

| (ZWEITER AUFZUG) | (ACT TWO) | |
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DRITTE SZENE (Auf dem Bergjoch angelangt, gewahrt Brünnhilde, in die Schlucht hinabblickend, Siegmund und Sieglinde; sie betrachtet die Nahenden einen Augenblick und wendet sich dann in die Höhe zu ihrem Ross, so dass sie dem Zuschauer gänzlich verschwindet - Siegmund und Sieglinde erscheinen auf dem Bergjoche. Sieglinde schreitet Siegmund hastig voraus; Siegmund sucht sie aufzuhalten) |
SCENE THREE | |
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SIEGMUND Raste nun hier; gönne dir Ruh'! |
SIEGMUND Do stop here, and take a rest. |
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SIEGLINDE Weiter! Weiter! |
SIEGLINDE On! On! |
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SIEGMUND (umfasst sie mit sanfter Gewalt) Nicht weiter nun! (Er schliesst sie fest an sich) Verweile, süssestes Weib! Aus Wonne-Entzücken zucktest du auf, mit jäher Hast jagtest du fort: kaum folgt' ich der wilden Flucht; durch Wald und Flur, über Fels und Stein, sprachlos, schweigend sprangst du dahin, kein Ruf hielt dich zur Rast! (Sie starrt wild vor sich hin) Ruhe nun aus: rede zu mir! Ende des Schweigens Angst! Sieh, dein Bruder hält seine Braut: Siegmund ist dir Gesell'! (Er hat sie unvermerkt nach dem Steinsitze geleitet) |
SIEGMUND No further just now! Wait, my sweet wife! You rushed away from blessed delight; with sudden haste you stormed off. I could hardly follow your wild flight. Through woods and meadows, over cliffs and stones, speechless, silent you ran ahead. I could not stop you by calling. Now take a rest, speak to me. Stop this silence that scares me. Look, your brother is holding his bride. Siegmund is your companion. |
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SIEGLINDE (blickt Siegmund mit wachsendem Entzücken in die Augen, dann umschlingt sie leidenschaftlich seinen Hals und verweilt so; dann fährt sie mit jähem Schreck auf) Hinweg! Hinweg! Flieh' die Entweihte! Unheilig umfängt dich ihr Arm; entehrt, geschändet schwand dieser Leib: flieh' die Leiche, lasse sie los! Der Wind mag sie verwehn, die ehrlos dem Edlen sich gab! Da er sie liebend umfing, da seligste Lust sie fand, da ganz sie minnte der Mann, der ganz ihre Minne geweckt: - vor der süssesten Wonne heiligster Weihe, die ganz ihr Sinn und Seele durchdrang, Grauen und Schauder ob grässlichster Schande musste mit Schreck die Schmähliche fassen, die je dem Manne gehorcht, der ohne Minne sie hielt! - Lass die Verfluchte, lass sie dich fliehn! Verworfen bin ich, der Würde bar! Dir reinstem Manne muss ich entrinnen, dir Herrlichem darf ich nimmer gehören. Schande bring' ich dem Bruder, Schmach dem freienden Freund! |
SIEGLINDE Be off! Be off! Keep clear of the curse upon me. My arm that clasps you is unholy. Dishonoured, disgraced, my body has died. Run from my corpse, leave go of it! Let the wind blow away what I vilely gave to a hero. Though he clasped me lovingly, though I found sublimest joy, when my man gave all his love, and awoke all my love: through that sweetest bliss, holiest sanctification, which filled my mind and pierced my soul, came fear and terror because of ghastly shame that could not but horrify and grip me in my disgrace, even though I belonged to a man who obtained me without love. I am accursed; let me run away from you! I am condemned, rendered worthless. Most pure of men, I must hurry away from you; I may never belong to you, wonderful man. I bring shame on my brother, disgrace on the friend who won me. |
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SIEGMUND Was je Schande dir schuf, das büsst nun des Frevlers Blut! Drum fliehe nicht weiter; harre des Feindes; hier soll er mir fallen: wenn Notung ihm das Herz zernagt, Rache dann hast du erreicht! |
SIEGMUND Whatever disgrace you suffered, the miscreant's blood shall pay for. So run no further; wait for our enemy. He will die here at my hand when "Needy" devours his heart. Then you will be revenged. |
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SIEGLINDE (schrickt auf und lauscht) Horch! Die Hörner, hörst du den Ruf? Ringsher tönt wütend Getös': aus Wald und Gau gellt es herauf. Hunding erwachte aus hartem Schlaf! Sippen und Hunde ruft er zusammen; mutig gehetzt heult die Meute, wild bellt sie zum Himmel um der Ehe gebrochenen Eid! (Sieglinde starrt wie wahnsinnig vor sich hin) Wo bist du, Siegmund? Seh' ich dich noch? brünstig geliebter, leuchtender Bruder! Deines Auges Stern lass noch einmal mir strahlen: wehre dem Kuss des verworfnen Weibes nicht! - (Sie hat sich ihm schluchzend an die Brust geworfen: dann schrickt sie ängstlich wieder auf) Horch! O horch! Das ist Hundings Horn! Seine Meute naht mit mächt'ger Wehr: kein Schwert frommt vor der Hunde Schwall: wirf es fort, Siegmund! Siegmund - wo bist du? Ha dort! Ich sehe dich! Schrecklich Gesicht! Rüden fletschen die Zähne nach Fleisch; sie achten nicht deines edlen Blicks; bei den Füssen packt dich das feste Gebiss - du fällst - in Stücken zerstaucht das Schwert: - die Esche stürzt, - es bricht der Stamm! Bruder! Mein Bruder! Siegmund - ha! - (Sie sinkt ohnmächtig in Siegmunds Arme) |
SIEGLINDE Listen! the horns, do you hear them call? All around the furious din echoes. From the forest and fields it bellows forth. Hunding has woken from deep sleep. He has called relations and dogs together. Roused to a frenzy the pack is howling. Wildly they cry to heaven for the broken marriage vows. Where are you, Siegmund? Can I still see you, dearly beloved, radiant brother? Let the stars in your eyes shine on me once again. Do not shun the kiss of your outcast wife. Listen, O listen! That is Hunding's horn. His gangs are coming fully armed. No sword will serve when their dogs attack. Throw it away, Siegmund. Siegmund, where are you? Ah, there - I see you - a terrible sight! The dogs are gnashing their teeth at your flesh; they do not respect your noble features; they fasten their firm teeth in your feet, you fall, your sword shatters in pieces. The tree topples, the trunk breaks. Brother, my brother, Siegmund - Ah! |
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SIEGMUND Schwester! Geliebte! |
SIEGMUND Sister, beloved! |
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| (Er lauscht ihrem Atem und überzeugt sich, dass sie noch lebe. Er lässt sie an sich herabgleiten, so dass sie, als er sich selbst zum Sitze niederlässt, mit ihrem Haupt auf seinem Schoss zu ruhen kommt. In dieser Stellung verbleiben beide bis zum Schlusse des folgenden Auftrittes. - Langes Schweigen, während dessen Siegmund mit zärtlicher Sorge über Sieglinde sich hinneigt und mit einem langen Kusse ihr die Stirne küsst) |