

| (ZWEITER AUFZUG) | (ACT TWO) | |
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VIERTE SZENE (Brünnhilde, ihr Ross am Zaume geleitend, tritt aus der Höhle und schreitet langsam und feierlich nach vorne. Sie hält an und betrachtet Siegmund von fern. Sie schreitet wieder langsam vor. Sie hält in grösserer Nähe an. Sie trägt Schild und Speer in der einen Hand, lehnt sich mit der andren an den Hals des Rosses und betrachtet so mit ernster Miene Siegmund) |
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SCENE FOUR |
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BRÜNNHILDE Siegmund! Sieh auf mich! Ich bin's, der bald du folgst. |
BRÜNNHILDE Siegmund, look at me. I am she whom you will follow soon. |
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SIEGMUND (richtet den Blick zu ihr auf) Wer bist du, sag', die so schön und ernst mir erscheint? |
SIEGMUND Tell me, who are you who, so fair and grave, appear before me? |
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BRÜNNHILDE Nur Todgeweihten taugt mein Anblick; wer mich erschaut der scheidet vom Lebenslicht. Auf der Walstatt allein erschein' ich Edlen: wer mich gewahrt, zur Wal kor ich ihn mir! |
BRÜNNHILDE Only those doomed to die see my gaze. Whoever looks on me must leave life and its light. I only appear to heroes on the battlefield. The man who sees me is my victim in battle. |
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SIEGMUND (blickt ihr lange forschend und fest in das Auge, senkt dann sinnend das Haupt und wendet sich endlich mit feierlichem Ernste wieder zu ihr) Der dir nun folgt, wohin führst du den Helden? |
SIEGMUND If I follow you whither will you lead your hero? |
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BRÜNNHILDE Zu Walvater, der dich gewählt, führ' ich dich: nach Walhall folgst du mir. |
BRÜNNHILDE To the Lord of battles who chose you I shall lead you. You will follow me to Valhalla. |
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SIEGMUND In Walhalls Saal Walvater find' ich allein? |
SIEGMUND In the hall of Valhalla shall I find Battlefather alone? |
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BRÜNNHILDE Gefallner Helden hehre Schar umfängt dich hold mit hoch-heiligem Gruss. |
BRÜNNHILDE Dead heroes in a splendid body will embrace you kindly and welcome you solemny. |
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SIEGMUND Fänd' ich in Walhall Wälse, den eignen Vater? |
SIEGMUND In Valhalla shall I find Volsa, my own father? |
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BRÜNNHILDE Den Vater findet der Wälsung dort. |
BRÜNNHILDE You will find your father there, Volsung. |
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SIEGMUND Grüsst mich in Walhall froh eine Frau? |
SIEGMUND In Valhalla shall I be welcomed warmly by a woman? |
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BRÜNNHILDE Wunschmädchen walten dort hehr: Wotans Tochter reicht dir traulich den Trank! |
BRÜNNHILDE Desirable maidens abound there in splendour. Wotan's daughter will gladly give you your drink. |
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SIEGMUND Hehr bist du, und heilig gewahr' ich das Wotanskind: doch Eines sag' mir, du Ew'ge! Begleitet den Bruder die bräutliche Schwester? Umfängt Siegmund Sieglinde dort? |
SIEGMUND You are wonderful and I recognize the holy daughter of Wotan. But tell me one thing, Immortal: can this brother take with him his sister and bride? May Siegmund embrace Sieglinde there? |
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BRÜNNHILDE Erdenluft muss sie noch atmen: Sieglinde sieht Siegmund dort nicht! |
BRÜNNHILDE She must still breathe the air of earth. You will not see Sieglinde there, Siegmund. |
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SIEGMUND (neigt sich sanft über Sieglinde, küsst sie leise auf die Stirn und wendet sich ruhig wieder zu Brünnhilde) So grüsse mir Walhall, grüsse mir Wotan, grüsse mir Wälse und alle Helden, grüss' auch die holden Wunschesmädchen: - (sehr bestimmt) zu ihnen folg' ich dir nicht. |
SIEGMUND Then greet Valhalla for me, greet Wotan too, greet Volsa for me and all the heroes, greet the lovely wishmaidens too. I will not follow you to them. |
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BRÜNNHILDE Du sahest der Walküre sehrenden Blick: mit ihr musst du nun ziehn! |
BRÜNNHILDE You have seen the Valkyrie's searing glance. Now you must go with her. |
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SIEGMUND Wo Sieglinde lebt in Lust und Leid, da will Siegmund auch säumen: noch machte dein Blick nicht mich erbleichen: vom Bleiben zwingt er mich nie. |
SIEGMUND Wherever Sieglinde lives, in pleasure or sorrow, Siegmund will also stay. Your gaze has not yet made me grow pale. It will never force me from here. |
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BRÜNNHILDE Solang du lebst, zwäng' dich wohl nichts: doch zwingt dich Toren der Tod: - ihn dir zu künden kam ich her. |
BRÜNNHILDE As long as you live, nothing can force you. But death, you fool, will force you. I have come here to tell you of it. |
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SIEGMUND Wo wäre der Held, dem heut' ich fiel? |
SIEGMUND Where might the hero be to whom I should fall today? |
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BRÜNNHILDE Hunding fällt dich im Streit. |
BRÜNNHILDE Hunding will kill you in battle. |
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SIEGMUND Mit Stärkrem drohe, als Hundings Streichen! Lauerst du hier lüstern auf Wal, jenen kiese zum Fang: ich denk ihn zu fällen im Kampf! |
SIEGMUND You must threaten with stronger blows than Hunding's. If you are lingering here, lusting for battle, settle on him for your catch; I intend to kill him in the fight. |
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BRÜNNHILDE (den Kopf schüttelnd) Dir, Wälsung - höre mich wohl: dir ward das Los gekiest. |
BRÜNNHILDE You, Volsung - listen well to me - you have been chosen by fate. |
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SIEGMUND Kennst du dies Schwert? Der mir es schuf, beschied mir Sieg: deinem Drohen trotz' ich mit ihm! |
SIEGMUND Do you know this sword? He who made it for me promised me victory. I defy your threats with it. |
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BRÜNNHILDE (mit stark erhobener Stimme) Der dir es schuf, beschied dir jetzt Tod: seine Tugend nimmt er dem Schwert! |
BRÜNNHILDE He who made it for you has decreed your death. He will take the power from the sword. |
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SIEGMUND (heftig) Schweig, und schrecke die Schlummernde nicht! (Er beugt sich mit hervorbrechendem Schmerze zärtlich über Sieglinde) Weh! Weh! Süssestes Weib! Du traurigste aller Getreuen! Gegen dich wütet in Waffen die Welt: und ich, dem du einzig vertraut, für den du ihr einzig getrotzt, mit meinem Schutz nicht soll ich dich schirmen, die Kühne verraten im Kampf? Ha, Schande ihm, der das Schwert mir schuf, beschied er mir Schimpf für Sieg! Muss ich denn fallen, nicht fahr' ich nach Walhall: Hella halte mich fest! (Er neigt sich tief zu Sieglinde) |
SIEGMUND Be quiet, and do not terrify the sleeping woman. Oh! Oh! Sweetest wife, saddest of all faithful women. The whole world rages against you in arms. And I who am your only trust, for whom alone you defied it, may I not shield you with my protection, must I betray a heroine in battle? O shame upon him who made my sword, if he decreed shame for me, not victory. If I must die I shall not go to Valhalla. Let Hell hold me fast! |
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BRÜNNHILDE (erschüttert) So wenig achtest du ewige Wonne? (zögernd und zurückhaltend) Alles wär' dir das arme Weib, das müd' und harmvoll matt von dem Schosse dir hängt? Nichts sonst hieltest du hehr? |
BRÜNNHILDE So little do you value everlasting bliss? Is she everything to you, this poor woman who, tired and sorrowful, lies limp in your lap? Do you think nothing else glorious? |
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SIEGMUND (bitter zu ihr aufblickend) So jung und schön erschimmerst du mir: doch wie kalt und hart erkennt dich mein Herz! Kannst du nur höhnen, so hebe dich fort, du arge, fühllose Maid! Doch musst du dich weiden an meinem Weh', mein Leiden letze dich denn; meine Not labe dein neidvolles Herz: nur von Walhalls spröden Wonnen sprich du wahrlich mir nicht! |
SIEGMUND So young and fair and dazzling you look, but how cold and hard my heart knows you must be. If you can only scoff then take yourself away, you cruel, unfeeling maiden. Yet if you must gloat on my misery, then let my sufferings comfort you, my distress delight your jealous heart. But of Valhalla's frigid joys please do not speak to me. |
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BRÜNNHILDE Ich sehe die Not, die das Herz dir zernagt, ich fühle des Helden heiligen Harm - Siegmund, befiehl mir dein Weib: mein Schutz umfange sie fest! |
BRÜNNHILDE I see th distress which gnaws at your heart, I feel the hero's holy sorrow. Siegmund, confide your wife to me; my protection shall enfold her firmly. |
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SIEGMUND Kein andrer als ich soll die Reine lebend berühren: verfiel ich dem Tod, die Betäubte töt' ich zuvor! |
SIEGMUND I and no other shall touch her purity while she lives. If I am death's prey I shall kill her first, asleep. |
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BRÜNNHILDE (in wachsender Ergriffenheit) Wälsung! Rasender! Hör' meinen Rat: befiehl mir dein Weib um des Pfandes willen, das wonnig von dir es empfing! |
BRÜNNHILDE Volsung, madman! Hear what I advise. Confide your wife to me for the sake of the child that she has got by your love. |
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SIEGMUND (sein Schwert ziehend) Dies Schwert, - das dem Treuen ein Trugvoller schuf; dies Schwert, - das feig vor dem Feind mich verrät: - frommt es nicht gegen den Feind, so fromm' es denn wider den Freund! - (Er zückt das Schwert auf Sieglinde) Zwei Leben lachen dir hier: nimm sie, Notung, neidischer Stahl! Nimm sie mit einem Streich! |
SIEGMUND This sword which in trust a traitor gave me: this sword, which cowardly must betray me to my foe; if it may not avail against my foe, then let it avail against my friend. Two lives smile on you here: take them, Notung, precious sword, take them with one blow. |
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BRÜNNHILDE (im heftigsten Sturme des Mitgefühls) Halt' ein Wälsung! Höre mein Wort! Sieglinde lebe - und Siegmund lebe mit ihr! Beschlossen ist's; das Schlachtlos wend' ich: dir, Siegmund, schaff' ich Segen und Sieg! (Man hört aus dem fernen Hintergrunde Hornrufe erschallen) Hörst du den Ruf? Nun rüste dich, Held! Traue dem Schwert und schwing' es getrost: treu hält dir die Wehr, wie die Walküre treu dich schützt! - Leb' wohl, Siegmund, seligster Held! Auf der Walstatt seh' ich dich wieder! |
BRÜNNHILDE Stop, Volsung, hear what I say. Sieglinde shall live and Siegmund live with her. It is decided: I'll change the fight's outcome; for you, Siegmund, I'll procure favour and victory. Do you hear the call? Now prepare, hero. Rely on your sword and wield it boldly. The weapon will be true to you, just as the Valkyrie will truly protect you. Farewell, Siegmund, beloved hero. On the battlefield I shall see you again. |
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| (Sie stürmt fort und verschwindet mit dem Rosse rechts in einer Seitenschlucht. Siegmund blickt ihr freudig und erhoben nach. - Die Bühne hat sich allmählich verfinstert; schwere Gewitterwolken legen sich auf den Hintergrund herab und hüllen die Gebirgswände, die Schlucht und das erhöhte Bergjoch nach und nach gänzlich ein) |