

| (ZWEITER AUFZUG) | |
| FÜNFTE SZENE | |
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Music |
SIEGMUND (neigt sich wieder über Sieglinde, dem Atem lauschend) Zauberfest bezähmt ein Schlaf der Holden Schmerz und Harm. Da die Walküre zu mir trat, schuf sie ihr den wonnigen Trost? Sollte die grimmige Wal nicht schrecken ein gramvolles Weib? Leblos scheint sie, die dennoch lebt: der Traurigen kost ein lächelnder Traum. - (Neue Hornrufe) So schlummre nun fort, bis die Schlacht gekämpft, und Friede dich erfreu'! (Er legt sie sanft auf den Steinsitz und küsst ihr zum Abschied die Stirne. Siegmund vernimmt Hundings Hornruf und bricht entschlossen auf). Der dort mich ruft, rüste sich nun; was ihm gebührt, biet' ich ihm: Notung zahl' ihm den Zoll! (Er zieht das Schwert, eilt dem Hintergrunde zu und verschwindet, auf dem Joche angekommen, sogleich in finstrem Gewittergewölk, aus welchem alsbald Wetterleuchten aufblitzt) |
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SIEGLINDE (beginnt sich träumend unruhiger zu bewegen) Kehrte der Vater nur heim! Mit dem Knaben noch weilt er im Forst. Mutter! Mutter! Mir bangt der Mut: - nicht freund und friedlich scheinen die Fremden! Schwarze Dämpfe - schwüles Gedünst - feurige Lohe leckt schon nach uns - es brennt das Haus - zu Hilfe, Bruder! Siegmund! Siegmund! (Sie springt auf. - Starker Blitz und Donner) Siegmund - Ha! |
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| (Sie starrt in Angst um sich her: fast die ganze Bühne ist in schwarze Gewitterwolken gehüllt, fortwährender Blitz und Donner. Der Hornruf Hundings ertönt in der Nähe) | |
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HUNDINGS STIMME (im Hintergrunde vom Bergjoche her) Wehwalt! Wehwalt! Steh' mir zum Streit, sollen dich Hunde nicht halten! |
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SIEGMUNDS STIMME (von weiter hinten her aus der Schlucht) Wo birgst du dich, dass ich vorbei dir schoss? Steh', dass ich dich stelle! |
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SIEGLINDE (in furchtbarer Aufregung lauschend) Hunding! Siegmund! Könnt' ich sie sehen! |
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HUNDING Hieher, du frevelnder Freier! Fricka fälle dich hier! |
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SIEGMUND (nun ebenfalls vom Joche her) Noch wähnst du mich waffenlos, feiger Wicht? Drohst du mit Frauen, so ficht nun selber, sonst lässt dich Fricka im Stich! Denn sieh: deines Hauses heimischem Stamm entzog ich zaglos das Schwert; seine Schneide schmecke jetzt du! |
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| (Ein Blitz erhellt für einen Augenblick das Bergjoch, auf welchem jetzt Hunding und Siegmund kämpfend gewahrt werden) | |
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SIEGLINDE (mit höchster Kraft) Haltet ein, ihr Männer! Mordet erst mich! |
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| (Sie stürzt auf das Bergjoch zu, ein von rechts her den Kämpfern ausbrechender, heller Schein blendet sie aber plötzlich so heftig, dass sie, wie erblindet, zur Seite schwankt. In dem Lichtglanze erscheint Brünnhilde über Siegmund schwebend und diesen mit dem Schilde deckend) | |
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BRÜNNHILDE Triff ihn, Siegmund! traue dem Schwert! |
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| (Als Siegmund soeben zu einem tödlichen Streiche gegen Hunding ausholt, bricht von links her ein glühend rötlicher Schein durch das Gewölk aus, in welchem Wotan erscheint, über Hunding stehend und seinen Speer Siegmund quer entgegenhaltend) | |
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WOTAN Zurück vor dem Speer! In Stücken das Schwert! |
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| (Brünnhilde weicht erschrocken vor Wotan mit dem Schilde zurück; Siegmunds Schwert zerspringt an dem vorgehaltenen Speere. Dem Unbewehrten stösst Hunding seinen Speer in die Brust. Siegmund stürzt tot zu Boden. - Sieglinde, die seinen Todesseufzer gehört, sinkt mit einem Schrei wie leblos zusammen. - Mit Siegmunds Fall ist zugleich von beiden Seiten der glänzende Schein verschwunden; dichte Finsternis ruht im Gewölk bis nach vorn: in ihm wird Brünnhilde undeutlich sichtbar, wie sie in jäher Hast sich Sieglinden zuwendet) | |
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BRÜNNHILDE Zu Ross, dass ich dich rette! |
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| (Sie hebt Sieglinde schnell zu sich auf ihr der Seitenschlucht nahestehendes Ross und verschwindet sogleich mit ihr. - Alsbald zerteilt sich das Gewölk in der Mitte, so dass man deutlich Hunding gewahrt, der soeben seinen Speer dem gefallenen Siegmund aus der Brust zieht. - Wotan, von Gewölk umgeben, steht dahinter auf einem Felsen, an seinen Speer gelehnt und schmerzlich auf Siegmunds Leiche blickend) | |
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WOTAN (zu Hunding) Geh' hin, Knecht! Kniee vor Fricka: meld' ihr, dass Wotans Speer gerächt, was Spott ihr schuf. - Geh'! - Geh'! |
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| (Vor seinem verächtlichen Handwink sinkt Hunding tot zum Boden) | |
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WOTAN (plötzlich in furchtbarer Wut auffahrend) Doch Brünnhilde! - Weh' der Verbrecherin! Furchtbar sei die Freche gestraft, erreicht mein Ross ihre Flucht! |
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| (Er verschwindet mit Blitz und Donner. Der Vorhang fällt schnell) |