruder;
zertrümmert liegt,
was je sie getrennt:
jauchzend grüsst sich
das junge Paar:
vereint sind Liebe und Lenz!














Music
SIEGMUND


Nobody went
but someone came;
look, the spring
smiles into the room.







Wintry storms have vanished
before Maytime;
in a gentle light
springtime shines out.
On balmy breezes
light and lovely
it weaves
miracles as it wafts.
Through woods and meadows
its breath blows,
wide open
its eyes are smiling.
Lovely birdsong
sweetly proclaims it.
Blissful scents
exhale its presence.
Marvellous flowers
sprout from its hot blood,
buds and shoots
grow from its strenght.
With an armoury of delicate charm
it conquers the world.
Winter and storms vanish
before their stout defence.
At these bold blows, of course,
the stout doors yelded too,
for stubborn and hard
they kept us from the spring.
To its sister here
it flew.
Love decoyed the spring.
In our hearts
it was hidden deep;
now it smiles joyfully at the light.
The sister as bride
is freed by her brother.
In ruins lies
all that kept them apart.
Joyfully the young couple
greet one another.
Love and Spring are united.
SIEGLINDE

Du bist der Lenz,
nach dem ich verlangte
in frostigen Winters Frist.
Dich grüsste mein Herz
mit heiligem Grau'n,
als dein Blick zuerst mir erblühte.
Fremdes nur sah ich von je,
freudlos war mir das Nahe.
Als hätt' ich nie es gekannt,
war, was immer mir kam.
Doch dich kannt' ich
deutlich und klar:
als mein Auge dich sah,
warst du mein Eigen;
was im Busen ich barg,
was ich bin,
hell wie der Tag
taucht' es mir auf,
o wie tönender Schall
schlug's an mein Ohr,
als in frostig öder Fremde
zuerst ich den Freund ersah.

(Sie hängt sich entzückt an seinen
Hals und blickt ihm nahe ins Gesicht)
SIEGLINDE

You are the spring
for which I longed
in the frosty winter time.
My heart greeted you
with holy terror
when first your glance lighted upon me.
I had only ever seen strangers;
my surroundings were friendless.
As if I had never known it
was everything that befell me.
But you I recognized
plain and clear;
when my eyes saw you,
you belonged to me.
What I hid in my heart,
what I am,
bright as day
it come to me,
like a resounding echo
it fell upon my ear,
when in frosty loney strangeness
I saw my friend.



SIEGMUND
(mit Hingerissenheit)

O süsseste Wonne!
O seligstes Weib!
SIEGMUND


O sweetest bliss,
most blessed woman!
SIEGLINDE
(dicht an seinen Augen)

O lass in Nähe
zu dir mich neigen,
dass hell ich schaue
den hehren Schein,
der dir aus Aug'
und Antlitz bricht
und so süss die Sinne mir zwingt.



Music
SIEGLINDE


O let me come
close up to you
and clearly see
the noble light
thet shines in your eyes
and from your face,
and sweetly grips my senses.
SIEGMUND

Im Lenzesmond
leuchtest du hell;
hehr umwebt dich
das Wellenhaar:
was mich berückt,
errat' ich nun leicht,
denn wonnig weidet mein Blick.








Music
SIEGMUND

In the spring moonlight
you shine brightly,
nobly haloed
with waving hair:
what enchanted me
I can easly guess,
for rapturously my eyes gloat on you.
SIEGLINDE
(schlägt ihm die Locken von der Stirn
zurück und betrachtet ihn staunend)


Wie dir die Stirn
so offen steht,
der Adern Geäst
in den Schläfen sich schlingt!
Mir zagt es vor der Wonne,
die mich entzückt!
Ein Wunder will mich gemahnen:
den heut' zuerst ich erschaut,
mein Auge sah dich schon!








Music
SIEGLINDE



Look how your forehead
broadens ouy,
and the network of veins
winds into your temples.
I tremble with the delight
that enchants me.
It brings something strange to my mind:
though I first saw you today,
I've set eyes on you before.
SIEGMUND

Ein Minnetraum
gemahnt auch mich:
in heissem Sehnen
sah ich dich schon!
SIEGMUND

A dream of love
comes to my mind as well:
burning with longing
I have seen you before.
SIEGLINDE

Im Bach erblickt' ich
mein eigen Bild -
und jetzt gewahr' ich es wieder:
wie einst dem Teich es enttaucht,
bietest mein Bild mir nun du!
SIEGLINDE

In the stream I've seen
my own likeness;
and now I see it again.
As once it appeared in the water
so now you show me my likeness.
SIEGMUND

Du bist das Bild,
das ich in mir barg.
SIEGMUND

You are the likeness
that I hid in myself.
SIEGLINDE
(den Blick schnell abwendend)

O still! Lass mich
der Stimme lauschen:
mich dünkt, ihren Klang
hört' ich als Kind -

(aufgeregt)

Doch nein! Ich hörte sie neulich,
als meiner Stimme Schall
mir widerhallte der Wald.
SIEGLINDE


Hush! let me
listen to your voice.
Its sound, I fancy,
I heard as a child,



but no! I heard it recently -
when the echo of my voice
sounded back through the forest.
SIEGMUND

O lieblichste Laute,
denen ich lausche!
SIEGMUND

O loveliest sound
for me to hear!
SIEGLINDE
(ihm wieder in die Augen spähend)

Deines Auges Glut
erglänzte mir schon:
so blickte der Greis
grüssend auf mich,
als der Traurigen Trost er gab.
An dem Blick
erkannt' ihn sein Kind -
schon wollt' ich beim Namen ihn nennen!

(Sie hält inne,
und fährt dann leise fort)


Wehwalt heisst du fürwahr?
SIEGLINDE


The fire in your eyes
has blazed at me before.
So the old man gazed
at me in greeting
when to my sadness he brought comfort.
By his look
his child recognized him,
I even wanted to call him by name.




Are you really called Woeful?
SIEGMUND

Nicht heiss' ich so,
seit du mich liebst:
nun walt' ich der hehrsten Wonnen!
SIEGMUND

I am not called
that since you love me:
Now I am full of purest rapture.
SIEGLINDE

Und Friedmund darfst du
froh dich nicht nennen?
SIEGLINDE

And "Peaceful" may you not,
being happy, be named?
SIEGMUND

Nenne mich du,
wie du liebst, dass ich heisse:
den Namen nehm' ich von dir!
SIEGMUND

Name me
what you love to call me.
I take my name from you.
SIEGLINDE

Doch nanntest du Wolfe den Vater?
SIEGLINDE

But did you name Wolf as your father?
SIEGMUND

Ein Wolf war er feigen Füchsen!
Doch dem so stolz
strahlte das Auge,
wie, Herrliche, hehr dir es strahlt,
der war: - Wälse genannt.
SIEGMUND

A Wolf he was to cavern foxes!
But he whose proud
eyes shone
as grandly as yours, you marvel,
his name was "Volsa".
SIEGLINDE
(ausser sich)

War Wälse dein Vater,
und bist du ein Wälsung,
stiess er für dich
sein Schwert in den Stamm -
so lass mich dich heissen,
wie ich dich liebe:
Siegmund -
so nenn' ich dich!
SIEGLINDE


If "Volsa" was your father
and you are a "Volsung",
it was for you he thrust
his sword in the tree -
so let me call you
by the name I love:
Siegmund -
so I name you.
SIEGMUND
(springt auf dem Stamm zu
und fasst den Schwertgriff)


Siegmund heiss' ich
und Siegmund bin ich!
Bezeug' es dies Schwert,
das zaglos ich halte!
Wälse verhiess mir,
in höchster Not
fänd' ich es einst:
ich fass' es nun!
Heiligster Minne
höchste Not,
sehnender Liebe
sehrende Not
brennt mir hell in der Brust,
drängt zu Tat und Tod:
Notung! Notung! -
So nenn' ich dich, Schwert -
Notung! Notung!
Neidlicher Stahl!
Zeig' deiner Schärfe
schneidenden Zahn:
heraus aus der Scheide zu mir! -

(Er zieht mit einem gewaltigen
Ruck das Schwert aus dem Stamme
und zeigt es der von Staunen und
Entzücken erfassten Sieglinde)


Siegmund, den Wälsung,
siehst du, Weib!
Als Brautgabe
bringt er dies Schwert:
so freit er sich
die seligste Frau;
dem Feindeshaus
entführt er dich so.
Fern von hier
folge mir nun,
fort in des Lenzes
lachendes Haus:
dort schützt dich Notung, das Schwert,
wenn Siegmund dir liebend erlag!

(Er hat sie umfasst,
um sie mit sich fortzuziehen).


















Music
SIEGMUND



Siegmund I am called
and Siegmund I am,
let this sword,
which I fearlessly hold, bear witness.
Volsa promised me
that in deepest distress
I should one day find it.
Now I grasp it.
Holiest love's
deepest distress,
yearning love's
scorching desire,
burn bright in my breast,
urge me to deeds and death.
"Needy", "Needy",
I name you, sword.
"Needy", "Needy",
percious blade,
show your sharpness
and cutting edge:
come from your scabbard to me!






You see Siegmund,
the Volsung, woman!
As wedding gift
he brings this sword;
so he weds
the fairest of women;
he takes you away
from the enemy's house.
Now follow me
far from here,
out into springingtime's
smiling house.
For protection you'll have "Needy" the sword,
even if Siegmund expires with love.



SIEGLINDE
(reisst sich in höchster
Trunkenheit von ihm los und
stellt sich ihm gegenüber)


Bist du Siegmund,
den ich hier sehe -
Sieglinde bin ich,
die dich ersehnt:
die eigne Schwester
gewannst du zu eins mit dem Schwert!
SIEGLINDE




Are you Siegmund
whom I see here?
I am Sieglinde
who longed for you:
your own sister
you have won and the sword as well.
SIEGMUND

Braut und Schwester
bist du dem Bruder -
so blühe denn, Wälsungen-Blut!
SIEGMUND

Wife and sister
you'll be to your brother.
So let the Volsung blood increase.
(Er zieht sie mit wütender Glut an sich; sie sinkt mit einem Schrei an seine Brust. - Der Vorhang fällt schnell) Music